Ländliches Wohnhaus des Architekten Angels Castellarnau Visus in Ayerbe, Spanien
Angels Castellarnau Visus – Ländliches Wohnhaus, Ayerbe, Spanien, 2014; Foto: Angels Castellarnau Visus

Lehmarchitektur heute

Ein traditioneller Werkstoff für die Zukunft

Lehmbauten finden sich in allen Epochen rund um den Globus: Die chinesische Mauer wurde vor 4.000 Jahren zunächst aus Stampflehm erbaut, zahlreiche Moscheen in Mali und Iran, die Wohnbauten der Pueblo-Indianer in New Mexico oder die Altstadt von Shibam in Jemen gehören zum Weltkulturerbe, das höchste massive Lehmhaus Mitteleuropas ist fünfgeschossig und wurde 1828 in Weilburg an der Lahn gebaut: Lehmarchitektur ist Teil Unseres kulturellen Erbes! Lehm, eine Mischung aus lokalem Ton und Sand, reguliert die Luftfeuchtigkeit, speichert Wärme, spart Energie und Transportkosten, ist wiederverwendbar und eignet sich für den Selbstbau. Die Vorzüge gegenüber Beton liegen in der Energie- und Kostenersparnis sowie im ausgeglichenen Raumklima; aus diesen Gründen sollte Lehm als Baustoff auch in den nördlichen Industrieländern eine Renaissance erleben. Die Ausstellung zeigt 40 Projekte, welche mit dem TERRA Award ausgezeichnet wurden. Der Preis wurde erstmals 2016 durch CRAterre (Centre international de la construction en terre) und dem Forschungs- und Experimentierzentrum amàco vergeben. Kriterien waren nicht nur die architektonische Qualität, sondern auch Ortsspezifität sowie Einsatz und Weiterentwicklung traditioneller Techniken. Die ausgezeichneten Projekte reichen von der Rekonstruktion eines durch Erdbeben zerstörten Dorfes in China und einer zeitgenössischen Interpretation des lokalen Sippenhauses bis hin zum Ricola–Kräuterzentrum von Herzog & de Meuron in der Schweiz, vom privaten Wohnhaus in Darmstadt bis zu Schulbauten in Bangladesch und China. Mit der Auswahl und Präsentation herausragender zeitgenössischer Bauten beginnt die Zukunft des Kulturerbes Lehmbau. In Kooperation mit dem Studiengang IUSD (Integrated Urbanism & Sustainable Design) der Universität Stuttgart und internationalen Studierenden werden wir in einem Workshop haptische, begehbare und begreifbare Lehmarchitekturelemente herstellen, die in der Reihung verschiedene Erden, Farben und Oberflächen aufweisen. Die Voraussetzung für die Vielfalt und Schönheit von Lehmarchitektur ist das breite Spektrum an Farben, das die Erde an jedem einzelnen Ort aufweist: Der Künstler herman de vries hat über Jahre hinweg an verschiedenen Orten weltweit Erdproben gesammelt, auf Papier ausgerieben und die Farbigkeit von Erde sinnlich veranschaulicht.

Projekte

Kooperationspartner 

Logo der Organisation "Architekturnovember"
Logo conluto
Logo claytec
Logo craterre
Logo des institut français Stuttgart
Logo der "Agence Museo"
Logo amàco

ifa-Galerie Stuttgart

Charlottenplatz 17
70173 Stuttgart
Tel. +49.711.2225.161
alber(at)ifa.de

Dienstag – Sonntag 12 – 18 Uhr
Montag und an Feiertagen geschlossen

19. Oktober 2018 – 6. Januar 2019

Logo des Europäischen Kulturerbejahrs 2018

Veranstaltungen

25.10.2018, 16:30 Uhr - 17:30 Uhr | ifa-Galerie Stuttgart
Lehmarchitektur heute
Führung mit Kunstgespräch durch die Ausstellung mit der Kunsthistorikerin Andrea Welz
30.10.2018, 12:15 Uhr - 13:45 Uhr | ifa-Galerie Stuttgart
Kunstaktion „Untergrund Stuttgart“
Workshop mit Teilnehmer/-innen des Kinder- und Familienzentrums Rosenstein
09.11.2018, 16:30 Uhr - 17:30 Uhr | ifa-Galerie Stuttgart
Lehmarchitektur heute
Führung mit Kunstgespräch durch die Ausstellung mit der Kunsthistorikerin Andrea Welz
11.11.2018, 16:00 Uhr - 17:30 Uhr | ifa-Galerie Stuttgart
Kunstaktion "Untergrund Stuttgart"
Workshop für Jugendliche von und mit Menja Stevenson und Hartmut Landauer
15.11.2018, 19:00 Uhr - 20:00 Uhr | ifa Stuttgart Weltraum
Lehmarchitektur heute: Ein traditionsreicher Baustoff wird neu entdeckt
Vortrag von Dominique Gauzin-Müller
13.12.2018, 16:30 Uhr - 17:30 Uhr | ifa-Galerie Stuttgart
Lehmarchitektur heute
Führung mit Kunstgespräch durch die Ausstellung mit der Kunsthistorikerin Andrea Welz