Themenkomplex Sicherheit

Ein Mann steht neben einer aufblasbaren Palme auf einem zugefrorenen See, umgeben von Bäumen
Sicherheit als fragiles Moment der Außenpolitik in Zeiten globaler Unsicherheit. Schutz zivilgesellschaftlicher Akteur:innen und Künstler:innen ist aktuell wichtiger denn je. Foto: Performance Akademie Schloss Solitude, Mukenge/Schellhammer, 2021, ©Mukenge/Schellhammer

Kulturaustausch schafft Sicherheit

Ob Krisenprävention, Schutz von Kulturerbe oder Demokratieförderung: Kultur und Bildung sind zentrale Instrumente einer friedensorientierten Außenpolitik. Das ifa zeigt, wie kulturelle Arbeit zur globalen Stabilität beiträgt.

Sicherheit ist heute mehr als militärische Abschreckung oder geopolitische Strategie. Sie entsteht ebenso im kulturellen Raum – dort, wo Menschen einander begegnen, Vertrauen aufbauen und gemeinsame Werte verhandeln. Kulturelle Bildung, Dialogformate und internationale Austauschprogramme schaffen Grundlagen für Frieden, gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Stabilität. Sie bilden damit einen Kern moderner Sicherheitsarchitekturen.

Die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik (AKBP) begreift Kultur deshalb als zentrale Ressource langfristiger Krisenprävention und gesellschaftlicher Resilienz. Als Mittlerorganisation stärkt das ifa – Institut für Auslands­beziehungen internationale Kulturbeziehungen, fördert Kooperationen zwischen Zivilgesellschaften und schafft sichere Räume, in denen Verständigung entstehen kann.

Zugleich schützt das ifa weltweit künstlerische Freiheit, unterstützt gefährdete Künstler:innen und Kulturtätige und stärkt zivilgesellschaftliche Initiativen in fragilen Kontexten. Durch Schutzprogramme, Forschung und internationale Netzwerke trägt das ifa dazu bei, kulturelle Rechte zu sichern und demokratische Handlungsspielräume auszubauen.

So wird Kultur zu einem strategischen Faktor globaler Sicherheit: als Motor für interkulturellen Dialog, als Schutzraum für bedrohte Stimmen und als Impulsgeber für Demokratieförderung, nachhaltigen gesellschaftlichen Wandel und eine starke Zivilgesellschaft.

Kultur und Bildung als Bestandteile für eine ganzheitliche Sicherheitsstrategie: Maßnahmen

Kultur und Bildung leisten einen entscheidenden Beitrag zur Krisenprävention, zum Schutz gefährdeter Akteur:innen und zur Stärkung demokratischer Strukturen.

Das ifa sieht für eine ganzheitliche Sicherheitsstrategie folgende Maßnahmen vor, die im weiteren Verlauf näher ausgeführt werden:

  • den interkulturellen Dialog systematisch zu fördern,
  • Schutzprogramme für gefährdete Künstler:innen auszubauen,
  • zivilgesellschaftliche Netzwerke zu stärken,
  • Forschungserkenntnisse in politische Strategien zu überführen und
  • nachhaltige, langfristig finanzierte Programme zu implementieren.

Zivile Krisenprävention durch interkulturellen Dialog

Interkultureller Dialog ist ein wirkungsvolles Instrument ziviler Krisenprävention, weil er verbindet und Verständnis schafft, wo Misstrauen oder Feindbilder dominieren. In Konfliktregionen ermöglicht Kulturarbeit Begegnung auf Augenhöhe und stärkt gesellschaftliche Resilienz, indem sie Austausch, Teilhabe und kreative Kooperation fördert.

Die ifa-Studie "Kulturtätige aus Belarus, Russland und der Ukraine" zeigt eindrücklich, wie transnationale Zusammen­arbeit trotz Krieg, Repressionen und Exil fortbesteht. Sie beleuchtet Herausforderungen wie Traumatisierung, büro­kratische Hürden, digitale Sicherheit und politische Risiken. Die Studie macht zugleich deutlich, welche Potenziale in gemeinsamer Kulturarbeit liegen und empfiehlt u. a. den vor allem finanziellen Ausbau von Schutz- und Förderpro­grammen, die stärkere Einbindung von Diaspora-Gruppen sowie den systematischen Aufbau stabiler transnationaler Netzwerke.

Tigran Amiryan, Semiologe, Gründer und Direktor des Cultural and Social Narratives Laboratory, erweitert diese Perspektive in seiner Studie "Die 'Umsiedlung' der russischen Kulturszene" um die kulturellen und politischen Strukturen in Armenien und Georgien. Er zeigt, wie Migration kulturelle Praktiken und Narrative verändert, wie neue Partnerschaften entstehen und wo gleichzeitig Spannungsfelder sichtbar werden.

In der Podcastfolge "Russian Cultural Actors in the Southern Caucasus" vertieft Amiryan diese Beobachtungen und führt sie mit konkreten Beispielen aus seiner Forschung zusammen. Er macht deutlich, wie stark politische Rahmenbeding­ungen, historische Konflikte und postimperiale Narrative die Zusammenarbeit zwischen lokalen und migrierten Kulturschaffenden beeinflussen. Gerade im südkaukasischen Kontext zeigt sich, wie fragil Dialogprozesse sein können – und warum kulturelle Rechte, transparente Integrationsregeln und langfristig moderierte Austauschräume entscheidend sind, damit Kooperation gelingt, ohne lokale Gemeinschaften zu marginalisieren.

Investitionen im Kulturbereich und in die Voraussetzungen, die es den Menschen ermöglichen, uneingeschränkt am kulturellen Leben teilzunehmen, sind notwendig,
um kulturelle Demokratien zu schaffen. Dadurch wird bürgerliches Engagement, ein­schließlich des Engagements für den Frieden, gefördert.

Karima Bennoune, Lewis M. Simes Professorin für Rechtswissenschaften, University of Michigan Law School, USA

Die zentralen Erkenntnisse der ICRRA-Konferenz "Culture in Security" unterstreichen darüber hinaus die strategische Bedeutung von Kulturarbeit für globale Sicherheit. Kunst, kulturelles Erbe und zivilgesellschaftliche Kooperation tragen messbar zu Friedensförderung, der Einhaltung von Menschenrechten und Resilienz in fragilen Gesellschaften bei. Der Policy Brief "Kulturpolitik in Europa für freie und demokratische Gesellschaften gestalten" betont, dass kulturelle Teilhabe für alle zugänglich sein muss: Kultur ist kein Luxusgut, sondern eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Sie fördert sozialen Zusammenhalt, stärkt die Fähigkeit, mit Unterschieden konstruktiv umzugehen, und sollte daher als eine Frage der nationalen Sicherheit betrachtet werden.

Das ifa setzt diese Erkenntnisse in seinen Projekten praktisch um – zum Beispiel durch das CrossCulture Programm (CCP) und das Förderprogramm zivik.
Beide Programme stärken lokale Partnerorganisationen, fördern Austausch und Dialog. Darüber hinaus unterstützen sie zivilgesellschaftliche Akteur:innen dabei, in Krisenkontexten handlungsfähig zu bleiben. Damit verankert das ifa Kultur als wirksames Instru­ment der zivilen Konfliktbearbeitung und macht interkulturellen Dialog zu einem zentralen Baustein nachhaltiger Sicherheitspolitik.

Schutzräume für gefährdete Künstler:innen und Kulturtätige

Weltweit sind Künstler:innen durch Krieg, Extremismus, staatliche Repression oder die Folgen der Klimakrise bedroht. In solchen Kontexten werden Schutzräume und gezielte Förderprogramme zu wichtigen Instrumenten, um künstlerische Arbeit zu sichern und Kunstfreiheit zu bewahren.

Die Martin Roth-Initiative (MRI) bietet temporären Schutz für bedrohte Künstler:innen und Kulturtätige und ermöglicht ihnen, ihre Arbeit unter sicheren Bedingungen fortzusetzen. Ähnlich unterstützt die Elisabeth-Selbert-Initiative (ESI) gefährdete Menschenrechtsverteidi­ger:innen indem sie ihnen einen sicheren Ort für die Bewältigung von Traumata und berufliche Weiterbildung bietet. Das ifa leistet damit einen entscheidenden Beitrag zur Stärkung der Zivilgesellschaft und ihrer kulturellen Rechte. 

Wie können neu zugewanderte Künstler:innen aus Ländern mit eingeschränkter Kunst- und Meinungsfreiheit in Deutschland Fuß fassen? Die ifa-Studie "Lernen von der Diaspora" von Serap Yılmaz-Dreger und Lisa Bogerts macht deutlich, dass Diaspora-Gemeinschaften eine entscheidende Rolle für die kreative Weiterarbeit und Integration neu zugewanderter Künstler:innen spielen. Internationale Schutzprogramme wie die MRI oder ESI bieten dabei einen wichtigen temporären Rückhalt. Die Autor:innen der Studie betonen darüber hinaus die Notwendigkeit nachhaltiger, langfristiger und leicht zugänglicher Förderstrukturen, um prekäre Arbeitsbedingungen zu überwinden und stabile Perspektiven zu bieten.

Einblicke in diese Herausforderungen geben Yılmaz-Dreger und Bogerts auch in ihrer Folge des "Die Kulturmittler:innen" Podcasts: Sie erläutern, welche Unterstützung Künstler:innen vor und nach der Ankunft benötigen – von sicherem Aufenthalt über Rechtsberatung und psychologischer Hilfe bis hin zu verlässlichen Netzwerken. Diese sollen Orientierung bieten, realistische Erwartungen schaffen und kreative Selbstständigkeit ermöglichen. Die Folge zeigt eindrücklich, warum Diaspora-Gemeinschaften gerade nach der Neuankunft unverzichtbare Brückenbauer sind und wie Förderprogramme gemeinsam mit diesen Communities nachhaltiger gestaltet werden können.

Ankommende wollen vor allem 'normal' in ihrem Beruf weiterarbeiten und ihren eigenen Lebensunterhalt verdienen können und dabei in soziale und professionelle Netzwerke eingebunden sein. Um dies zu ermöglichen, scheint es angebrachter, von selbstermächtigenden 'Möglichkeiten' zu sprechen als von 'Unterstützung'.

Lisa Bogerts (Protest- und Konfliktforscherin), Serap Yılmaz-Dreger (Soziologin)

Die Studie "Das fragile Gefüge der künstlerischen Freiheit" weist auf globale Schutzlücken, die Abhängigkeit von Fördermitteln und den fragilen Informations­austausch zwischen NGOs, Künstler:innen und internationalen Organisationen hin. Sie zeigt zugleich positive Entwicklungen im Monitoring künstlerischer Freiheit auf. Zudem beleuchtet die Podcastfolge "Self-Censor­ship in the Arts" mit Sverre Pedersen, wie Bedrohungen und Unsicherheiten zu Selbstzensur führen und welche Strategien Künstler:innen entwickeln, um ihre künstlerische Freiheit dennoch zu wahren.

Der Ansatz des ifa ist, dass Schutz nicht nur temporäre Sicherheit bedeuten darf: Starke Netzwerke, transnationale Kooperationen und nachhaltige Förderstrukturen sind entscheidend, damit gefährdete Kulturschaffende langfristig in lokale und internationale Kultur- und Demokratienetzwerke integriert werden können.

Extremismusprävention und Demokratieförderung durch Stärkung zivilgesellschaftlicher Akteure

Kunst, Kultur und zivilgesellschaftliches Engagement sind zentrale Instrumente, um extremistischen Tendenzen entgegenzuwirken und demokratische Strukturen zu stärken. Durch kreative Formate und Austauschprojekte werden gesellschaftliche Teilhabe, pluralistische Debatten und das Bewusstsein für demokratische Werte gefördert. Das ifa unterstützt diese Ansätze über Programme wie CCP Synergy und das Förderprogramm zivik, die gezielt NGOs, lokale Partnerorganisationen und zivilgesellschaftliche Akteur:innen in Krisenregionen vernetzen und ihre Arbeit stärken.

Studien im Rahmen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik beleuchten die Wirkung solcher Maßnahmen: Sie zeigen, wie gezielte Förderungen, Dialogprojekte und Vernetzungsformate sowohl präventiv gegen Radikalisierung wirken als auch langfristig demokratische Resilienz aufbauen.

Zur demokratischen Kultur gehört letzten Endes auch das Bewusstsein darüber, dass trotz all ihrer Fehler die Demokratie im Vergleich zu allem anderen, was wir historisch kennen, die beste aller Staatsformen ist für das Individuum.

Carlo Masala, Direktor des Center for Intelligence and Security Studies (CISS), Universität der Bundeswehr München

Darüber hinaus greifen ifa-Podcastfolgen praxisnah auf, wie Kulturarbeit als Instrument der Friedensförderung und Extremismusprävention funktioniert. In der Folge "Wie geht Frieden?" mit Hans-Joachim Gießmann wird deutlich, wie Kultur­arbeit auf ziviler Ebene Konflikte vorbeugen kann: Anhand konkreter Beispiele kultureller Netzwerke zeigt Gießmann, wie interkultureller Austausch, partizipative Projekte und Bildungsangebote demokratische Werte verbreiten und gesellschaftliche Resilienz stärken.

Der Sicherheitsexperte Carlo Masala erläutert in "Zwischen Marschflugkörpern und Museen: Sicherheitspolitik und Soft Power" wie kulturelle Bildung und Kommuni­kation essenzielle Elemente einer wehrhaften Demokratie sind, weil sie Vertrauen, Orientierung und kritisches Bewusstsein fördern. Kultur schafft dabei nicht nur lokale Resilienz, sondern wirkt auch global: Sie stärkt die Attraktivität demokratischer Werte, vermittelt Handlungskompetenzen im Umgang mit Desinformation und ermöglicht Staaten, durch Soft Power ihre außen- und sicherheitspolitischen Ziele zu verfolgen.

Wenn man aus der Beobachterrolle raus und in die aktive Rolle reingeht, dann bieten Kunst und Kultur sehr viel Austausch und Verständigungsfläche; sie sind ein Kristallisationspunkt für Dialog. Das gilt sowohl für die Krisenvorsorge als auch für die Aussöhnung.

Daniela Schwarzer, ifa Präsidentin

Das Ergebnis: Zivilgesellschaftliche Stärkung durch Kultur wird zu einem der wirksamsten Hebel, um Demokratien widerstandsfähiger zu machen – lokal wie global. Im Gespräch mit Moderatorin Amira El Ahl, beleuchten ifa-Generalsekretärin Gitte Zschoch und ifa-Präsidentin Prof. Daniela Schwarzer, wie Kulturaustausch in einem zunehmend fragmentierten internationalen Umfeld Orientierung bieten kann. Sie zeigen auf, warum kulturelle Beziehungen und vertrauensbildende Maßnahmen heute nicht nur "weiche", sondern strategisch relevante Instrumente internationaler Politik sind.

In ihrem Namensbeitrag in Politik & Kultur "Freiheit ermöglichen, Vielfalt und Demokratie stärken" unterstreicht Daniela Schwarzer zudem: Freiheit gilt als Voraus­setzung für Sicherheit. Kunst benötigt Freiheit und diese wiederum verlässliche Strukturen, Schutzräume und Räume für Teilhabe.

Solche Räume schafft das ifa nicht nur über seine Schutzprogramme, sondern auch durch das Entsendeprogramm: Kulturmanager:innen und Redakteur:innen stärken Organisationen der deutschen Minderheiten im östlichen Europa und Zentralasien direkt vor Ort. Ebenso ermöglichen mehrsprachige Dialogplattformen wie Qantara.de und KULTURAUSTAUSCH offenen Austausch über Grenzen hinweg. Sie geben international Journalist:innen und Stimmen aus der Zivilgesellschaft eine Bühne, die andernorts oft ungehört bleiben.

Die Beispiele, Studien und Programme zeigen deutlich, wie vielfältig Kultur als Ressource für Frieden, Resilienz und Sicherheit wirkt. Sie machen zugleich sichtbar, wo die zentralen Hebel liegen und welche politischen, strukturellen und gesellschaftlichen Voraussetzungen notwendig sind, damit Kulturarbeit ihr Potenzial voll entfalten kann. Die folgenden Fragen fassen die wichtigsten Aspekte noch einmal übersichtlich zusammen.

Das Wichtigste zum Zusammenhang von Kultur und Sicherheit im Überblick:

Wie können kulturelle Dialogformate gezielt zur Krisenprävention eingesetzt werden?

Kulturelle Dialogformate wirken präventiv, indem sie verlässliche, transnationale Beziehungsräume schaffen. Programme wie das CrossCulture Programm und das Förderprogramm zivik fördern stabile Netzwerke zwischen Kulturschaffenden, Aktivist:innen und Institutionen. Werden diese Formate in lokale und internationale Friedensprogramme integriert, entfalten sie langfristige Wirkung und unterstützen Deeskalation in fragilen Kontexten. 

Wie lassen sich gefährdete Künstler:innen und Kulturtätige effektiv schützen und langfristig integrieren?

Gefährdete Künstler:innen und Kulturtätige können effektiv geschützt und langfristig integriert werden, indem Schutzprogramme wie die Martin Roth Initiative (MRI) und die Elisabeth-Selbert-Initiative (ESI) ausgebaut und weiterentwickelt werden. Diaspora-Netzwerke sollten gestärkt werden, da sie zentrale Vermittler für berufliche Integration, kulturelle Vernetzung und Selbstorganisation darstellen. Spezielle Programme für besonders gefährdete Gruppen wie LGBTQAI+-Künstler:innen oder ethnische Minderheiten können zusätzlichen Schutz bieten. Ergänzend sollten leicht zugängliche Informationsplattformen zu Förderprogrammen, rechtlicher Beratung und Weiterbildungsmöglichkeiten geschaffen werden. 

Wie können Kunst und Kultur zu Extremismusprävention und Demokratiestärkung beitragen?

Kunst und Kultur fördern demokratische Werte, stärken soziale Resilienz und schaffen Räume für pluralistische Debatten. Über Projekte, Medienformate und Bildungsangebote werden Demokratiekompetenzen vermittelt. Folgen des ifa-Podcasts "Die Kulturmittler:innen", wie beispielsweise das Gespräch mit ifa-Generalsekretärin Gitte Zschoch, zeigen praxisnah, wie Kulturarbeit Extremismus entgegenwirkt und demokratische Prozesse stärkt.

Wie kann die Nachhaltigkeit von Sicherheitsmaßnahmen durch Kultur sichergestellt werden?

Durch langfristige Finanzierung, institutionelle Verankerung und regelmäßige Evaluationen kann die Wirkung kultureller Sicherheitsmaßnahmen nachhaltig gesichert werden. Transnationale Kooperationen und Wissenstransfer zwischen Herkunfts- und Aufnahmeländern erhöhen Stabilität und Anpassungsfähigkeit an neue Bedrohungen.

Wie lassen sich Politik, Forschung und Praxis verbinden, um Kultur als Sicherheitsfaktor zu nutzen?

Politik, Forschung und Praxis können besser miteinander verbunden werden, indem Netzwerke wie EUNIC (EU National Institutes for Culture) oder die International Cultural Relations Research Alliance (ICRRA) gestärkt werden, die Wissenschaft, Praxis und politische Entscheidungsträger:innen zusammenbringen. Die systematische Dokumentation von Projekterfolgen und Herausforderungen ermöglicht eine kontinuierliche Wissensgenerierung für zukünftige Maßnahmen. Zudem sollten Forschungsergebnisse zu Diasporagemeinschaften, Künstler:innen im Exil und zur künstlerischen Freiheit in strategische Planungen und Förderentscheidungen integriert werden, um Kultur als Sicherheitsfaktor gezielt zu nutzen.