The Event of a Thread | Das Ereignis eines Fadens

Olaf Holzapfel

Olaf Holzapfel (*1967) lebt und arbeitet in Berlin. Zwischen 1996 und 2001 studierte er Malerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Es folgten Artists-in-Residence-Aufenthalte am National Institute of Design in Ahmedabad und an der Columbia University New York. 2006 bis 2008 war er Gastprofessor an der Staatlichen Akademie der Künste Karlsruhe sowie 2008 bis 2010 an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg. In seiner Arbeit untersucht er die Verbindung von Technologie und Natur. Er verwendet vorwiegend natürliche Materialien, die für die Menschen, die mit ihnen leben, eine symbolische Bedeutung besitzen. Seine Skulpturen beziehen sich auf die Landschaft und Lebensweisen in situ sowie ortsspezifische Techniken. Einzelausstellungen waren u.a. im Kunstmuseum Bochum; dem Mishkan Museum of Art, Ein Harod; dem Museo de Arte Contemporáneo in Santiago de Chile (mit Sebastian Preece); dem Palais de Glace in Buenos Aires; der Galerie im Taxispalais in Innsbruck; der Max Wigram Gallery, London; bei Daniel Marzona Berlin und der Galerie Gebr. Lehmann in Dresden zu sehen. Seine Arbeit wurde in die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden aufgenommen. 2014 erhielt er den Gerhard-Altenbourg Preis. 2017 ist er Künstler der documenta 14 in Athen und Kassel.

Olaf Holzapfel: Chaguarbild (10), 2012-2015, Chaguar, Naturfarben, gefertigt von den Handwerkerinnen der Wichi Gemeinde im Norden Argentiniens; Foto: Uwe Walther, © Olaf Holzapfel
Chaguarbild (10), 2012-2015
Olaf Holzapfel: Chaguarbild (5), 2011-2014, Chaguar, Naturfarben, gefertigt von den Handwerkerinnen der Wichi Gemeinde im Norden Argentiniens; Foto: Uwe Walther, © Olaf Holzapfel
Chaguarbild (5), 2011-2014

Chaguar, Naturfarben, gefertigt von den Handwerkerinnen der indigenen Wichi-Gemeinschaft (Argentinien); Fotos: Uwe Walter, © Olaf Holzapfel

Olaf Holzapfel interessiert sich für den spezifischen Gebrauch lokaler Handwerkstechniken und Materialien sowie ihre konkreten Formverläufe. Er arbeitet mit Handwerkern zusammen, um im gemeinsamen Herstellen die Praktiken und Formen zu verstehen, zu gestalten und zu transformieren. Die textilen Arbeiten entstanden in Zusammenarbeit mit den Frauen der Wichi-Gemeinde im Norden Argentiniens aus Chaguar, einer Pflanze, deren Fasern traditionell zu Taschen oder Ponchos verwoben werden. Er bat die Handwerkerinnen seine computergenerierten abstrakten Designs in ihre visuelle Sprache und Motive zu übersetzen. Ihre Zusammenarbeit erfolgte im Austausch, über die Arbeit selbst, über den Bildfindungsprozess. Sie kommunizieren visuell miteinander, indem sie versuchen, Techniken, Bildkonzepte und den Bildraum einander näherzubringen. Auf diese Weise haben sich Teile ihrer Sicht auf die Welt in das Gewebe eingeschrieben. Die Zusammenarbeit war für beide Seiten eine Chance, etwas voneinander zu erfahren und zu lernen.

http://olafholzapfel.de