ifa-Galerie Stuttgart

Die Ausstellung "Eine natürliche Ordnung der Dinge" zeigt Arbeiten von Lothar Baumgarten (1944 – 2018) und Gabriel Rossell Santillán (*1976). Wie kann eine kulturelle Begegnung künstlerisch reflektiert werden? Dieser Frage widmen sich die Künstler und finden jeweils eigene Antworten zu den Themen kulturelle Aneignung und koloniales Erbe.

Gabriel Rossell Santillán spricht im Interview über seine Videos, Fotografien und Bücher in der ifa-Galerie und stellt dar, wie durch zeitgenössische Kunst ein vielstimmiger Raum entstehen kann.

 

Vorschau

Vom 11.11.2021 bis zum 20.2.2022  zeigt die ifa-Galerie die Ausstellung "Umbrales – ¿Cómo anudar el tiempo? / Auf der Schwelle – Wie die Zeit verknüpfen?". Krisen sind Schwellen in eine mögliche andere Welt. In Zeiten verwobener sozialer und ökologischer Krisen nimmt Umbrales seinen Ausgangspunkt bei den Protesten in Chile 2019, die den Weg zu einem tiefgreifenden Wandel der Gesellschaft bereiten. Die folgenden Prozesse einer gemeinschaftlichen Neukonstitution der Verfassung bieten Raum für die Aushandlung von global relevanten Themen: die menschlichen Auswirkungen auf das Ökosystem, Gleichberechtigung, die politische Dimension von Sprache, die Auswirkungen der Sozio-Technologien auf unsere Wahrnehmung.

In einem kollektiven Prozess des Zusammenbringens von Spuren aus Kunst, Aktivismus und Wissenschaft verbinden sich Orte Santiago de Chile und Stuttgart miteinander, um Reflexions- und Redaktionsräume gesellschaftlicher Veränderung zu schaffen.  Die Ausstellung findet in Kooperation mit der Bienal de Artes Mediales, Santiago de Chile (18.11.2021 – 27.02.2022) statt. Kuratiert von Bettina Korintenberg und Enrique Rivera. Künstler:innen sind Corinna Aichele, Elisa Balmaceda, Claudia González, Barbara Marcel und Florian Wüst.

Im Frühjahr 2022 präsentiert Khvay Samnang in der Ausstellung „Das Land tanzen" Arbeiten aus den Jahren 2010 bis 2018: Sand zurückfahren an das Flussufer, dorthin, wo er entnommen wurde; sich mit flüssigem Gummi übergießen, den eigenen Körper einsetzen, um auf Landraub und Abholzung hinzuweisen; in der Bewegung und mit Masken eins werden mit dem Wald, den Tieren, den Geistern – das Land tanzen.

Die künstlerische Arbeit von Khvay Samnang basiert auf der Untersuchung politischer, ökonomischer, sozialer und kultureller Verwerfungen. Alternative und indigene Lebensformen spielen dabei eine wichtige Rolle. Die Fragen, die er aufwirft, sind jedoch universell: Wem gehört das Land? Was geschieht mit unserem Land? Khvay Samnangs Arbeiten sind nicht nur Gesten gewaltlosen Widerstands; sie sind auch Anregung für eine andere Art zu denken, zu handeln und zu leben.

 

 

Veranstaltungen

10. April2021-26. September2021

Eine natürliche Ordnung der Dinge

Ausstellungifa-Galerie StuttgartStuttgart
Ausstellungsansicht "Eine natürliche Ordnung der Dinge", 2021
25. September

Finissage "Eine natürliche Ordnung der Dinge"

Performanceifa-Galerie StuttgartStuttgart

Jubiläum – 50 Jahre ifa-Galerie

Die ifa-Galerie Stuttgart zeigte 1971 ihre erste Ausstellung am Charlottenplatz. Seitdem präsentierten mehr als 700 Künstlerinnen und Künstler aus Kulturräumen in Asien, Afrika, Lateinamerika und Osteuropa ihre Arbeiten in 213 Ausstellungen. Sie schufen ein kreatives und globales Netzwerk und begleiteten die Entwicklung der Galerie: An deren Anfang stand der Dialog der Kulturen: "Makonde – Eine ostafrikanische Dokumentation" präsentierte Holzarbeiten anonymer Meister aus Tansania. Später lenkten bedeutende Einzelschauen von Architekt:innen, Filmschaffenden sowie Fotograf:innen den Blick an viele Orte der Welt: Auf die farbintensive Architektur Luis Barragáns in Mexiko und in das Fotostudie von Malick Sidibé in Bamako. Der libanesische Fotograf Samer Mohdad führte an Schauplätze in den Nahen und Mittleren Osten. Helga Paris zeigte uns ihr Berlin vor und nach der Wendezeit und Leila Alaoui gab durch ihre Porträts Marokko ein Gesicht.
Das Programm wurde auch durch wichtige Ausstellungsreihen geprägt. Die Serie StadtanSichten nahm unter anderem Megacities wie Istanbul in den Blick. Die Reihe Kulturtransfers widmete sich der Migration von Formen und Denkfiguren. Dan und Lia Perjovschi entwickelten in "Solo für…" eine ko-kreative Installation mit humorvollen Zeichnungen, während die starre Grenze von Design, Tanz und Kunst in den Ausstellungen "Wie verpacke ich fünf Eier – Kunst des Verpackens in Japan", "Butoh – Tanz der Dunkelheit" oder "Gärten des Orients" aufgebrochen wurde. Mit vielen Veranstaltungen feiern wir dieses Jubiläum.
 

  • Biennalen-Talk #1

     

    Das Prinzip Biennale – Boom eines Ausstellungsformats

    Ob in Ulaanbaatar, Ouagadougou oder São Tomé und Príncipe – das Format der Biennale boomt. Populär ist die älteste Biennale, die seit 1895 in Venedig stattfindet. Doch wie wirksam ist diese Ausstellungsform heute? Darüber diskutieren Franciska Zólyom, Kuratorin des Deutschen Pavillons auf der Venedig Biennale 2019 und Direktorin der Galerie für zeitgenössische Kunst in Leipzig und Jörg Scheller, Kunsthistoriker an der Zürcher Hochschule der Künste.

     


  • Biennalen-Talk #2

     

    Biennale-Praktiken – Interdisziplinäre Ansätze für eine Kunstplattform

    Die Kochi-Muziris-Biennale in Kerala gehört zu den erfolgreichsten Ausgaben des Formats Biennale. Sie wurde 2012 gegründet und ist die erste Biennale, die sich in Indien ausschließlich zeitgenössischer Kunst widmet. Sie wird von Künstlerinnen und Künstlern verantwortet, versteht sich jedoch als Festival, das die Grenzen zu vielen Künsten öffnet: Kinos sind gleichberechtigt mit Konzerten, Performances und Theateraufführungen. Die Kochi-Muziris-Biennale versteht sich als Ort für die Menschen vorort und in den Nachbarschaften. Was ist das Besondere an diesem ortsspezifischen Ansatz? Darüber sprechen Dr. Shwetal A. Patel, Autor, Wissenschaftler und Gründungsmitglied der Kochi-Muziris-Biennale und Dr. Melanie Vietmeier, Expertin des ifa-Forschungsprogramms und Autorin der ifa-Studie "Biennalen als Seismograf".

     


Anschrift und Öffnungszeiten

ifa-Galerie Stuttgart
Charlottenplatz 17
D-70173 Stuttgart

Öffnungszeiten
Dienstag – Sonntag: 12:00 – 18:00 Uhr während der Ausstellungszeiten
An Montagen und am 17.9.2021 geschlossen.

Die ifa-Galerie Stuttgart ist für Geimpfte, Getestete und Genesene geöffnet. Sie können ohne Buchung eines Zeitfensters kommen. Es gelten die aktuellen Abstands- und Hygienestandards.

Eintritt frei

ifa-Galerien

Die ifa-Galerien zeigen Bildende Kunst, Architektur und Design einer globalisierten Welt. Seit 1971 werden in Stuttgart und seit 1991 in Berlin Gegenwartskunst und aktuelle kultur- und gesellschaftspolitische Entwicklungen aus Asien, Afrika, Lateinamerika und Osteuropa thematisiert. Ausstellungsreihen geben über nationale Grenzen hinweg Einblick in weltweit agierende Kunstszenen. Gespräche, Vorträge und Diskussionen ermöglichen den Besucherinnen und Besuchern den direkten Kontakt mit Künstlerinnen und Künstlern und Kuratorinnen und Kuratoren.

Kontakt

ifa-Galerie Stuttgart

Charlottenplatz 17
D-70173 Stuttgart

Telefon: +49.711.2225.173