
Eröffnung: 03.04.2026
Künstler:innen:
Andreas Exner, Noa Eshkol Eshkol, Uli Fischer, Ruzan Frangulyan, Marcos Grigoryan, Zille Homma Hamid, Heide Hinrichs, Olaf Holzapfel, Christa Jeitner, Davit Kochunts (AHA Collective), Karine Matsakyan, Valentina Maz, Astghik Melkonyan, Eran Schaerf & Eva Meyer, Karen Michelsen Castañón, Lianna Mkrtchyan, Sergei Parajanov, Judith Raum, Samvel Saghatelyan, Silvina Der Meguerditchian, Lucine Talalyan, Tsolak Topchyan, Manan Torosyan, , Ulla von Brandenburg, Elisa van Joolen & Vincent Vulsma, Franz Erhard Walther, Karen Barseghyan, Mariam Aslamazyan und der "Bauhausraum", einem Bildarchiv zur Geschichte der Weberei des Bauhauses in Dessau und Weimar, sowie historischen Textilien aus der Sammlung der Nationalgalerie Armeniens.
Kuratorinnen:
Asya Yaghmurian and Vigen Galstyan (National Gallery of Armenia), Susanne Weiß und Inka Gressel (ifa – Institut für Auslandsbeziehungen)
Eine Kooperation mit der Nationalgalerie Armeniens und dem Goethe Institut Armenien
In Textilien berühren sich Tradition und Gegenwart, Kunst und Kunsthandwerk, treffen lokale Formen des Wissens und globale Beziehungen aufeinander. Es gibt kaum eine Region, in der sich das Textile nicht vielschichtig in die Kultur- und Industriegeschichte eingeschrieben hätte. So erzählt ein Stoff auch davon, welche Materialien wann und wo wichtig wurden, wie Techniken migrierten und sich weiterentwickelten.
Die Ausstellung bringt 13 in Deutschland lebende zeitgenössische Künstler:innen aus der Sammlung des ifa in einen Dialog mit 16 Künstler:innen verschiedener Generationen aus Armenien und der Diaspora.
Die Wanderausstellung kommt nach Stationen in Dresden, Kuwait, Istanbul, Beersheba, Limassol, Thessaloniki, Tunis, Prishtinë, Skopje und Novi Sad nun nach Yerewan. Mit einer großen Bandbreite künstlerischer Strategien und sozio-kultureller Fragestellungen legt die Yerewan-Ausgabe einen besonderen Schwerpunkt auf textile Arbeit und deren geschlechtsspezifische Dimensionen. Sie stellt die anhaltende Wahrnehmung von Textilien als unpolitischen, anonymen und ausschließlich weiblich konnotierten Bereich sozialer Unsichtbarkeit und Häuslichkeit infrage.
Armenien bietet für diese Fragestellungen einen besonders aufschlussreichen Kontext. Als bedeutender Knotenpunkt an der Seidenstraße und als Land, dessen Textilgeschichte vorsowjetische Handwerkstraditionen, sowjetische Industrialisierung und postunabhängigen Kapitalismus umfasst, eröffnet es eine einzigartig asymmetrische Perspektive auf die geschlechtsspezifischen Codierungen textiler Arbeit. In Installationen, Performances, Videoarbeiten, Malerei und Skulptur legen die beteiligten Künstler:innen die verborgenen Strukturen ökonomischer und symbolischer Produktion offen, die nationalistische, patriarchale und koloniale Rahmungen des Mediums prägen.
Begleitet wird die Ausstellung von einem öffentlichen Veranstaltungsprogramm sowie einer Publikation.
Die ifa Agora ist die zentrale Plattform für das Netzwerk, die Sammlung und das Archiv des ifa – Institut für Auslandsbeziehungen im Bereich der Kunst. Sie fungiert als Ort des transkulturellen Austauschs – so wie die Agora im antiken Griechenland als wichtigster Versammlungs- und Marktplatz der Stadt angelegt war. Sie macht die Beziehungen des ifa sichtbar und führt sie online zusammen.
Mit seinen über 20 laufenden Tourneeausstellungen und seinen vielfältigen Veranstaltungsprogrammen zur zeitgenössischen Kunst verbindet das ifa die deutsche Kunstszene mit internationalen Kulturschaffenden und bildet Kooperationen und Netzwerke. Die vielfach in Ko-Kreation mit Partnerinnen und Partnern vor Ort entwickelten Projekte umfassen verschiedene Disziplinen der modernen und zeitgenössischen Bildenden Kunst – von aktuellen Themen der Architektur, der Fotografie und des Designs über das Bauhaus bis hin zu monografischen Ausstellungen von Rosemarie Trockel oder Marcel Odenbach. Sie schaffen lokale Begegnungsplattformen und ermöglichen internationale Perspektiven auf weltweit relevante Themen. Interessierten Museen stellt das ifa darüber hinaus Leihgaben zur Verfügung.