Entsendeprogramm

Das Entsendeprogramm des ifa bietet die Möglichkeit, Organisationen deutscher Minderheiten zu unterstützen und neue Erfahrungen zu sammeln. Die Arbeitsaufenthalte in Mittel-, Ost- und Südosteuropa oder in einem Staat der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) dauern zwischen einem und fünf Jahren. In den Organisationen arbeiten die ifa-Kulturmanagerinnen und -manager beziehungsweise Redakteurinnen und Redakteure in ausgewählten Projekten und unterstützen die Einrichtungen mit ihrem Knowhow. Ziel des Entsendeprogramms ist es, ein modernes und lebendiges Deutschlandbild zu vermitteln und die Organisationen vor Ort in ihrer kulturellen Brückenfunktion zwischen Minderheit und Mehrheit zu stärken.

An wen richtet sich das Programm?

Für das Programm können sich Personen bewerben, die in der Jugend- und Kulturarbeit, im Kulturmanagement oder im Journalismus tätig sind und Organisationen deutscher Minderheiten im östlichen Europa oder den Ländern der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten unterstützen wollen.

Was beinhaltet die Förderung?

Das ifa bezahlt das Gehalt der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, einen Mietkostenzuschuss sowie eine einmalige Umzugspauschale. Ein Vorbereitungstreffen in Deutschland, Mitarbeitertreffen vor Ort und Dienstreisen werden ebenso finanziert wie Mittel für Projekte, die von den entsandten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gemeinsam mit ihren Organisationen geplant und umgesetzt werden.

Während ihrer Entsendung sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim ifa angestellt. Die Tätigkeit ist sozialversicherungspflichtig und beginnt jeweils am 1. September. Die Verträge sind zunächst auf ein Jahr befristet, eine Verlängerung auf maximal fünf Jahre ist vorbehaltlich der Finanzierung möglich.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden?

  • Der Abschluss eines Hochschulstudiums in den Bereichen Sprach-, Kultur- oder Geisteswissenschaften mit Bezug zu Mittel- und Osteuropa, Journalistik beziehungsweise Medienmanagement, Pädagogik beziehungsweise Bildungsmanagement ist erforderlich.
  • Bewerberinnen und Bewerber können Erfahrungen in der Jugendarbeit, Kulturarbeit oder im Kulturmanagement oder praktische journalistische Erfahrungen vorweisen.
  • Deutschkenntnisse auf muttersprachlichem Niveau sind vorhanden.
  • Kenntnisse des Gastlandes, seiner Kultur und Sprache liegen vor.
  • Kenntnisse der Situation der deutschen Minderheiten in Mittel-, Ost- und Südosteuropa sind vorhanden.
  • Die Person zeichnet sich durch Belastbarkeit, Flexibilität und hohe Einsatzbereitschaft sowie Eigeninitiative aus.

Die Voraussetzungen richten sich jeweils nach den Anforderungen der jeweiligen Organisation. Die genauen Anforderungsprofile der Entsendestellen sind in den einzelnen Stellenausschreibungen aufgelistet.

Wie sieht die Arbeit vor Ort aus?

Aufgaben der Kulturmanagerinnen und -manager

  • Unterstützung der Kultur-, Jugend- und Bildungsarbeit
  • Impulse setzen durch kreative Projektideen
  • Umsetzung eigener Projektideen und Wahrnehmung weiterer Aufgaben im Kulturmanagement
  • Förderung des interethnischen Dialogs unter besonderer Berücksichtigung jüngerer Menschen

Aufgaben der Redakteurinnen und Redakteure

  • Redaktionelle Mitarbeit in deutsch- oder zweisprachigen Redaktionen von Zeitungen, Radio- und TV-Sendern der deutschen Minderheiten
  • Unterstützung im Marketing und Vertrieb
  • Förderung der freien Berichterstattung und des interethnischen Dialogs
Ifa-Kulturmanagerin Aurelia Brecht organisiert eine Lesung der Autorin Annemarie Otten in Hermannstadt, Rumänien. © Aurelia Brecht
Die Wemender Blaskapelle spielt bei den sommerlichen Platzkonzerten in Fünfkirchen, Ungarn. © József Hubay, NNFoto.
Jugendliche bei der Bildungsreise der Deutschen Minderheit nach Berlin, mitorganisiert von ifa-Kulturmanager Dominik Duda. © Dominik Duda.
Die aktuelle Ausgabe der Deutschen Allgemeinen Zeitung in Kasachstan entsteht. © Serzhan Meldakhanov/DAZ

Alle Gastorganisationen im Überblick

Mit dem Entsendeprogramm unterstützt das ifa derzeit Organisationen und Redaktionen der deutschen Minderheiten in folgenden Ländern: Kasachstan, Polen, Rumänien, Russland, Serbien, Slowakei, Tschechische Republik, Ukraine und Ungarn. So vielfältig die Regionen sind, in denen ifa-Entsandte arbeiten, so unterschiedlich sind auch die Bedürfnisse ihrer Gastinstitutionen. Einblicke in die Arbeit der Institutionen sowie über Einsätze der Entsandten findet man in den einzelnen Beiträgen:

Zu den Gastorganisationen

Bewerbung

  • Bewerbung in drei Schritten
    1. Bewerbungsportal des ifa aufrufen und Stellenausschreibung auswählen.
    2. Bewerbungsformular vollständig ausfüllen und Dokumente hochladen. Da das Bewerbungssystem keine Eingaben zwischenspeichern kann, sollten beim Bewerbungsstart alle Dokumente für den Upload bereitliegen.
    3. Vollständige Bewerbung online über das Bewerbungsportal absenden.

    Interessenten können sich ausschließlich auf ausgeschriebene Stellenangebote bewerben. Unvollständige Bewerbungen, Bewerbungen per E-Mail und Bewerbungen, die nach der Bewerbungsfrist oder unaufgefordert eingereicht werden, können nicht berücksichtigt werden.

     



  • Welche Bewerbungsunterlagen werden benötigt?
    • Lebenslauf
    • Motivationsschreiben
    • Zeugnisse

     

  • Bewerbungsfristen

     

    Die Ausschreibungen erfolgen in der Regel zwischen April und Juli für Entsendungen ab September desselben Jahres.

     

  • Bewerbung als Gastinstitution

     

    Institutionen der deutschen Minderheiten können sich als Gastinstitutionen für das Entsendeprogramm bewerben. Voraussetzung ist, dass die jeweilige Institution über die nötige Infrastruktur verfügt und klare Ziele für die befristete Zusammenarbeit definiert. Die langfristige Entsendung von Personal oder die Übernahme dauerhafter Aufgaben (Linienaufgaben), werden nicht gefördert. Interessierte Organisationen wenden sich per E-Mail unter entsendung(at)ifa.de an das ifa.

     

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Deutsche Minderheiten

Minderheiten können zwischen den Kulturen vermitteln und Impulse für das Zusammenleben verschiedener Bevölkerungsgruppen setzen – vorausgesetzt, die Minderheiten sind gesellschaftlich anerkannt, können selbstbewusst auftreten und verfügen über attraktive Programme. Dafür müssen sie sowohl institutionell als auch personell gut aufgestellt sein. Die Programme aus dem Bereich "Deutsche Minderheiten" unterstützen deutsche Minderheiten im östlichen Europa und in den Staaten der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten als zivilgesellschaftliche Akteure und Brückenbauer. Sie fördern so ein facettenreiches, aktuelles und realistisches Deutschlandbild und leisten einen Beitrag zum europäischen Einigungsprozess und zu den kulturellen Beziehungen innerhalb und außerhalb Europas. Zu den Programmen zählen das Entsendeprogramm, das Hospitationsprogramm, das Kulturassistentenprogramm, das Social-Media-Reisestipendium und die Projektförderung deutsche Minderheiten.

Kontakt

Margarete Walo

Charlottenplatz 17
D-70173 Stuttgart

Telefon: +49.711.2225.117
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