Wura-Natasha Ogunji: Sweep, 2011, Performance, Abuja; © Wura-Natasha Ogunji
Wura-Natasha Ogunji: Sweep, 2011, Performance, Abuja; © Wura-Natasha Ogunji

UNTIE TO TIE

Mit dem transdisziplinären Projekt "Untie to Tie" (2017–2020) lädt die ifa-Galerie Berlin zu einem Diskurs über koloniale Vermächtnisse, Bewegung, Migration und Umwelt ein. Als ein Ort der Begegnung fungiert die ifa-Galerie Berlin als Plattform für subjektive Positionen und Strategien, die den Status quo und die Konstruktion einer normativen Universalität infrage stellen. Der erste Programmschwerpunkt "Über koloniale Vermächtnisse und zeitgenössische Gesellschaften" (2017–2018) untersuchte die Auswirkungen kolonialer Strukturen, die seit jeher die modernen Gesellschaften formten und auch heute noch unsere globalen Realitäten und unseren Alltag beeinflussen. Hier knüpft der zweite Abschnitt "Movement.Bewegung" (2018–2019) an und begreift Vielfalt und Pluralität als wesentliche Gestaltungsmerkmale, dank derer die Gegenwart als eine sich ständig verändernde Realität wahrnehmbar wird. Das Programm fordert dazu auf, über mentale und territoriale koloniale Grenzen hinweg zu denken. Bewegung und Migration werden als natürliche, andauernde Phänomene verstanden, als emanzipatorische Prozesse, die zwischenmenschliche Interaktionen fördern. Die vier Ausstellungen des zweiten Programmschwerpunkts "Movement.Bewegung" werden begleitet von einem öffentlichen Programm, das seinen Fokus auf Performances, Klangkunst und Theater setzt.

Lesestation 

Der Leseraum "Center of unfinished business" stellt Literatur über koloniale Hinterlassenschaften bereit, darunter Leihgaben der Berliner Bibliothek Each One Teach One. Die Macherinnen des Onlineportals C& laden zu Lesungen, Diskussionsveranstaltungen und Performances ein.

Hörstation 

Saout Radio erforscht das Universum der Klangkunst. "Sonic Panoramas" besteht aus einer Hörstation in der Galerie und Radiosendungen, die durch Reboot.fm und Radio Corax in Deutschland ausgestrahlt werden, weltweit etwa auf Radio Panik in Brüssel und Radio Tsonami in Chile.

Schallplatte mit weißer Hülle vor einer Wand
Geraldine Juárez, Wealth Transfer, 2013. 7" Dubplate. Edition of 1. Courtesy of the artist

For the Record

Die Ausstellung "For the Record" präsentiert Künstlerinnen und Künstler, die Musik als diskursiven Raum verstehen, innerhalb dessen eigene Erfahrungen artikuliert und gesellschaftliche Verhältnisse unter den fortdauernden kolonialen, imperialen und kapitalistischen Bedingungen behandelt werden.

Bunte Kabel auf Holztisch
Foto: Victoria Tomaschko, media resistance, Soundwerkstatt

Interloop

Mit INTERLOOP blickt die ifa-Galerie Berlin zurück auf das Recherche und Ausstellungsprogramm "Untie to Tie – Über koloniale Vermächtnisse und zeitgenössische Gesellschaften". Die Ausstellung gibt Einblick in die Prozesse "hinter den Kulissen", teilt die Erfahrungen und Erkenntnisse und bringt sie in neue Konstellationen.

Louis Henderson, research image for "Evidence of Things Unseen but Heard", 2018, photographic negatives of the St. Paul's Riots 1980, courtesy: Bristol Archives, ref. 43129/Lib/StP/1/1/2
Louis Henderson, research image for "Evidence of Things Unseen but Heard", 2018, photographic negatives of the St. Paul's Riots 1980, courtesy: Bristol Archives, ref. 43129/Lib/StP/1/1/2

Über Aufstände und Widerstand

Kapitel 4 von "Untie to Tie" geht den strukturellen Bedingungen des Aufstands nach. Es beleuchtet die sich wandelnde Ökonomie und die mit der kollektiven Handlungsmacht des Demos verbundenen Ängste.  Die künstlerischen und sozialen Praktiken erkunden die komplexe Realität staatlich gelenkter Spaltungen von Kommunen, von rassistischer Gewalt, jüngster Genozide und von polizeilicher Kontrolle.

Wura-Natasha Ogunji: If I loved you, 2017, performance, New African Photography Exhibition, Red Hook Labs, New York; Foto: Miria-Sabina Maciagiewicz, © Wura-Natasha Ogunji
Wura-Natasha Ogunji: If I loved you, 2017, © Wura-Natasha Ogunji

Every Mask I Ever Loved

Kapitel 3 des Projekts "Untie to Tie" ist dem intersektionalen Feminismus gewidmet, der sich mit der Frage beschäftigt, wie sich überlappende Identitäten – darunter "Rasse", Klasse, ethnische Zugehörigkeit, Religion und sexuelle Orientierung – auf die Unterdrückungs- und Diskriminierungserfahrungen von Frauen auswirken.

Sofía Gallisá Muriente: B-Roll; © Sofía Gallisá Muriente
Sofía Gallisá Muriente: B-Roll; © Sofía Gallisá Muriente

Vorsicht Stufe / Kopf weg

Die Positionen im zweiten Kapitel setzen sich den kolonialen Vermächtnissen in der urbanen Kultur entgegen und beleuchten ihr Potenzial, den vorherrschenden Strukturen und Politiken entgegenzuwirken. Die Pluralität von Standpunkten und erzählerischen Stimmen erweitert die eurozentrischen Narrative und bietet starke Gegenpositionen.

Michiel Van Balen (CC BY 2.0) via Flickr
Michiel Van Balen (CC BY 2.0) via Flickr

Kolmanskop Dream

Das erste Kapitel ist der globalen Verbundenheit gewidmet und nimmt den "Tout Monde"-Gedanken des Dichters und Philosophen Edouard Glissant als Ausgangpunkt: die Welt als Mosaik aus individuellen Positionen, verbunden mit einer beschleunigten Interaktion zwischen Sprachen, Kulturen und Gesellschaften. 

Gallery reflections #1. Urban Decolonisation and Diasporic Formations

Ein Gespräch zwischen Dr. Noa Ha, TU Berlin, Trang Tran Thu, Berlin Asian Film Network, und Dr. Jonas Tinius, HU Berlin.

Kooperationspartner

Contemporary &
Each one teach one
musagetes
Saout Radio