Eine Person mit langen Haaren und weißem Gewand steht mit ausgestreckten Armen im schwarzen Raum.
Buchvorstellung und Filmvorführung von Sonja D'Alto "Le Nemesiache: Reclaiming Mythological Rituals", ifa-Galerie Berlin © Sonia D’Alto

Le Nemesiache: Reclaiming Mythological Rituals

Buchpräsentation und Filmvorführung mit Sonia D'Alto und Marea Art Project

04. Dez. 2025
18:00 – 20:00 Uhr
ifa-Galerie Berlin
Linienstr. 139 - 140
10115 Berlin

"Le Nemesiache: Reclaiming Mythological Rituals" ("Le Nemesiache: Eine Wideraneignung mythologischer Rituale") kuratiert von Sonia D'Alto, ist die erste Monografie, die der neapolitanischen feministischen, pazifistischen und künstlerischen Gruppe "Le Nemesiache" gewidmet ist.

Gegründet 1970 von der Philosophin, Schriftstellerin und multidisziplinären Künstlerin Lina Mangiacapre, verkörperte "Le Nemesiache" eine experimentelle künstlerische Praxis und eine Art und Weise, in der Welt zu sein, die in Feminismus, Mythologie, Volkserzählungen, Science-Fiction und radikaler Imagination verwurzelt ist. Das Ergebnis ist eine Praxis, die tief im Lokalen verankert ist, und die Proteste sowie die Besetzung von Gebäuden einschließt – eine Form des Feminismus, die, ausgehend von den Genealogien Süditaliens, Solidarität unter Unterdrückten in unterschiedlichen Kontexten fördert.

Veröffentlicht von Mousse Publishing und in Zusammenarbeit mit dem Marea Art Project produziert, sowie unterstützt vom Italian Council (13. Ausgabe), ist das Buch das Ergebnis der Forschung von Sonia D'Alto und ihrer langjährigen Arbeit im Archiv von Lina Mangiacapre und mit Mitgliedern des Kollektivs. Der zweisprachige Band (Italienisch und Englisch) versammelt bisher unveröffentlichte Dokumente, Fotografien und Plakate, sowie Bilder, die frühe und intime Momente der Gruppe zeigen und so den prozessualen und kollektiven Charakter ihrer Arbeit hervorheben. Die Archivmaterialien werden begleitet von historischen, theoretischen, kreativen und politischen Beiträgen, die von der Autorin Sonia D'Alto in Auftrag gegeben und verfasst wurden – gemeinsam mit Chiara Bottici, Federica Bueti, Cairo Clarke, Arnisa Zeqo, Giulia Damiani, Giusi Palomba, Elvira Vannini und Giovanna Zapperi.
Eine kommentierte Chronologie und eine Auswahl archivarischer Fragmente verweben sich mit zeitgenössischen Reflexionen, die von Umweltbewusstsein und Spiritualität bis zur historischen Rekonstruktion feministischer Solidaritätsnetzwerke reichen, von transformativer Gerechtigkeit bis zu queeren (Kunst-)Theorien und dabei auch die Süditalienfrage vom italienischen Kontext bis zum Mittelmeerraum behandeln.


Bei der Buchpräsentation in der ifa-Galerie Berlin werden das Marea Art Project sowie die Autorin Sonia D'Alto anwesend sein und den Prozess der Zusammenarbeit mit den Beitragenden nachzeichnen. Anhand einer Auswahl von Archivbildern aus dem Projekt geben sie Einblicke in bedeutende Momente der langen Geschichte des Kollektivs.

Daneben werden experimentelle Super-8-Filme von "Le Nemesiache" aus den 1970er-Jahren zu sehen sein– selten gezeigte Dokumente ihres gemeinschaftlichen, feministischen Ansatzes zum Kino.
In den 1970er-Jahren schufen Lina Mangiacapre und die neapolitanische Frauengruppe "Le Nemesiache" Super-8-Kurzfilme und erkundeten dabei nicht nur Formen des kollaborativen Kinos, sondern auch die Ausweitung der feministischen Praxis des "consciousness-raising" (Bewusstseinsbildung) in den öffentlichen Raum sowie die Verwendung von Mythologie, um das Kino als kollektives Ritual und als Form des "expanded cinema" (erweitertes Kino) neu zu erfinden.

Das Projekt wurde dank der Unterstützung des Italian Council Programme (2024) ermöglicht, das von der Generaldirektion für zeitgenössische Kreativität des italienischen Kulturministeriums gefördert wird.

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