Die diesjährigen Ausstellungen in den beiden ifa-Galerien in Berlin und Stuttgart thematisieren, wie Wissensformen zwischen Generationen, über Grenzen hinweg, durch körperliche Handlungen oder geleitet von algorithmischen Systemen weitergegeben werden sowie zirkulieren. Ein Schwerpunkt des Ausstellungsprogramms liegt auf physischen und digitalen Archiven und Sammlungen als Speicher von Wissen: Wem steht das enthaltene Wissen zur Verfügung? Wie lässt sich Wissen teilen und wie kann es weiterverbreitet werden? Wie kann Wissen als solches über verschiedene Perspektiven und Kontexte vervielfältigt werden? Ein besonderer Fokus gilt auch der Kunstsammlung des ifa, die rund 24.000 Werke umfasst und für eine weltweite Ausstellungstätigkeit der Bundesrepublik Deutschland seit den 1970er Jahren erworben wurden.
Als Teil des Ausstellungs- und Rechercheprojekts PUBLIK MACHEN zeigt die ifa-Galerie Berlin ab dem 26. Juni die Ausstellung Rauschen – Arbeit und Wirken des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR. Ausgangspunkt ist die kritische Aufarbeitung der Geschichte und Sammlung des Zentrums für Kunstausstellungen (ZfK) der DDR, dessen grafischer Sammlungbestand mit rund 10.000 Arbeiten nach der Auflösung der Institution zum 31.12.1990 in den Sammlungsbestand des ifa überging. Damit reflektiert das ifa nicht nur ein zentrales Kapitel der eigenen Geschichte, sondern macht diese Zusammenhänge auch anhand von Werken aus dem ZfK-Kunstbestand sichtbar und erweitert sie durch zeitgenössische künstlerische Positionen. Den thematischen Auftakt bildet die Buchvorstellung der Publikation Spheres of Interest: Zwischen Ost und West: Die ifa-Kunstsammlung im Spiegel künstlerischer Praxis am 20. Februar 2026 in der ifa-Galerie Berlin. Die Auseinandersetzung mit dem Sammlungsbestand wird im Oktober 2026 mit der Ausstellung Handlungskörper (AT) fortgeführt, die die ifa-Kunstsammlung aus einer internationalen, gegenwartsbezogenen Perspektive aktiviert und weiterdenkt.
Weitere Highlights des Programms sind die Ausstellungen Diaspora Wonderland. Fashioning Worlds, die ab dem 27. März in der Berliner Galerie gezeigt wird, und Setting the table im Rahmen des Anstoß – das Kunstkritik-Stipendienprogramm der Jürgen Ponto-Stiftung in Kooperation mit AICA Deutschland, im September in der ifa-Galerie Stuttgart. Beide Projekte beleuchten aus unterschiedlichen Perspektiven diasporische Erfahrungen und Identitäten. In der Ausstellung Dreaming Beyond AI, die ab dem 25. April 2026 in Stuttgart zu sehen ist, entsteht ein kollektiver Raum, in dem neue Erzählformen, Imagination und Spekulationen rund um KI-Technologien in Zirkulation gebracht werden.
Außerdem wird ab dem 13. März die ifa-Tourneeausstellung Wandern in Geschichte. Die Fotografie von Ulrich Wüst in der Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig gezeigt.