Teppich mit Mosaiksteinen

Panta Rhei, 2019 © Hera Büyüktaşcıyan

Neither on the Ground, nor in the Sky

ifa-Galerie Berlin | 29.03.2019 – 30.06.2019

Ausstellung | In der Einzelausstellung zeigt Hera Büyüktaşcıyan ihre neuesten Arbeiten, in denen sie mit poetischen Mitteln die Bedeutung von Migration, kulturellem Erbe, Zugehörigkeit und Vertreibung untersucht. Inspiriert wurde das Projekt von einem Bodenmosaik im Berliner Pergamonmuseum, dem sogenannten Mosaik mit Alexandersittich (160–150 v. Chr.), das aus dem alten Palast von Pergamon, dem heutigen Bergama in der Türkei, stammt. Während Herkunft und Besitz antiker Kunstwerke und von Artefakten aus kolonialen Kontexten derzeit in akademischen und Museumskreisen viel diskutiert werden, fasst Büyüktaşcıyan diese Fragen weiter und nimmt uns mit auf eine Reise durch verschiedene Zeiten und Räume, in die sie universelle Gefühle und Erfahrungen wie Verlust, Identität und Geschichte einbezieht.

Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf ein Stadtviertel, das an die Ausgrabungsstätte in Pergamon angrenzt. Einige Häuser wurden hier auf einer Brücke gebaut und erwecken den Eindruck, als schwebten sie zwischen Himmel und Erde – wie ein Vogel auf einem Baum. Das Vogelmotiv findet sich in Gestalt des Alexandersittichs in mehreren der gezeigten Werke: Wie in dem titelgebenden Video „Neither on the Ground, nor in the Sky“ begleitet und führt er die Besucherinnen und Besucher in dem er zwischen dem heutigen Bergama und den Ruinen des vergangenen Pergamons hin und her flattert.

In der Ausstellung kommt dem Sittich eine mehrdeutige Rolle zu: Er fungiert als Symbol für die Freiheit und verweist aufgrund seiner ikonografischen Geschichte gleichzeitig auf das Motiv der Gefangenschaft. Doch die Künstlerin entlässt den Vogel ins Freie, sodass er das Gelände der Ausgrabungsstätte und die moderne anatolische Stadt erkunden kann. Er wird Zeuge des Wandels der ehemals mächtigen und prunkvollen Stadt zu einem dicht bevölkerten urbanen Zentrum, in dem sich auch heute Spuren dieser Vergangenheit finden lassen. Der Vogel nimmt eine Zeit und einen Raum des Dazwischen ein, einen Grenzbereich, weder am Boden noch am Himmel, weder im Heute noch im Gestern.

Hera Büyüktaşcıyan (geboren 1984 in Istanbul) lebt und arbeitet in Istanbul und Athen. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit Identität, Gedächtnis, Geschichte, Zeit und Raum. Sie greift dabei häufig auf die Metaphorik lokaler Mythen zurück sowie auf historische und ikonografische Elemente der verschiedenen Regionen, um Ungesagtes zur Sprache zu bringen. Ein in ihrem Werk immer wiederkehrendes Motiv ist Wasser. Zu ihren letzten Ausstellungen gehören: “Dhaka Art Summit” (2018); FIAC, Paris (2017); „Freundschaftsspiel Istanbul: Freiburg“, Museum für Neue Kunst, Freiburg (2016); „Istanbul. Passion, Joy, Fury”, MAXXI, Rom (2015); “Saltwater”, 14. Istanbul Biennale (2015); “Armenity”, Armenischer Pavillon, 56. Biennale in Venedig (2015).

Nat Muller lebt und arbeitet als freie Kuratorin und Autorin in Birmingham und Amsterdam. Sie publizierte umfangreich zur Kunst im Nahen Osten und kuratierte Filmprogramme u. a. für das International Filmfestival Rotterdam, das Norwegian Short Film Festival und die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen. Zu ihren letzten Ausstellungen gehören „Spectral Imprints“ für den Abraaj Group Art Prize, Dubai (2012); “This is the Time. This is the Record of the Time”, Stedelijk Museum, Amsterdam und American University of Beirut Gallery, Beirut (2014/15); “Pattern Recognition” für die Qalandiya International, Ramallah und The Mosaic Rooms, London. Nat Muller wurde zur Kuratorin des dänischen Pavillons auf der 58. Biennale in Venedig ernannt. Sie ist derzeit Doktorandin an der Birmingham City University mit einem Stipendium des Arts & Humanities Research Council.

Programm

Vortrag | Seferis in Pergamon: Mythos, Geschichte und Archäologie
26.04.2019 | 19.00 – 20.00 Uhr

Die Ausstellung Neither on the Ground, nor in the Sky wird unterstützt von SAHA Dernegi.

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Adresse und Öffnungszeiten
ifa-Galerie Berlin
Linienstraße 139/140
D-10115 Berlin
Tel. +49.30.284491.40

Dienstag – Sonntag: 14:00 – 18:00 Uhr
Montag und an Feiertagen geschlossen

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