Forschungsprogramm "Kultur und Außenpolitik"

Im Forschungsprogramm "Kultur und Außenpolitik" forschen Expertinnen und Experten zu aktuellen Fragestellungen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik, kurz AKBP. Das Forschungsprogramm setzt dadurch Themen und erarbeitet Empfehlungen zur Stärkung und Weiterentwicklung internationaler Kulturbeziehungen. Die Forschungsergebnisse werden in Fachgesprächen, auf internationalen Tagungen und in öffentlichen Diskussionen reflektiert und in der Reihe ifa-Edition Kultur und Außenpolitik sowie den Impulspapieren ifa-Inputs veröffentlicht.

Themen

Das ifa fungiert als Kompetenzzentrum und bietet Akteurinnen und Akteuren der AKBP bislang einzigartige Beratungsleistungen an. Zu den bisher durchgeführten Projekten gehören beispielsweise Themenjahre, Fragestellungen zur europäischen Außenkulturpolitik, der Friedensverantwortung von Religionen und deren Rolle in der Außenpolitik.  Das ifa berät aber auch zu außenpolitischen Kommunikationsstrategien sowie analogen und digitalen Freiräumen in Zeiten zunehmender Einschränkung von zivilgesellschaftlichen Handlungsräumen.

Zentrale Themen

  • Europa
  • Streitbegriffe der AKBP
  • Handlungsraum Zivilgesellschaft
  • Kulturelle Bildung international
  • Kunst- und Kulturaustausch

Ausschreibungen

Interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Akteurinnen und Akteure aus Kunst und Kultur, Politik und Medien können sich auf Ausschreibungen für Forschungsaufträge bewerben. Alle Ausschreibungen sind unter Jobs und Karriere zu finden.

Aktuelle Projekte

Gaming und Metaverses als Globale Öffentlichkeit und Arenen im Systemwettbewerb – Chancen und Risiken für die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik

In diesem Projekt untersuchen Manouchehr Shamsrizi und sein Team interdisziplinär und transferorientiert die kurz-, mittel- und langfristigen Auswirkungen der zunehmenden Durchdringung von Gesellschaften mit Videospielen und (Proto-)Metaverses – den ersten vollständig digitalen, globalen, und transmedialen Kulturtechniken/-gütern des 21. Jahrhunderts.

  • Manouchehr Shamsrizi

     

    Manouchehr Shamsrizi, M.P.P. FRSA "gehört zu den öffentlichkeitswirksamsten Stimmen der jüngeren Generation in Deutschland" (Washington Post) und "ist gut positioniert, um neue Trends einzuschätzen" (Monocle). Er ist Mitbegründer des gamelab.berlin am Exzellenzcluster der Humboldt-Universität und Leiter der Humboldt-Innovationsgruppe für Gaming in internationalen Beziehungen; ehemaliger Global Justice Fellow an der Yale University, Ariane de Rothschild Fellow an der University of Cambridge und Fellow der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. Seit 2018 ist er Berater des deutschen Auswärtigen Amtes.

     

Dekoloniale Klimaaußenpolitik: Der brasilianische Amazonasfall

Das Projekt zielt darauf ab, die globale Klimagovernance gegenüber dem brasilianischen Amazonasgebiet aus post- und dekolonialen Perspektiven zu analysieren und die deutsche Klimaaußenpolitik gegenüber dem brasilianischen Amazonasgebiet aus diesen Perspektiven zu untersuchen.

  • Pedro Affonso Ivo Franco

     

    Pedro Affonso Ivo Franco ist ein brasilianischer Perkussionist und Berater, der in den Bereichen Kultur, Kreativität und Entwicklung tätig ist. Pedro Affonso hat einen MA in Internationalen Beziehungen und Kulturdiplomatie von der Hochschule Furtwangen. Zu seinen Fachgebieten gehören Kultur und nachhaltige Entwicklung sowie die Rolle von kreativen Clustern in der lokalen Entwicklung und partizipative Governance in der Kultur.

     

  • Marina Caetano

     

    Marina Caetano ist eine erfahrene Fachkraft für internationale Zusammenarbeit, die an Projekten insbesondere im Bereich Umwelt und Klima beteiligt ist. Sie untersuchte die Rolle der deutschen internationalen Entwicklungszusammenarbeit im Rahmen des Bundeskanzler-Stipendiums und arbeitete zuvor für das Instituto Talanoa und die Konrad-Adenauer-Stiftung. Marina hat einen Master in Nachhaltiger Entwicklung und einen Bachelor in Internationalen Beziehungen.

     

Das Potenzial digitaler Kulturprojekte am Beispiel ausgewählter frankophoner Länder in Subsahara-Afrika

Die Covid-19-Pandemie war ein Entwicklungsschub für die internationalen Kulturbeziehungen im digitalen Raum. Neben dem Potenzial einer größeren Reichweite bringen digitale Projekte auch Herausforderungen wie eingeschränkten Zugang, Archivierbarkeit, Nachhaltigkeit und die Wahl der Sprache mit sich. Das Projekt untersucht das Potenzial digitaler Kulturprojekte durch internationale Kooperationen in ausgewählten frankophonen Ländern in Subsahara-Afrika. Es analysiert, welche innovativen Formate digitaler Kulturprojekte derzeit umgesetzt werden. Wie akzeptieren die Kulturakteure in den jeweiligen Ländern digitale Formate? Welche Art der Zusammenarbeit ist dadurch schwierig zu realisieren? Wie können digitale Kulturkooperationen dazu beitragen, Vorurteile abzubauen und ein realistischeres Bild voneinander zu schaffen?

  • Tojo Yharimanana

     

    Tojo Yharimanana ist Soziologin und internationale Beraterin im Bereich Sozioökonomie. Ihre Arbeit erstreckt sich auf mehrere Bereiche, darunter Beschäftigung, Kultur, Ausbildung und lokale Finanzen. Sie ist Mitglied der UNESCO Global Expert Facility für das Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen von 2005.

     

Fachrepositorien dekolonial. Open Access für wissenschaftliche Dokumente der auswärtigen Kulturbeziehungen

Open-Access-Fachrepositorien werden zumeist im "Globalen Norden" betrieben. Können diese digitalen Bibliotheken der globalen Diversität von Anforderungen gerecht werden? Mit dekolonialer Sensibilität und kultureller Demut sucht dieses Projekt die "Fehler im System", in typischen Governance-Strukturen, technischen Infrastrukturen sowie Sammelrichtlinien und Standards der inhaltlichen Erschließung.

  • Nora Schmidt

     

    Nora Schmidt, PhD, setzt sich in Forschung und Praxis seit mehr als 10 Jahren für ein sozial gerechteres wissenschaftliches Publikationswesen ein. Seit Februar 2022 koordiniert sie GenderOpen, das Open-Access-Fachrepositorium für die Geschlechterforschung, ein Projekt der Berlin University Alliance.

     

FAQs – Häufig gestellte Fragen

  • Wo werden neue Ausschreibungen bekannt gegeben?

     

    Alle Stipendien und Forschungsaufträge des ifa finden sich auf der Seite Jobs und Karriere, die regelmäßig aktualisiert wird. In den jeweiligen Ausschreibungen sind alle wichtigen Hinweise zum Bewerbungsvorgang zu finden.

     

  • Ist eine Initiativbewerbung mit einem eigenen Thema möglich?

     

    Nein, das geht leider nicht. Alle Stipendien und Forschungsaufträge sind an vom ifa vorgegebene Themen gebunden.

     

  • Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden?

     

    In der Regel ist die Mindestanforderung ein abgeschlossenes Hochschulstudium mit Masterabschluss. Weitere Voraussetzungen sind in der Stellenausschreibung zu finden.

     

  • Was ist der Unterschied zwischen einem Stipendium und einem Forschungsauftrag?

     

    Im Rahmen eines Stipendiums zahlt das ifa eine monatliche Förderung von derzeit 1.500 Euro zur wissenschaftlichen Arbeit. Der Förderbetrag ist steuerfrei. Die Krankenversicherung muss der Stipendiat beziehungsweise die Stipendiatin selbst entrichten. Die Förderung ist an die Akzeptanz der Stipendienrichtlinien gebunden, die vor Projektvergabe vereinbart werden. Im Zeitraum des Stipendiums darf die Stipendieninhaberin beziehungsweise der Stipendieninhaber keine weiteren Stipendien beziehen und in keinem Arbeitsverhältnis stehen.
    Bei der Übernahme eines Forschungsauftrags schließt das ifa hingegen einen Projektvertrag ab. Für die steuerliche Behandlung ist die Auftragnehmerin beziehungsweise der Auftragnehmer selbst verantwortlich.

     

  • Kann das Forschungsprogramm auch Aufträge an Universitäten geben oder ist nur eine Einzelförderung möglich?

     

    Ja, eine Auftragsvergabe an Universitäten und steuerbegünstigte Einrichtungen ist möglich.

     

  • Sind die Projekte üblicherweise eher forschungsbetont oder eher praxisorientiert?

     

    Die umsetzungsorientierte Forschung steht im Vordergrund. Die aktuellen Erkenntnisse der Wissenschaft sollen für die Akteurinnen und Akteure der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik knapp, präzise und praxisbezogen aufgearbeitet werden.

     

  • Welche Formate werden erarbeitet?

     

    In der Regel werden die Ergebnisse im Rahmen einer Studie publiziert. Diese wird gedruckt oder im Internet veröffentlicht. Es gehört sehr oft zu den vereinbarten Aufgaben, eine Veranstaltung – beispielsweise eine Konferenz, ein Kolloquium oder ein Fachgespräch – zu konzipieren und umzusetzen.

     

  • In welcher Sprache werden die Projekte durchgeführt?

     

    Dies hängt vom jeweiligen Fokus ab. In der Regel werden die Projekte auf Deutsch oder Englisch durchgeführt.

     

  • Wird ein Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt?

     

    Es wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass jede Wissenschaftlerin beziehungsweise jeder Wissenschaftler über das notwendige Basisequipment wie etwa einen PC oder Laptop verfügt, um das jeweilige Projekt zu bearbeiten. Darüber hinaus verfügt das ifa über temporäre Arbeitsplätze mit PCs, die stunden- oder tageweise zum Beispiel im Rahmen von Recherchen in der ifa-Bibliothek in Stuttgart genutzt werden können. Bei der Umsetzung der Projekte arbeitet das ifa teilweise mit Partnereinrichtungen zusammen. Ist dies der Fall, stellen die Partnerorganisationen in der Regel im Projektzeitraum einen Arbeitsplatz zur Verfügung. In diesem Fall wird die Bereitschaft zu einem Umzug, zum Beispiel nach Brüssel oder Bonn, vorausgesetzt.

     

Downloads

Jubiläumsbroschüre

Zum 10-jährigen Bestehen des Forschungsprogramms "Kultur und Außenpolitik" und zum 20-jährigen Bestehen des Forschungspreises "Auswärtige Kulturpolitik" ist 2020 eine gemeinsame Jubiläumsbroschüre des ifa-Kompetenzzentrums entstanden.

Gratis Download "Jubiläumsbroschüre Kompetenzzentrum"

Mediathek

Videos

ifa & EUNIC Public Talk: Neurodiversity Inclusion, 17.11.2021

ifa & EUNIC Public Talk: Neurodiversity Inclusion

What is neuro-diversity and why does neuro-diversity inclusion in the workplace benefit everyone? While institutions and employers are currently trying to pay more attention to diversity in the workplace, so far little is known and let alone done to build neuro-diversity inclusive organisations. In an online panel discussion co-organised with ifa, EUNIC explored why building inclusive workplaces essentially benefits everyone in an organisation, and what needs to be done to make teams but also the stories that are told more diverse.

Vortrag von Dr. Sandra Rebok zum Thema "Humboldt als Agent? Wissenstransfer und strategische Geheimnisse", 08.07.21

Vortrag: Humboldt als Agent? Wissenstransfer und strategische Geheimnisse

Während seines Aufenthaltes in den Vereinigten Staaten im Frühjahr 1804 gab Alexander von Humboldt geografische Informationen zu Nordamerika an die dortige Regierung weiter. Für diesen von ihm eigenständig praktizierten Wissenstransfer wird Humboldt zum Teil noch heute kritisiert. In ihrem Vortrag analysiert Sandra Rebok die Hintergründe.

 

Paneldiskussion: Zivilgesellschaft in Europa. Potenziale und Herausforderungen für die Außenpolitik, 23.06.21

Paneldiskussion: Zivilgesellschaft in Europa. Potenziale und Herausforderungen für die Außenpolitik

Welches Potenzial hat die Zivilgesellschaft für Europa und die Außenpolitik Deutschlands? Welche Rolle kommt der Zivilgesellschaft bei der Verteidigung und Weiterentwicklung einer kosmopolitischen, offenen, demokratischen Gesellschaft zu? 

Panel discussion: European Spaces of Culture Synch Session 1, 04.06.21

Panel discussion: European Spaces of Culture Synch Session 1 - Cultural Relations, Sustainability & the EU Green Deal

Cultural relations as vector for change can substantially contribute to defining new global sustainable policies and practices. How can we steer towards a more prominent role of cultural relations in the EU’s Green Deal, both internal and external, supporting policy makers to include culture in green policies and programmes?

Paneldiskussion: Wie sehr bedrohen Verschwörungstheorien den gesellschaftlichen Zusammenhalt?, 28.04.2021

Paneldiskussion: Wie sehr bedrohen Verschwörungstheorien den gesellschaftlichen Zusammenhalt?

Etwa 30 Prozent der Bevölkerung Deutschlands neigt der Leipziger Autoritarismusstudie 2020 zufolge zum Glauben an Verschwörungstheorien. Verschwörungstheorien sind auch deshalb so gravierend, weil sie im Zusammenhang mit wissenschaftsfeindlichen, ethnozentrischen, antisemitischen, islamfeindlichen und rechtsextremen Einstellungen sowie mit der Wahl rechtspopulistischer Parteien stehen, die wiederum selbst für die Verbreitung von Verschwörungstheorien sorgen.

Vortrag: Alexander von Humboldt's Quest for Knowledge in a World of Politics, 19.11.2020

Vortrag: Alexander von Humboldt's Quest for Knowledge in a World of Politics

In her lecture, Sandra Rebok discusses Humboldt’s role between the declining Spanish empire and the rising American nation at the time of his visit to the United States in the spring of 1804. Rather than being caught between the interests of these two nations (and those of others), Humboldt created what can be called an Empire of Knowledge, an elaborate worldwide network through which he circulated information, scientific ideas, and resources.

Paneldiskussion: Zwei Seiten der Medaille - Wo treffen sich Innen- und Außenpolitik?, ifa und Auswärtiges Amt in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse, 17.10.2020

Paneldiskussion: Zwei Seiten der Medaille - Wo treffen sich Innen- und Außenpolitik?

Wo endet die Innen-, wo beginnt die Außenpolitik? Sollten die beiden Seiten einer Medaille nicht längst zu einem gemeinsamen Weg verschmelzen? Wo zu Beginn der Corona-Pandemie viele Staaten die Grenzen dichtmachten und nationale Regelungen trafen, findet nun ein langsames Umdenken statt: Nur durch den Austausch von Wissen und ein kollektives, solidarisches Handeln, so scheint es, kann gutes Krisenmanagement überhaupt gelingen. Wie können Innen- und Außenpolitik gut zusammenwirken? Andreas Görgen (Auswärtiges Amt) im Gespräch mit Sigrid Weigel (Kulturwissenschaftlerin).

EUNIC Public Online Debate: Culture and the Sustainable Development Goals: Where Are We Now?, 14.10.2020

EUNIC Public Online Debate: Culture and the Sustainable Development Goals: Where Are We Now?

With only ten years left to realise the goals of the 2030 Agenda for Sustainable Development, the value of arts and culture for the achievement of the SDGs could be better understood, evidenced and embedded in policy and practice. How can policy makers, public bodies and the cultural sector work together on cultural policies and programmes that contribute to the SDGs?

EUNIC Public Online Debate: Cultural and Creative Industries in sub-Saharan Africa: Needs and Challenges, 14.09.2020

EUNIC Public Online Debate: Cultural and Creative Industries in sub-Saharan Africa: Needs and Challenges

Over the last 20 years, the power of cultural and creative industries (CCIs) as enablers and drivers of sustainable development has been broadly recognised. For this reason, it is important to explore and analyse what kind of CCI supporting strategies, programmes and projects are in place in sub-Saharan Africa, how they are working and their practical impacts.

Kontakt

Sarah Widmaier

Wissenschaftliche Koordinatorin des Forschungsprogramms Kultur und Außenpolitik

Charlottenplatz 17
D-70173 Stuttgart

Telefon: +49.711.2225.214