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ifa-Preis Kolloquium Kultur + Freiheit, © 2021 ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) / CHK Design

Kultur + Freiheit

14. September2021zum Kalender hinzufügen
Kolloquiumonline via Livestream
14:00 – 16:30 Uhr
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ifa-Kolloquium

Im Rahmen der diesjährigen Verleihung des ifa-Preises für den Dialog der Kulturen an Igor Levit findet erstmals das ifa-Kolloquium zur Diskussion und Vertiefung von zukunftsrelevanten Themen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik statt. Thema der Pilotveranstaltung: Kultur und Freiheit.

Kultur und Freiheit sind synonyme Begriffe – Freiheit folgt aus Kultur, Kultur ist Ausdruck von Freiheit. Ohne Freiheit entsteht keine Kultur, ohne Kultur kann Freiheit sich nicht entfalten. Aber die Begriffe werden in Frage gestellt, ihr Wert für die politische Organisation wird angezweifelt. Sicherheit ist das Schlagwort, dem Freiheit und Kultur untergeordnet werden. Mit dieser Abwertung geht ihre Orientierungskraft für das Individuum wie für die Gesellschaft verloren. Wertorientierung wird von politischer und ökonomischer Interessendurchsetzung verdrängt. Damit ist Freiheit, was andere festlegen, und Kultur das, was machtpolitisch nützt.

Die Pilotveranstaltung nimmt Bezug auf den im Frühjahr 2021 in Kooperation mit dem Steidl-Verlag erschienenen Band "Kultur und Freiheit – Beschreibung einer Krise".
In drei jeweils halbstündigen Sessions wird je eine Position des Bandes durch die:den jeweilige:n Autor:in vorgestellt und mit einem externen Gast diskutiert.

Programm

Dienstag, 14. September 2021
14:00 - 14:15 Uhr

Auftakt Kultur und Freiheit

Begrüßung:

  • Ronald Grätz, Generalsekretär ifa

Impulsvortrag:

  • Roland Bernecker, Kulturwissenschaftler

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14:15 - 14:45 Uhr

Panel 1: Freiheit unter Beschuss

Eine klassisch gewordene Formel unterscheidet zwei Freiheitsbegriffe – die Freiheit von etwas und die Freiheit zu etwas.

  • Die Freiheit von rekurriert auf die Erfahrung totalitärer Regime und betont die fundamentale Bedeutung des Raums, der von staatlichen und ideologischen Zwängen freigehalten werden und dem individuellen Entscheiden überlassen bleiben soll.
  • Die Freiheit zu beschreibt die Optionen, die sich aus der ersten Freiheit ergeben – was macht man mit der Freiheit, welchem Zweck widmet man sie, welche Ziele verfolgt man und wie?

Kunst verarbeitet die Spannungen, die sich in beiden Dimensionen der Freiheit ergeben: der Behauptung eines individuellen Raumes der Autonomie, und der Bestimmung einer Richtung für das eigene Wirken.

Moderation: 

  • Roland Bernecker

Gäste:

  • Marie Rosenkranz, Kulturwissenschaftlerin
  • Can Dündar, Journalist

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14:45 - 15:15 Uhr

Panel 2: Kunst der Freiheit

Der Stellenwert der Freiheit zeigt sich besonders deutlich in der Sphäre der Kunst und Kultur. Die Freiheitsgrade künstlerischer Produktion sind ein Seismograph individueller und kollektiver Freiheiten insgesamt – der Meinungsfreiheit, Wissenschaftsfreiheit, Bewegungsfreiheit und der Freiheit, bestehende Normen in Frage zu stellen.

Kultur ist zugleich Reproduktion von Codes als auch Stimulus zur kritischen Selbstreflexion und der Hinterfragung kollektiver Wahrnehmungen.
Wenn dies im offenen Diskurs erfolgt, ist Freiheit am Werk. So spiegelt sich Freiheit im westlichen Fortschrittskonzept, das wiederum diskursiv hinterfragt werden kann, insbesondere was seinen politischen Niederschlag in der kolonialen und großflächig Freiheiten vernichtenden Aneignung kultureller Räume angeht.

Moderation: 

  • Ronald Grätz

Gäste:

  • Julia Grosse, Künstlerische Leiterin, ContemporaryAnd
  • Tobias Knoblich, Kulturwissenschaftler und -politiker

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15:45 - 16:15 Uhr

Panel 3: Laboratorien der Subjektivität

Der Begriff des Individuums und seiner Stellung in der politischen Ordnung der Gemeinschaft ist ein unmittelbarer Gradmesser dafür, was wir uns selbst zutrauen wollen. Einschränkungen der Freiheit sind Eingeständnisse unseres Misstrauens in die Fähigkeit und den Willen Einzelner, gute Entscheidungen zu treffen. Das Vertrauen auf Subjektivität ist eine stets gefährdete Versuchsanordnung. Subjektivität ist Quelle und Ziel von Glück und Wohlergehen, Wohlstand und Fortschritt. Vertrauen in Subjektivität trifft auf die Notwendigkeit ihrer Begrenzungen und Regulierungen. An den Orten, wo diese beschlossen werden, halten sich Subjekte mit eigenen Interessen auf.
In welchem Maße und von wem werden Freiheiten zugestanden und gesichert, oder eingeschränkt und abgesprochen?

In der künstlerischen Subjektivität wird das Zusammenspiel von Experiment und Versuch, Validierung und Negation, Gefahr und Bedrohung, Risiko und Konflikt ausgemessen und erkundet.

In der künstlerischen Arbeit wird Freiheit als Kultur und Kultur der Freiheit zu konkreter Erfahrung als Wirkung des Subjekts.

Moderation: 

  • Roland Bernecker

Gäste:

  • Annemie Vanackere, Künstlerische Leitung HAU Hebbel am Ufer
  • Bernd Scherer, Intendant Haus der Kulturen der Welt Berlin

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16:15 - 16:30 Uhr

Zusammenführung

Schlusswort und Ausblick:

  • Ronald Grätz

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Mitschnitt

Der Mitschnitt zum Kolloquium ist in Kürze unter https://www.youtube.com/user/ifaStuttgart abrufbar.

 

Kontakt

Generalsekretariat des ifa

Charlottenplatz 17
D-70173 Stuttgart

Telefon: +49.711.22.25.116