Forschungsprogramm "Kultur und Außenpolitik"

Im Forschungsprogramm „Kultur und Außenpolitik“ untersuchen Expertinnen und Experten aktuelle Themen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik (AKBP). In drei- bis sechsmonatigen Forschungsprojekten erarbeiten sie aktuelle Erkenntnisse aus der Wissenschaft in Studien und formulieren Handlungsempfehlungen für künftige außenkulturpolitische Maßnahmen. In der Zusammenarbeit werden die individuellen Bedarfe der Akteurinnen und Akteure abgefragt, Bestandsaufnahmen aktueller Maßnahmen durchgeführt und nationale Strategien international vergleichend analysiert. Die Forschungsergebnisse werden in Fachgesprächen, auf internationalen Tagungen und öffentlichen Diskussionen reflektiert und in der Reihe ifa-Edition Kultur und Außenpolitik veröffentlicht. Alle Veröffentlichungen des Forschungsprogramms sind auf ifa-Publikationen zu finden.

Themen

Das ifa fungiert als Kompetenzzentrum und bietet Akteurinnen und Akteuren der AKBP bislang einzigartige Beratungsleistungen an. Zu den bisher begleiteten Projekten gehörten beispielsweise Themenjahre, eine Studie zur Wahrnehmung Humboldts in Lateinamerika oder Fragestellungen zur europäischen Außenkulturpolitik, der Friedensverantwortung von Religionen und deren Rolle in der Außenpolitik.  Das ifa berät aber auch zu außenpolitischen Kommunikationsstrategien sowie analogen und digitalen Freiräumen in Zeiten zunehmender Einschränkung von zivilgesellschaftlichen Handlungsräumen.

Zentrale Themen

  • Europa
  • Streitbegriffe der AKBP
  • Handlungsraum Zivilgesellschaft
  • Kulturelle Bildung international
  • Kunst- und Kulturaustausch

Ausschreibungen

Interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Akteurinnen und Akteure aus Kunst und Kultur, Politik und Medien können sich auf Ausschreibungen für spezielle Stipendien oder Forschungsausfträge bewerben. Alle Ausschreibungen sind unter Jobs und Karriere zu finden.

Aktuelle Projekte

Kreativwirtschaft und AKBP in Subsahara-Afrika

Ziel dieses Forschungsprojekts ist die Erstellung einer Bestandsaufnahme der Aktivitäten anderer Länder und der Europäischen Union im Bereich der Kreativwirtschaft in Subsahara Afrika. Welche  Länder sind im Bereich Kreativwirtschaftsförderung in der Region bereits besonders aktiv? Wie und mit welchen Zielen werden Projekte gefördert?

  • Durchführung: Prof. Kimani Njogu und Pedro Affonso Ivo Franco

    Kimani Njogu ist Direktor des Twaweza Communications, Kunst, Kultur und Medien Instituts mit Sitz in Nairobi. Er hat einen Doktortitel in Linguistik von der Yale University, lehrte viele Jahre an der Kenyatta University und veröffentlichte zahlreiche Publikationen im Kunst- und Kulturbereich.

    Pedro Affonso Ivo Franco ist Musiker und Berater im Bereich der Kreativbranche. Seine Fachgebiete umfassen kreative Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung, die Rolle kreativer Cluster in der lokalen Entwicklung und partizipative Governance in der Kultur


Internationale Hochschulkooperationen der Zukunft

Die Anzahl transnationaler Bildungsangebote hat in den letzten Jahren weltweit stark zugenommen. Dazu gehören nicht nur die Mobilität von Studierenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sondern auch der Aufbau und die Etablierung von Bildungsangeboten im Ausland, die Stärkung der Exzellenz bestehender transnationaler Bildungsangebote, die Förderung binationaler Hochschulen sowie die Verankerung von Bildungsstrukturen und -institutionen in den Partnerländern. Welche Formen von Hochschulpartnerschaften deutscher Hochschulen im Ausland können das stärkste Potenzial entfalten?

  • Durchführung: Dr. Annika Hampel

    Dr. Annika Hampel ist Wissenschaftliche Koordinatorin und Geschäftsführerin des Afrika-Zentrums Freiburg und Merian Institute for Advanced Studies Africa (MIASA) an der Universität Freiburg. Sie forscht zu AKBP sowie Kultur und Entwicklung.


Public Diplomacy der digitalen Champions

Ziel dieses Projekts ist es, einen Überblick der strategischen Ansätze und Praktiken der Public Diplomacy ausgewählter Länder zu erhalten. Dabei stehen jene Länder im Fokus, in denen die Digitalisierung weit fortgeschritten ist und für die eine Vielfalt von Ansätzen einander gegenübergestellt werden können. Aus der Kontrastierung dieser Ansätze werden die generellen Bedingungen und Möglichkeiten der digitalen Instrumente in der Außenpolitik aufgezeigt.

  • Durchführung: Werner Bogula

    Werner Bogula hat jeweils ein Jahrzehnt im Management von großen Onlinediensten und in einem eigenen Social Media Start-Up gearbeitet. Seine Schwerpunkte liegen in der Anwendung aktueller Technologien für Journalismus, Bildung und Wissenschaft.


Deutsch-Ukrainische Kulturbeziehungen seit dem Euromaidan

Dieses Projekt untersucht die Entwicklung des ukrainischen Kultursektors und der deutsch-ukrainischen Kulturbeziehungen seit dem Euromaidan 2014. Dabei sollen quantitative und qualitative Veränderungen dokumentiert sowie die Wirkungen der kulturellen Zusammenarbeit für individuelles Engagement wie auch für den Demokratisierungsprozess in der Ukraine betrachtet werden.

  • Durchführung: Dr. Susann Worschech

    Dr. Susann Worschech ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Masterstudiengang Europa-Studien an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Sie forscht zu Zivilgesellschaft, Partizipation, und sozialem Wandel in Mittel- und Osteuropa.


AKBP als Reaktion auf Populismus

Rechtspopulisten stellen die gesellschaftlich-wirtschaftliche und politische Grundordnung in Frage; in Ländern mit rechtspopulistischer Regierungsbeteiligung nehmen Einschränkungen fundamentaler liberal-demokratischer Rechte wie Kunst-, Versammlungs-, und Meinungsäußerungsfreiheit stark zu, zudem werden unbequeme Kulturakteure von Regierungen an der Arbeit behindert oder sogar bedroht. Wie können Akteure der AKBP auf diese Entwicklungen reagieren?

  • Durchführung: Johannes Crückeberg

    Dr. Johannes Crückeberg ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt „Passion als Beruf“ an der Universität Münster. Er promovierte zu Künstlerresidenzen im konzeptionellen Spannungsfeld am Institut für Kulturpolitik, Universität Hildesheim.


Digitale Freiräume für Kulturschaffende

Das Projekt untersucht wie virtuelle Räume für freie Meinungsäußerung und unzensiertes künstlerisches Wirken aussehen könnten und welche Formen von offenen beziehungsweise geschlossenen Plattformen denkbar wären, auch unter Berücksichtigung von zumutbaren Anonymisierungstechniken.

  • Durchführung: Werner Bogula

    Werner Bogula hat jeweils ein Jahrzehnt im Management von großen Onlinediensten und in einem eigenen Social Media Start-Up gearbeitet. Seine Schwerpunkte liegen in der Anwendung aktueller Technologien für Journalismus, Bildung und Wissenschaft.


Veränderungen des Sicherheitsbegriffs

Die aktuellen Diskurse zum Thema „Cyber“ umfassen ein weites Spektrum, das sowohl die Verheißung von Freiheit der Information als auch die Bedrohung der inneren und äußeren Sicherheit umfasst. Das Projekt untersucht wie sich normative Diskurse zur Cybersicherheit beeinflussen und welche Diskursgemeinschaften (epistemic communities) entstehen.

  • Durchführung: Prof. Dr. Andreas Heinemann-Grüder

    Prof. Dr. Andreas Heinemann-Grüder ist Wissenschaftler am Bonn International Center for Conversion (BICC). Seine Forschungsschwerpunkte sind postsowjetische Politik, vergleichender Föderalismus, zivil-militärische Beziehungen und irreguläre bewaffnete Gruppen.


FAQs – Häufig gestellte Fragen

  • Wo werden neue Ausschreibungen bekannt gegeben?

    Alle Stipendien und Forschungsaufträge des ifa finden sich auf der Seite Jobs und Karriere, die regelmäßig aktualisiert wird. In den jeweiligen Ausschreibungen sind alle wichtigen Hinweise zum Bewerbungsvorgang zu finden.


  • Ist eine Initiativbewerbung mit einem eigenen Thema möglich?

    Nein, das geht leider nicht. Alle Stipendien und Forschungsaufträge sind an vom ifa vorgegebene Themen gebunden.


  • Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden?

    In der Regel ist die Mindestanforderung ein abgeschlossenes Hochschulstudium mit Masterabschluss. Weitere Voraussetzungen sind in der Stellenausschreibung zu finden.


  • Was ist der Unterschied zwischen einem Stipendium und einem Forschungsauftrag?

    Im Rahmen eines Stipendiums zahlt das ifa eine monatliche Förderung von derzeit 1.500 Euro zur wissenschaftlichen Arbeit. Der Förderbetrag ist steuerfrei. Die Krankenversicherung muss der Stipendiat beziehungsweise die Stipendiatin selbst entrichten. Die Förderung ist an die Akzeptanz der Stipendienrichtlinien gebunden, die vor Projektvergabe vereinbart werden. Im Zeitraum des Stipendiums darf die Stipendieninhaberin beziehungsweise der Stipendieninhaber keine weiteren Stipendien beziehen und in keinem Arbeitsverhältnis stehen.
    Bei der Übernahme eines Forschungsauftrags schließt das ifa hingegen einen Projektvertrag ab. Für die steuerliche Behandlung ist die Auftragnehmerin beziehungsweise der Auftragnehmer selbst verantwortlich.


  • Kann das Forschungsprogramm auch Aufträge an Universitäten geben oder ist nur eine Einzelförderung möglich?

    Ja, eine Auftragsvergabe an Universitäten und steuerbegünstigte Einrichtungen ist möglich.


  • Sind die Projekte üblicherweise eher forschungsbetont oder eher praxisorientiert?

    Die umsetzungsorientierte Forschung steht im Vordergrund. Die aktuellen Erkenntnisse der Wissenschaft sollen für die Akteurinnen und Akteure der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik knapp, präzise und praxisbezogen aufgearbeitet werden.


  • Welche Formate werden erarbeitet?

    In der Regel werden die Ergebnisse im Rahmen einer Studie publiziert. Diese wird gedruckt oder im Internet veröffentlicht. Es gehört sehr oft zu den vereinbarten Aufgaben, eine Veranstaltung – beispielsweise eine Konferenz, ein Kolloquium oder ein Fachgespräch – zu konzipieren und umzusetzen.


  • In welcher Sprache werden die Projekte durchgeführt?

    Dies hängt vom jeweiligen Fokus ab. In der Regel werden die Projekte auf Deutsch oder Englisch durchgeführt.


  • Wird ein Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt?

    Es wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass jede Wissenschaftlerin beziehungsweise jeder Wissenschaftler über das notwendige Basisequipment wie etwa einen PC oder Laptop verfügt, um das jeweilige Projekt zu bearbeiten. Darüber hinaus verfügt das ifa über temporäre Arbeitsplätze mit PCs, die stunden- oder tageweise zum Beispiel im Rahmen von Recherchen in der ifa-Bibliothek in Stuttgart genutzt werden können. Bei der Umsetzung der Projekte arbeitet das ifa teilweise mit Partnereinrichtungen zusammen. Ist dies der Fall, stellen die Partnerorganisationen in der Regel im Projektzeitraum einen Arbeitsplatz zur Verfügung. In diesem Fall wird die Bereitschaft zu einem Umzug, zum Beispiel nach Brüssel oder Bonn, vorausgesetzt.


Kontakt

Sarah Widmaier

Charlottenplatz 17
D-70173 Stuttgart

Telefon: +49.711.2225.214