Forschungsprogramm "Kultur und Außenpolitik"

Im Forschungsprogramm "Kultur und Außenpolitik" forschen Expertinnen und Experten zu aktuellen Fragestellungen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik, kurz AKBP. Das Forschungsprogramm setzt dadurch Themen und erarbeitet Empfehlungen zur Stärkung und Weiterentwicklung internationaler Kulturbeziehungen. Die Forschungsergebnisse werden in Fachgesprächen, auf internationalen Tagungen und in öffentlichen Diskussionen reflektiert und in der Reihe ifa-Edition Kultur und Außenpolitik sowie den Impulspapieren ifa-Inputs veröffentlicht.

Themen

Das ifa fungiert als Kompetenzzentrum und bietet Akteurinnen und Akteuren der AKBP bislang einzigartige Beratungsleistungen an. Zu den bisher durchgeführten Projekten gehören beispielsweise Themenjahre, Fragestellungen zur europäischen Außenkulturpolitik, der Friedensverantwortung von Religionen und deren Rolle in der Außenpolitik.  Das ifa berät aber auch zu außenpolitischen Kommunikationsstrategien sowie analogen und digitalen Freiräumen in Zeiten zunehmender Einschränkung von zivilgesellschaftlichen Handlungsräumen.

Zentrale Themen

  • Europa
  • Streitbegriffe der AKBP
  • Handlungsraum Zivilgesellschaft
  • Kulturelle Bildung international
  • Kunst- und Kulturaustausch

Ausschreibungen

Interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Akteurinnen und Akteure aus Kunst und Kultur, Politik und Medien können sich auf Ausschreibungen für Forschungsaufträge bewerben. Alle Ausschreibungen sind unter Jobs und Karriere zu finden.

Aktuelle Projekte

Biennalen als Seismograph

Biennalen sind eine Plattform für den Dialog über aktuelle Kulturdiskurse und tragen erheblich zur Dezentralisierung des Kunstbetriebs bei. Dabei spielt die Kontextgebundenheit der jeweiligen Biennale eine große Rolle mit ihren spezifischen geopolitischen Rahmenbedingungen, Organisationsformen, Förderstrukturen und lokalen Akteuren. Das Projekt nimmt exemplarisch vor allem die in den letzten Jahren gegründeten Biennalen des sogenannten "Globalen Südens" in den Blick mit einem Schwerpunkt auf dem afrikanischen Kontinent, um aktuelle Tendenzen sowie Potentiale für die AKBP und für internationale Kooperationen auszumachen.

  • Melanie Vietmeier

    Dr. Melanie Vietmeier ist freie Kunsthistorikerin und Kuratorin und war zuletzt Mitglied des Forschungs- und Ausstellungsprojekts "museum global. Mikrogeschichten einer ex-zentrischen Moderne" (Kunstsammlung NRW). Sie forscht im Bereich transkultureller Netzwerke zwischen Afrika, Lateinamerika und Europa in den Kunstwelten der Moderne und Gegenwart.


Die Rolle von Religionsgemeinschaften in der Covid19-Pandemie

Religionsgemeinschaften sind in der Covid-19-Pandemie von großer Bedeutung, weil sie eine bindende Kraft entwickeln, aber auch ein erhebliches Konfliktpotential mit sich bringen können. Das länder- und organisationsvergleichende Mixed-Methods-Projekt geht der Frage nach, wie Religionsgemeinschaften die Pandemie und ihre gesellschaftlichen Folgen wahrnehmen, wie sie damit umgehen und welche Rolle interreligiöse Initiativen, säkulare Organisationen und zivilgesellschaftliche Akteure während der Pandemie spielen.

  • Alexander Yendell, Oliver Hidalgo, Carolin Hillenbrand

    Dr. Alexander Yendell ist Soziologe und forscht am Leipziger Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt zu religiöser Pluralität, Vorurteilen und Rechtsextremismus. Er ist Sprecher der Sektion Religionssoziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie und im Vorstand des Leipziger Kompetenzzentrums für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung.

    Prof. Dr. Oliver Hidalgo ist Politikwissenschaftler an der WWU Münster und Sprecher des Arbeitskreises „Politik und Religion“ der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW). Das Verhältnis zwischen Religion und Politik zählt neben der Politischen Theorie und Ideengeschichte sowie der Demokratietheorie zu seinen Forschungsschwerpunkten.

    Carolin Hillenbrand ist Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Sie verfasst ihre Doktorarbeit zum Thema: „Religion als Kitt oder Keil? – Die Rolle der Religion für den gesellschaftlichen Zusammenhalt aus empirisch-vergleichender Perspektive“.


Was heißt „kuratieren“ heute?

Die Rolle des Kurators und der Kuratorin hat sich im Laufe der Jahrzehnte verändert. Heute versteht sich der Kurator bzw. die Kuratorin zunehmend als eine deutende und international vernetzt agierende Persönlichkeit, die auch politische Aussagen zu treffen bereit ist.  Die Digitalisierung beeinflusst Präsentation und Publikumsgeschmack; die internationale Perspektive steht stärker im Fokus. Wie muss also künftige Ausstellungsarbeit international vernetzt umgesetzt werden? Was kann hier die Rolle staatlicher Kulturpolitik sein?

  • Annette Tietenberg

    Durchführung: Prof. Dr. Annette Tietenberg ist Professorin für Kunstwissenschaft mit dem Schwerpunkt 19. und 20. Jahrhundert an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Sie forscht und publiziert zur Geschichte der Kunstausstellung, zum Anachronismus von Ausstellungskopien, zur textilen Moderne und zur Interieurfotografie.


FAQs – Häufig gestellte Fragen

  • Wo werden neue Ausschreibungen bekannt gegeben?

    Alle Stipendien und Forschungsaufträge des ifa finden sich auf der Seite Jobs und Karriere, die regelmäßig aktualisiert wird. In den jeweiligen Ausschreibungen sind alle wichtigen Hinweise zum Bewerbungsvorgang zu finden.


  • Ist eine Initiativbewerbung mit einem eigenen Thema möglich?

    Nein, das geht leider nicht. Alle Stipendien und Forschungsaufträge sind an vom ifa vorgegebene Themen gebunden.


  • Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden?

    In der Regel ist die Mindestanforderung ein abgeschlossenes Hochschulstudium mit Masterabschluss. Weitere Voraussetzungen sind in der Stellenausschreibung zu finden.


  • Was ist der Unterschied zwischen einem Stipendium und einem Forschungsauftrag?

    Im Rahmen eines Stipendiums zahlt das ifa eine monatliche Förderung von derzeit 1.500 Euro zur wissenschaftlichen Arbeit. Der Förderbetrag ist steuerfrei. Die Krankenversicherung muss der Stipendiat beziehungsweise die Stipendiatin selbst entrichten. Die Förderung ist an die Akzeptanz der Stipendienrichtlinien gebunden, die vor Projektvergabe vereinbart werden. Im Zeitraum des Stipendiums darf die Stipendieninhaberin beziehungsweise der Stipendieninhaber keine weiteren Stipendien beziehen und in keinem Arbeitsverhältnis stehen.
    Bei der Übernahme eines Forschungsauftrags schließt das ifa hingegen einen Projektvertrag ab. Für die steuerliche Behandlung ist die Auftragnehmerin beziehungsweise der Auftragnehmer selbst verantwortlich.


  • Kann das Forschungsprogramm auch Aufträge an Universitäten geben oder ist nur eine Einzelförderung möglich?

    Ja, eine Auftragsvergabe an Universitäten und steuerbegünstigte Einrichtungen ist möglich.


  • Sind die Projekte üblicherweise eher forschungsbetont oder eher praxisorientiert?

    Die umsetzungsorientierte Forschung steht im Vordergrund. Die aktuellen Erkenntnisse der Wissenschaft sollen für die Akteurinnen und Akteure der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik knapp, präzise und praxisbezogen aufgearbeitet werden.


  • Welche Formate werden erarbeitet?

    In der Regel werden die Ergebnisse im Rahmen einer Studie publiziert. Diese wird gedruckt oder im Internet veröffentlicht. Es gehört sehr oft zu den vereinbarten Aufgaben, eine Veranstaltung – beispielsweise eine Konferenz, ein Kolloquium oder ein Fachgespräch – zu konzipieren und umzusetzen.


  • In welcher Sprache werden die Projekte durchgeführt?

    Dies hängt vom jeweiligen Fokus ab. In der Regel werden die Projekte auf Deutsch oder Englisch durchgeführt.


  • Wird ein Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt?

    Es wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass jede Wissenschaftlerin beziehungsweise jeder Wissenschaftler über das notwendige Basisequipment wie etwa einen PC oder Laptop verfügt, um das jeweilige Projekt zu bearbeiten. Darüber hinaus verfügt das ifa über temporäre Arbeitsplätze mit PCs, die stunden- oder tageweise zum Beispiel im Rahmen von Recherchen in der ifa-Bibliothek in Stuttgart genutzt werden können. Bei der Umsetzung der Projekte arbeitet das ifa teilweise mit Partnereinrichtungen zusammen. Ist dies der Fall, stellen die Partnerorganisationen in der Regel im Projektzeitraum einen Arbeitsplatz zur Verfügung. In diesem Fall wird die Bereitschaft zu einem Umzug, zum Beispiel nach Brüssel oder Bonn, vorausgesetzt.


Kontakt

Sarah Widmaier

Charlottenplatz 17
D-70173 Stuttgart

Telefon: +49.711.2225.214