Eine Hand hält einen Beutel mit Samen, eine andere ein Smartphone, auf dem ein Foto von Früchten zu sehen ist

Foto: Leone Contini

SEEDS FOR FUTURE MEMORIES.
Stimmen zwischen den Enden der Migration

ifa-Galerie | Berlin | 11.07.2019 – 18.08.2019

Ausstellung | Die Region um Tambacounda im Südosten des Senegal hat seit Jahren die höchste Migrationsrate in Westafrika. Sie ist zudem eine Art Kreuzungspunkt auf dem gefährlichen Weg nach Mali und weiter nach Agadez und Sabha in Lybien. Weniger als zehn Prozent der Migrantinnen und Migranten erreichen Europa, wo sie schließlich in Flüchtlingscamps stranden. Die anderen sterben während der Reise oder enden in Gefängnissen. Vor zwei Jahren starteten das Künstlerhaus Villa Romana in Florenz und die Thread Residency in Sinthian im südöstlichen Senegal ein gemeinsames Projekt entlang der Route der Migration zwischen Afrika und Europa. Ausgangspunkt war das Fehlen gemeinsamer Narrationen zwischen diesen beiden Enden.

In der Toskana leben seit vielen Jahren Zehntausende Einwohner/innen marokkanischer, senegalesischer oder nigerianischer Herkunft. Die afrikanische Diaspora in Italien umfasst auch die über 300.000 Migrantinnen und Migranten, die die gefährliche Route über das Mittelmeer in den letzten drei Jahren überlebt haben. Wenn man mit einzelnen von ihnen redet, sagen sie oft, dass es nicht wert war, das Risiko der Flucht auf sich zu nehmen. Sie finden in Europa keine Arbeit, die Flucht, die Monate oder Jahre in Flüchtlingscamps waren traumatisch, ihre Einsamkeit in Europa ist zum Teil verheerend.

Das Projekt „Seeds For Future Memories“ untersucht künstlerisch die asymmetrischen historischen und gegenwärtigen Beziehungen zwischen Afrika und Europa mit dem Wunsch, Narrationen zu entdecken und zu entwickeln, die die einseitige Erfindung des „Anderen“ auf beiden Seiten überwinden. Dazu gehört sowohl eine Einbildung des „Westens“, die von Hoffnungen, Stolz, Überlieferungen und familiärem Druck generiert wird, sowie andererseits die Effekte der globalen Neo-Liberalisierung, der schnellen Verstädterung, des Landraubs und der negativen Folgen des Klimawandels. Die beteiligten, von beiden Künstlerresidenzen eingeladenen Künstler/innen verstehen sich dabei als „Transmitter“, die neue Räume des Dialogs öffnen.

Im vergangenen Jahr stellten sich 13 Kunstschaffende den beiden „Enden“ der Migration im Senegal und in Italien. SEEDS FOR FUTURE MEMORIES ist ein unabgeschlossenes Projekt. In Berlin werden nun erste Arbeiten präsentiert, die im Rahmen des Austauschs entstanden sind.

Künstlerinnen und Künstler: Johanna Bramble, Aliou (Badou) Diack, Juan Pablo Macías, Fabrice Monteiro, Mario Pfeifer, Judith Raum, Lerato Shadi

Partner:

FREIRAUM in der Box – Boxhagener Straße 96 (im Hof), 10245 Berlin
11.07.2019 – 17.08.2019
Mittwoch – Samstag 14.00 – 18.00 Uhr
Eröffnung: Mittwoch, 10.07.2019, 19.00 Uhr

Künstlerinnen und Künstler: Aliou (Badou) Diack, Giovanni Hänninen/Alberto Amoretti, Mohamed Keita, Patrick Joel Tatcheda Yonkeu, Justin Randolph Thompson
Begrüßung: Carolina Mojto, Direktorin Freiraum in der Box
Wenn wir einander Gäste wären: Angelika Stepken (Leiterin, Villa Romana, Florenz) und Neggadou (Rapper, Künstler und Aktivist, Tambacounda) führen in das Projekt SEEDS sowie die Situation vor Ort ein.


ACUD MACHT NEU,
Veteranenstraße 21, 10119 Berlin
13.07.2019 – 03.08.2019
Donnerstag – Samstag 14.00 – 19.00 Uhr
Eröffnung: Freitag, 12. Juli 2019, 18.00 Uhr
Konzert : 20.00 Uhr
Jumpin’ from the towel
Justin Randolph Thompson
Jumpin‘ from the towel ist eine Klangarbeit, die soziale Vertreibung und moralische Komplizenschaft im Kontext des Nationalismus untersucht. Das umfunktionierte Pedal einer Orgel, eine Drum-Machine und eine Lap-Steel-Gitarre erzeugen zusammen eine Klanglandschaft, die den Sound der Holy Steel-Tradition mit elektronischen Loops mischt, die sowohl triumphal als auch träge sind. Der Titel der Soundperformance bezieht sich auf Jesse Owens Weitsprung bei der Olympiade in Berlin 1936, bei dem er eine kleine Einbuße an Weite in Kauf nahm, indem er von seinem Handtuch statt von der Absprungmarke aus lossprang.

Künstlerinnen und Künstler: Leone Contini, Fabrice Monteiro, Patrick Joel Tatcheda Yonkeu

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Adresse und Öffnungszeiten
ifa-Galerie Berlin
Linienstraße 139/140
10115 Berlin
Tel. +49 30 284491 40

Dienstag – Sonntag: 14.00 – 18.00 Uhr
Montag und an Feiertagen geschlossen

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