The Event of a Thread | Das Ereignis eines Fadens

Uli Fischer

Uli Fischer (*1953) lebt und arbeitet in Berlin. Er studierte Textildesign an der Fachhochschule für Gestaltung Hannover und Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Anfang der 1980er-Jahre lebte er in den USA, war Student an der UCLA, Los Angeles, und arbeitete als Kolorist. In Berlin verfolgte er ab 2004 weiterhin seine Studien der Farbfeldmalerei und arbeitete parallel am Theater und für den Film als Szenenbildner und Set-Dekorateur. Seit Anfang der 1990er bereist er Asien, wo er erstmals in Kontakt mit animistisch geprägten Kultobjekten kam, sein besonderes Interesse gilt dabei den alten traditionellen Textilien. Kultischer und sozialer Hintergrund, Patina und Gebrauchsspuren stehen von nun an im Fokus seines Interesses und wurden ab 2008 zum materiellen Medium in seinen künstlerischen Arbeiten. Seitdem hat er an Ausstellungen u.a. in Hangzhou, Wien, London und Paris teilgenommen. 2016 erhielt er eine Ausstellung im Heidelberger Kunstverein.

Uli Fischer: Rising Spirit, 2014, historisches Leinen und Hanf, Seide, Leinen und Papier, genäht auf Leinen, auf Acoustic Shape; Foto: Uwe Walther, © Uli Fischer
Rising Spirit, 2014
Uli Fischer: Indigo Aurora, 2011, Historische Baumwolle (Indigo Färbung) genäht auf Baumwolle auf Keilrahmen (2-teilig); Foto: Uwe Walther, © Uli Fischer
Indigo Aurora, 2011
Uli Fischer: Masse, 2010, mixed Media, Rohseide, Kunstseide, genäht auf Baumwolle, Papiercollage, Acryl; Foto: Uwe Walther, © Uli Fischer
Masse, 2010

Verschiedene (auch historische) Stoffe, genäht auf unterschiedliche Elemente; Fotos: Uwe Walter, © Uli Fischer

Suchen und finden, berühren, sehen, anwenden, anordnen, zusammenstellen, herausstellen, nähen, auftrennen. Uli Fischer wirkt als Verwandler. Seine Bildobjekte, für die er historische Stoffe aus der ganzen Welt verwendet, holen vor allem das bildnerische Wesen von textilem Material auf die Leinwand. Die von ihm ausgewählten Stoffe tragen Spuren von Zeit und Geschichte, seien es Fragmente indigogefärbter Futons aus den 1920-er Jahren oder Kleidungsstücke und Stoffe, die in Ritualen genutzt wurden. Er verfolgt das Verlangen nach Abstraktion mit der Sensibilität eines Malers. Seine Werke offenbaren die (Ab-)Nutzungsspuren, die dem Material innewohnen und betonen auf diese Weise die in ihnen spürbaren Bedeutungen.

http://www.uli-fischer.com