Wissensräume, die bleiben

18.06.2018
Kategorie: Nachrichten, akbp, Kunst- und Kulturaustausch  
Bernd Thum beim WIKA-Workshop 2013; Foto: ifa

Bernd Thum beim WIKA-Workshop 2013; Foto: ifa

Am Samstag, den 16. Juni 2018, ist der germanistische Mediävist und Kulturwissenschaftler Bernd Thum gestorben. Der emeritierte Professor und Gründungspräsident der Stiftung "Wissensraum Europa – Mittelmeer" erlag im Alter von 78 Jahren in Heidelberg seiner Krankheit.

Thum engagierte sich zeit seines Lebens für einen kulturellen Dialog im Mittelmeerraum, den er als "verdichteten Kommunikationsraum" verstand. Der kulturelle und wissenschaftliche Austausch zwischen Nord und Süd sowie die Entwicklung eines "euro-mediterranen Wissensraums" lagen ihm besonders am Herzen. So war es ihm ein besonderes Anliegen, in Europa, im südlichen und östlichen Mittelmeerraum und in Afrika südlich der Sahara gemeinsame Wissensinhalte und Wissensstrukturen entstehen zu lassen, wodurch er wichtige und neue Impulse in der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik setzte. Von 2007 bis 2013 war Bernd Thum Vorsitzender des Wissenschaftlichen Initiativkreises Kultur und Außenpolitik am ifa. 2013 wurde er in den wissenschaftlichen Beirat des ifa-Forschungsprogramms "Kultur und Außenpolitik" berufen.

Bernd Thum war Professor am Karlsruher Institut für Technologie. Er promovierte 1968 an der Universität Heidelberg und habilitierte sich 1976 in Karlsruhe. Nach seiner Emeritierung baute er 2007 ein Netzwerk von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Deutschland und dem Maghreb auf, das sich unter anderem mit der Wissenschaftskommunikation befasste. Auf dessen Grundlage gründete Thum 2010 mit Unterstützung des ifa die Stiftung "Wissensraum Europa-Mittelmeer".