Leitfaden für Kulturerbe

15.05.2018
Kategorie: Nachrichten, Nachrichten  
Foto: Jean-Pierre Dalbéra (CC BY 2.0) via Flickr

Foto: Jean-Pierre Dalbéra (CC BY 2.0) via Flickr

Gestern hat der Deutsche Museumsbund, kurz DMB, gemeinsam mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters in Berlin den "Leitfaden zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten" vorgestellt. Das Dokument enthält Informationen zur kolonialen Vergangenheit Deutschlands, zur Provenienzforschung sowie zum Umgang mit Rückgabeforderungen. Es soll Sammlern und Museen die Einordung von Sammlungsgegenständen und die museale Arbeit erleichtern.

Die Provenienzforschung ist für Monika Grütters ein wichtiges Anliegen: "Es ist mein Ziel, in dieser Legislaturperiode Grundsätze für den Umgang mit Kulturgütern aus kolonialen Kontexten in Sammlungen und Museen zu erarbeiten." Viel zu lange sei die Kolonialgeschichte Deutschlands in der kollektiven Erinnerung ausgeblendet worden. Grütters möchte nun Klarheit über Herkunfts- und Besitzverhältnisse schaffen. Damit möchte sie den Austausch und den Dialog mit Menschen aus ehemaligen Kolonien auf Augenhöhe fördern und somit ein positives Bild von Deutschland stärken.

An dem Leitfaden arbeitete eine 14-köpfige Arbeitsgruppe unter der Leitung der Direktorin des Bremer Überseemuseums, Wiebke Ahrndt, und des Präsenten des DMB, Eckart Köhne. 

Kommenden Freitag veranstaltet das Hamburger Museum für Völkerkunde eine Podiumsdiskussion zum Umgang mit kolonialem Erbe und kultureller Zusammenarbeit. Mit internationalen Experten wird unter anderem über die Zusammenarbeit mit Afrika diskutiert, die auch ein Ziel im Koalitionsvertrag der Bundesregierung ist.