Das ko-kreative Ausstellungsprojekt EVROVIZION crossing stories and spaces  setzt sich mit der aktuellen gesellschaftspolitischen Situation Europas und der Idee einer europäischen Identität auseinander. Im Fokus stehen weniger sichtbare und marginalisierte  geopolitische und kulturelle Räume, insbesondere Orte in Südost- und Osteuropa. Es sind sogenannte Halbperipherien und Orte der Vielfalt, die in vielen internationalen Theoriedebatten und Ausstellungspraktiken eine untergeordnete Rolle einnehmen, wie etwa das multiethnische Sarajevo – die erste Station des Projektes.

In enger Zusammenarbeit mit regionalen Akteurinnen und Akteuren und der jeweiligen lokalen Kunstszene werden während einer mehrjährigen Tournee neue künstlerische Positionen integriert. Ziel ist es, aktuelle gesellschaftspolitische Anforderungen zu reflektieren und ortspezifische Impulse sichtbar zu machen, um eine kontinuierliche und fließende Entwicklung von Dialogräumen zu generieren.

Der Ausstellungstitel EVROVIZION ist ein Konstrukt ähnlicher und doch unterschiedlicher Sprachformen – Eurovisione / Evrovizija / Евровизия  – und symbolisiert die Idee eines potenziellen Miteinanders.

Termine und Stationen

Termine

  • Premiere | Freitag, 25.06.2021
  • Symposium | Samstag, 26.06.2021
  • Finissage | 2027 in Stuttgart/DE und Berlin/DE

Stationen (Städte)

  • Sarajevo/BA
  • Novi Sad/RS
  • Varna/BG
  • Chișinău/MD
  • Athen/GR
  • Nikosia/CY
  • Tiflis/GE
  • Brüssel/BE
  • Krakau/PL
  • Kaliningrad/RU
  • Vilnius/LT

Ausstellungsinstitution

Historijski Muzej Bosne i Hercegovine (Historisches Museum von Bosnien und Herzegowina)

Projekt-Trailer EVROVIZION

Kuratorisches Team

Sanja Kojić Mladenov

Ph.D. Sanja Kojić Mladenov

ist Kunsthistorikerin und hat zahlreiche Ausstellungen und Projekte in Serbien und im Ausland kuratiert. Sie forscht in den Bereichen aktuelle künstlerische Praxis, Neue Medien und Gender. Von 2013 bis 2016 war sie Direktorin des Museums für zeitgenössische Kunst Vojvodina, Novi Sad/RS, seit 2016 ist sie dort als Kuratorin tätig. Sie kuratierte den serbischen Pavillon auf der 54. Biennale in Venedig.

Essay von Sanja Kojić Mladenov zum Download

Künstlerinnen und Künstler

Nevin Aladağ

Nevin Aladağ

erkundet die Grenzen von Objekten und Formen, indem sie mit traditionellen Materialien und Techniken arbeitet. Fragen nach Herkunft und Identität stehen im Zentrum ihrer skulpturalen Interventionen, Performances, Video- und Soundinstallationen.

Igor Bošnjak

Igor Bošnjak

analysiert in seinen Filmen, Videoinstallationen und Fotografien die gesellschaftspolitischen Realitäten auf dem Balkan – den Zusammenhang zwischen historischen Fakten und ihrer verzerrten Überlieferung durch Technologie, persönliche Erinnerung und kollektiven Glauben.

Vajiko Chachkhiani

Vajiko Chachkhiani

kreiert mit subtiler visueller Poesie Schnittstellen zwischen der menschlichen Außen- und Innenwelt. Seine Filme, Skulpturen, Performances, Fotografien und großformatigen Installationen verbinden menschliche Emotionen mit Themen aus Politik, Religion und Literatur.

Lana Čmajčanin

Lana Čmajčanin

befasst sich mit geopolitischer Kartierung, politischen Kontexten und dem weiblichen Körper. In ihren multimedialen Installationen, Objekten und Videoarbeiten erforscht sie zudem strukturelle Gewalt, Erinnerungspolitik, Praktiken nationalistischer Politik und den neoliberalen Umgang mit Traumata.

Johanna Diehl

Johanna Diehl

setzt sich ihren Fotoserien und Filmen mit der Identität des heutigen Europas auseinander. Sie erforscht Leerstellen des kollektiven kulturellen Gedächtnisses, überschriebene Erinnerungen und die "Anwesenheit des Abwesenden". In ihren Fotoserien und Filmen stellt sie Fragen zu Konflikten und Identität in der europäischen Geschichte.

Petrit Halilaj

Petrit Halilaj

Petrit Halilajs Arbeit ist eng mit der Geschichte seiner Heimat, dem Kosovo, und den politischen und kulturellen Spannungen in der Region verbunden. Seine Installationen reflektieren persönliche Erfahrungen, kollektive Erinnerung und intime Prozesse.

Janine Jembere (Foto © Sebastian Bodirsky)

Janine Jembere

arbeitet in den Bereichen Video, Sound, Installation und Performance. Ihre Forschungen und oft kollaborativ entstehenden Arbeiten setzen sich mit Sinnlichkeit und Körperlichkeit auseinander und hinterfragen Konzepte der Übersetzbarkeit, des Ableismus, der Rasse und des Geschlechts.

Henrike Naumann

Henrike Naumann

Henrike Naumanns Installationen reflektieren gesellschaftspolitische Themen anhand von Innenarchitekturen und Wohnräumen. Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Arbeiten sind Radikalisierungsmechanismen -  in Ostdeutschland aufgewachsen, erlebte Henrike Naumann in den 90er Jahren die rechtsextreme Ideologie als dominante Jugendkultur.

Selman

Selma Selman

setzt sich in ihren Zeichnungen, Gemälden, Performances und Multimedia-Installationen für den Schutz des weiblichen Körpers und die kollektive Selbstemanzipation unterdrückter Frauen ein. Als gebürtige Bosnierin mit Roma-Herkunft sind ihre persönlichen Erfahrungen Ausgangspunkt der künstlerischen Arbeiten.

Emilija Škarnulytė (Foto © Monika Penkute)

Emilija Škarnulytė

befasst sich in ihren Filmen und immersiven Videoinstallationen mit "Tiefenzeit" und unsichtbaren Strukturen – von kosmischen und geologischen bis hin zu ökologischen und politischen. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen dem Dokumentarischen und dem Imaginären.

 

Slavs and Tatars

Slavs and Tatars

ist ein Künstlerkollektiv, das sich der Region östlich der ehemaligen Berliner Mauer und westlich der Chinesischen Mauer, bekannt als Eurasien, widmet. Seine Ausstellungen, Publikationen und Lecture Performances basieren auf umfassenden Recherchen und erforschen Sprachen, Rituale und Identitäten.

Adnan Softić

Adnan Softić

thematisiert in seiner interdisziplinären Arbeit historische und politische Erinnerung und untersucht die Beziehung zwischen Architektur und Gewalt, zwischen Erzählung und Exil. Seinen künstlerischen Ansatz beschreibt er als "posttraumatische Unterhaltung".

Essay von Adnan Softić im ifa-Blog

Stimmen aus/zu der Region

Aida Begić

Aida Begić

ist eine bosnische Filmregisseurin und Drehbuchautorin. Ihre poetischen Filme widmen sich persönlichen Geschichten, insbesondere  von Frauen und Kindern. Sie erzählen von der aktuellen Situation der Flüchtlinge, von Kriegsfolgen und Traumata.

 

Amila Ramovic

Ph.D. Amila Ramovic

ist Musikwissenschaftlerin und Kuratorin aus Sarajevo. In den letzten zwanzig Jahren hat sie zahlreiche zeitgenössische Kunstprojekte in Bosnien und Herzegowina und weltweit produziert. Sie ist Hochschuldozentin an der Akademie für Musik und darstellende Künste Sarajevo.

Team ifa

Martin Edelmann

Martin Edelmann

ist Schreiner und Architekt. Seit 2005 arbeitet er als  ifa-Beauftragter und hat seither fünf Kontinente bereist. Für die ifa-Tourneeausstellungen baut er Architekturmodelle, entwickelt Kistensysteme für die reisenden Kunstwerke und ist für den Auf- und Abbau der Ausstellungen verantwortlich.

Manuel Reinartz

Manuel Reinartz

ist sich sicher, dass das ifa-Ausstellungsprojekt "EVROVIZION crossing stories and spaces" einen Dialog über Europa heute und in Zukunft initiieren wird. Er ist als Künstler und Kunstvermittler im Bereich Fotografie und Literatur tätig. Seit 2015 arbeitet er als ifa-Beauftragter für die ifa-Tourneeausstellungen.

Carsten Tabel

Carsten Tabel

freut sich darauf, die Entwicklung der Ausstellung im Laufe der Jahre mitzuerleben und zu sehen, wie sich seine eigenen Perspektiven auf Europa verändern. Er ist Künstler und Kunstvermittler und arbeitet in den Bereichen Film, Performance und Literatur. Seit 2015 arbeitet er als ifa-Beauftragter für die ifa-Tourneeausstellungen.

Tourneeausstellungen weltweit

Mit seinen über 20 laufenden Tourneeausstellungen und seinen vielfältigen Veranstaltungsprogrammen zur zeitgenössischen Kunst verbindet das ifa die deutsche Kunstszene mit internationalen Kulturschaffenden und bildet Kooperationen und Netzwerke. Die vielfach in Ko-Kreation mit Partnerinnen und Partnern vor Ort entwickelten Projekte umfassen verschiedene Disziplinen der modernen und zeitgenössischen Bildenden Kunst – von aktuellen Themen der Architektur, der Fotografie und des Designs über das Bauhaus bis hin zu monografischen Ausstellungen von Rosemarie Trockel oder Wolfgang Tillmans. Sie schaffen lokale Begegnungsplattformen und ermöglichen internationale Perspektiven auf weltweit relevante Themen. Interessierten Museen stellt das ifa darüber hinaus Leihgaben zur Verfügung.

Mehr erfahren

Zum Download:

Überblick über die Tourneeausstellungen 2020 (PDF)

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