Martin Roth Symposium

Das Martin Roth Symposium wurde 2018 gegründet, um die Impulse und wegweisenden kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Innovationen, die Martin Roth, als einer der weltweit bedeutendsten Museumsdirektoren auf den Weg gebracht hat, weiter zu führen.

MuseumsNow

Interviews mit Akteurinnen und Akteuren der internationalen Museumslandschaft, die einen Einblick in gegenwärtige museale Praktiken und zivilgesellschaftliches Handeln von Museen weltweit geben.

Fundación Proa

Nähe und Community

Für Manuela Otero, Programmleiterin und Kuratorin der Fundación Proa in Buenos Aires, war der Lockdown eine einzigartige Möglichkeit, Communities zu unterstützen und neu zu schaffen – ...

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Kunstraum des Museum of Contemporary Art of the Vojvodina, Serbien, Novi Sad

Ein Ruf nach Klarheit und Pluralität

Für die Kuratorin Sanja Kojić Mladenov am Museum für zeitgenössische Kunst Vojvodina in Novi Sad, Serbien, hat die Krise der Pandemie die Notwendigkeit einer klaren Kulturpolitik und ...

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Design Society in Shenzen

Eine globale Sprache und gegenseitiges Lernen

An der Design Society in Shenzhen erlebte Kurator Lu Yangli, dass mehrere internationale Projekte durch die Pandemie unterbrochen wurden, aber er widmet sich weiterhin der ...

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2020: MuseumFutures

Das fünftägige Symposium stellte kritische Fragen zur Zukunft des Museums. Unter Berücksichtigung der Architektur, analoger und virtueller Dialogformate, integrierter Info- und Entertainmentkonzepte sowie alternativer internationaler (Kunst-)Geschichten wurden aus globaler Perspektive innovative Strategien identifiziert und formuliert, um einen musealen demokratischen Raum zu skizzieren.

Tag I: Museen und Zukünfte

Der erste Tag des Symposiums stellt eine globale Perspektive auf die Zukunft des Museums als Ort demokratischer Öffentlichkeit vor. Es beleuchtet das Museum als Quelle der Inspiration für intellektuelle, politische und ästhetische Diskurse und als ein sichtbares architektonisches Signal für die Entwicklung der Städte. Die ersten "Sprints" und "Deep Dives" des Symposiums vermitteln Einblicke in die Führung von Museen in unterschiedlichen Regionen und unterschiedlichen kulturellen beziehungsweise politischen Kontexten, bieten eine historische Sicht auf die Rolle von Museen und sensibilisieren für die technologischen Herausforderungen, denen die Museumswelt heutzutage ausgesetzt sind.

Tag II: Museen und Macht

Wie inklusiv sind heutige Museen wirklich? Welche Rolle nehmen sie als "demokratisierende, integrative und vielstimmige Räume für den kritischen Dialog über die Vergangenheit und die Zukunft" ein, wie es im Entwurf des ICOM für eine Definition von "Museum" heißt? Sind Museen öffentliche Kraftzentren für die Gesellschaft oder werden sie bei Provenienzforschung, Digitalisierung und dem Prozess der Dekolonisierung allein gelassen? Was kann die aktive Rolle von Museen in einer modernen Gesellschaft sein, und wo liegen ihre Grenzen? Wie politisch sollten Museen sein? Wie werden der Auftrag von Museen und ihre Unabhängigkeit als Forschungseinrichtungen von autoritären Regierungen und Ideologien beeinflusst? Wie kann die junge Generation angesprochen werden? Am zweiten Tag diskutieren unsere Referentinnen und Referenten diese Fragen in Bezug auf die Rolle von öffentlichen und privaten Museen in der Gesellschaft und anhand der Fragestellung, welche Interessengruppen bei der Führung eines Museums im 21. Jahrhundert berücksichtigt werden müssen.

Tag III: Museen und Unterhaltung

Kultur erleben und Vergnügen sind eng verknüpft – warum sich also nicht in einem Museum vergnügen? Kulturelle Errungenschaften werden im traditionellen Diskurs durch Ernsthaftigkeit charakterisiert. Der Einfluss von Vergnügung, Unterhaltung und einer verspielten Annährung wird jedoch bei der Errichtung öffentlicher Räume und der Präsentation kultureller Schätze nicht beachtet. Wie kann man den sozialen Raum der Institution und die Ausstellungsräume des Museums mit Leben füllen?  Dürfen Museen unterhalten? Es ist das Ziel dieses Tages, Ideen und Alternativen aufzuzeigen und zu erörtern. Realität und Virtualität, die Rolle von Institutionen im Gegensatz zu offenen Räumen und schließlich der Zusammenhang von Kunst, Wissenschaft und Unterhaltung sollen hinterfragt werden.

Tag IV: Museen und Architektur

Die Bedeutung und Funktion von Museen hat sich im Laufe der Geschichte maßgeblich verschoben: von den historischen Anfängen, die vor allem die Sammlung in den Fokus nahmen, bis zu heutigen Museumskonzeptionen, die Ausstellungs- und Vermittlungsprogramme in den Vordergrund stellen und lokale wie globale Utopien der Begegnung und des Miteinanders entwickeln. Wir betrachten Museen heute als öffentliche Räume und stehen damit vor der Frage: Wem gehören sie und in welcher Weise? Welche Zugangsbedingungen und -formen werden den Sammlungen und dem Dialog von Objekten und Menschen gerecht? Welche Möglichkeiten der Präsentation eröffnen sich dabei für archivierte, empfindliche oder umstrittene Kulturgüter? Vor dem Hintergrund historischer und zukünftiger Architekturen diskutieren die Referent*innen den musealen Raum. Wie lassen sich Räume schaffen, in denen Publikum und Artefakte außerhalb ihrer vertrauten Umgebung zusammenkommen und interagieren können zwischen offenen und geschlossenen, lokalen und globalen Settings, zwischen dem Geist der Vergangenheit und dem Versprechen der Utopie?

Tag V: Museen und Misserfolge

Dieser Tag betrachtet den "bestmöglichen Misserfolg" nicht als Widerspruch in sich, sondern als Notwendigkeit. Es würdigt den Wert des Misserfolgs für die museale Selbstreflexion und Innovation. Was bedeutet Scheitern innerhalb des Museumsektors? Wo lässt sich in einer "Kultur", die gute Nachrichten und Erfolgsgeschichten bevorzugt, ein Raum finden, um über Misserfolge zu sprechen und Fehlentscheidungen zu überdenken? Wie und was können wir aus schlechten Erfahrungen und Enttäuschungen für die Entwicklung der Museen als Akteure und Wegbereiter eines offenen demokratischen Wandels lernen? Wie übernehmen wir Verantwortung für unsere Fehler? Wie können wir uns darüber verständigen, was wir aus Misserfolgen gelernt haben? Welche Misserfolge kön­nen wir uns leisten? Brauchen Museen eine risikofreudigere, unterneh­mungs­lustigere Kultur, die den Misserfolg akzeptiert? Welche Bedingungen und Werte benötigen Museen für einen produktiven Lernprozess, für einen offenen Austausch und für eine dynamische selbstreflexive Kultur?

Konferenzbericht

Patrick Wildermann hat die Highlights des zweiten Martin Roth Symposiums zusammengefasst.

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Impressionen

2018: What can culture do?

Das Martin Roth Symposium 2018 im Kraftwerk Berlin

Auf der Premierenveranstaltung des Martin Roth Symposiums zum Thema "What can culture do?" diskutierten mehr als 300 Besucherinnen und Besucher im Kraftwerk Berlin mit den 44 Expertinnen und Experten über Kultur als aktive, gestaltende Kraft und eine Verbindung zwischen den verschiedenen Gesellschaften.

Impressionen der Konferenz | 2018

Statements, impressions and opinions | 2018

Martin Roth

"Ich bin überzeugt, dass Kunst und Kultur unverzichtbare Grundlagen einer
Gesellschaft im demokratischen und friedlichen Zusammenleben sind."

  • Zur Person

     

    Als Generaldirektor prägte Martin Roth (1955-2017) nicht nur die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, sondern beeinflusste mit seiner innovativen Herangehensweise die internationale Museumslandschaft. Für seine kulturellen Verdienste verliehen ihm der französische und der dänische Staat jeweils das Ritterkreuz. Nach zehnjährigem Wirken in Dresden wechselte Roth 2011 an das Victoria and Albert Museum, London. Dort überführte er das Museum in eine neue Ära, indem er es für die gesamte Gesellschaft öffnete und seine Vision, von einem Museum als Ort des kulturellen Austauschs, für Bildung und Demokratie, etablierte. Nach seiner Rückkehr aus London wurde er 2016 zum ehrenamtlichen Präsidenten des Institut für Auslandsbeziehungen gewählt.

    Um seine Arbeit als Museumsdirektor und Kulturwissenschaftler, sowie seine herausragende Persönlichkeit zu würdigen, wurde 2018 die Martin Roth Initiative  vom Auswärtigen Amt gegründet, um Kunstschaffenden aller Länder, die in ihrer Heimat verfolgt werden, Schutzaufenthalte zu ermöglichen. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ehren ihren Ehemaligen Generaldirektor mit einer Vortragsreihe, der Martin Roth Lecture. Ebenfalls seit 2018 findet das im Zweijahresrhythmus stattfindende Martin Roth Symposium in Berlin statt, das vom ifa und dem Auswärtigen Amt ausgetragen wird.

     

Kontakt

Rainer Koch

Charlottenplatz 17
D-70173 Stuttgart

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