Videostll eines kleineren Schiffs auf Wasseroberfläche.
Marcel Odenbach, Verstörte Orte/Disturbed Places, Videostill, 2007. © Marcel Odenbach: VG BILD-KUNST, Bonn

Marcel Odenbach – Tbilisi, Georgien

Stille Bewegungen. Tranquil Motions

19. Feb. 2026  -  03. Mai 2026
Tbilisi Photography & Multimedia Museum
14 Merab Kostava St
0108 Tbilisi

"Marcel Odenbach – Stille Bewegungen. Tranquil Motions"  ist eine Ausstellung des ifa-Institut für Auslandsbeziehungen und wird in Kooperation mit dem Goethe-Institut Georgien und dem Tbilisi Photography & Multimedia Museum (TPMM) in Tiflis präsentiert.

Die Ausstellung versammelt 14 Arbeiten aus den vergangenen vier Jahrzehnten und bietet einen umfassenden Einblick in das vielschichtige Werk von Marcel Odenbach – einem der bedeutendsten zeitgenössischen Videokünstler Deutschlands. Kuratiert wurde die Ausstellung von dem Kunsthistoriker Matthias Mühling, derzeit Direktor der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München. Die Auswahl beleuchtet zentrale Themen, die Odenbachs Schaffen seit vielen Jahren prägen: Erinnerungskultur, kollektives Gedächtnis, soziale und politische Konflikte, Identität und Repräsentation.

Odenbach, der von 2011 bis 2022 als Professor an der Kunstakademie Düsseldorf lehrte, ist international vielfach ausgestellt worden und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Sein Werk verbindet persönliche Erfahrungen mit globalen Fragestellungen. Ausgehend von einer Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte – insbesondere dem Erbe des Nationalsozialismus und dessen Nachwirkungen in der Nachkriegsgesellschaft – weitete sich sein Fokus in den 1990er Jahren auf globale Themen wie Krieg, Vertreibung, Migration, Fremdenfeindlichkeit und soziale Ungleichheit aus.

Odenbach schafft Dialoge zwischen historischen und gegenwärtigen Fragestellungen – von der deutschen Geschichte bis zum Völkermord in Ruanda, von Männlichkeitskonstruktionen in der Türkei bis zur Rolle der Frau in Venezuela, von autobiografischen Erinnerungen bis zu universellen Erfahrungen menschlicher Existenz. Seine Video- und Papierarbeiten basieren auf komplexen Collagen aus Archivmaterial, Film- und Fernsehausschnitten sowie eigenen Aufnahmen. Die daraus entstehenden Erzählungen verweben individuelle Perspektiven mit kollektiver Erinnerung und laden die Betrachter*innen zu einer vielschichtigen Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Gegenwart ein.

Im Rahmen der internationalen Tournee ist es ein zentrales Anliegen des ifa, auf die lokalen Diskurse an den jeweiligen Ausstellungsorten einzugehen. Marcel Odenbach wurde eingeladen, an jedem Ort ein Werk besonders hervorzuheben und thematisch mit dem lokalen Kontext zu verbinden. In Tiflis liegt der Fokus auf Fragen zur Erinnerungskultur, gesellschaftlichen Transformation und der Rolle individueller und kollektiver Narrative – Themen von hoher Relevanz im aktuellen georgischen Kontext.


Eröffnung: 18.02.2026, 19:00 Uhr  
Rahmenprogramm: 
18.02.2026, 18:00 Uhr, Führung durch die Ausstellung mit dem Künstler Marcel Odenbach 
19.02.2026, Vortrag, Künstlergespräch

Die Ausstellung wird von einem öffentlichen Begleitprogramm mit Führungen und Künstlergesprächen begleitet, das den Dialog mit dem Publikum fördert und Raum für offene Diskussionen schafft. Weitere internationale Stationen sind in Planung. 


Weitere Informationen zu der Ausstellung auf ifa Agora

 

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