Luca Gefäller, Mitarbeiter des ifa-Programms Humanitäre Hilfe, an seinem Schreibtisch

Belege auf Farsi und Konferenzen auf Schwäbisch

Luca Gefäller arbeitet für das Förderprogramm Humanitäre Hilfe. Das Programm hilft Menschen, die durch Naturkatastrophen, Krisen, bewaffnete Konflikte oder andere Ursachen in akute Not geraten sind. Das ifa setzt sich als Partner des Auswärtigen Amts für die Zusammenarbeit von Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen ein. Ziel ist die frühe Erkennung von Notlagen und eine schnelle, flexible und unbürokratische Hilfe vor Ort. Wir haben Luca Gefäller 5 Fragen zu seiner Arbeit im Förderprogramm für Humanitäre Hilfe gestellt.

1. Was genau machst du beim ifa?

Luca Gefäller: In meiner Arbeit bin ich fachlich sehr breit aufgestellt. Einerseits befasse ich mich mit der Antragsprüfung von Soforthilfeprojekten – meistens bei Naturkatastrophen –, andererseits unterstützen wir Langzeitprojekte des Auswärtigen Amts, in denen es um Katastrophenvorsorge geht. Zusätzlich gehört noch die Öffentlichkeitsarbeit des Förderprogramms zur Humanitären Hilfe zu meinen Aufgaben. Auf jeden Fall ist meine Stelle sehr verantwortungsvoll. Wenn wir nach einer Naturkatastrophe angefragt werden, die Grundversorgung für die Bevölkerung zu gewährleisten, ist das meistens sehr dringend. Meine Kolleginnen und ich müssen dann sicherstellen, dass die Menschen vor Ort schnell und zuverlässig versorgt werden.

2. Computer einschalten, Kaffee kochen, E-Mails checken – Wie sieht ein ganz normaler Tag im Büro bei dir aus?

Luca: Einen großen Teil meiner Arbeit nimmt das Überprüfen von Belegen abgeschlossener Projekte ein. Dabei vermerke ich, wie erfolgreich die jeweiligen Projekte waren. Manchmal frage ich bei den verschiedenen Organisationen nach, die unsere Hilfe in Anspruch nehmen, um sicherzugehen, dass die Mittel auch da landen, wo sie hin sollen. Einmal im Monat skype ich mit den Kolleginnen und Kollegen in Stuttgart, um die Darstellung meines Bereichs auf der Website des ifa zu besprechen. Viele Aufgaben teile ich auch mit meiner Kollegin Naomi Vicente, also müssen wir uns oft absprechen.

3. Welche Sprachen brauchst du für deinen Arbeitsalltag?

Luca: Neben Deutsch spreche ich sehr oft Englisch in meinem Berufsalltag. Außerdem muss ich Französisch können, da wir mit vielen Ländern zusammenarbeiten, in denen Französisch Amtssprache ist und Belege dann in dieser Sprache ausgestellt werden. Es ist auch schon vorgekommen, dass mir Belege auf Farsi und Urdu geschickt wurden. In dem Fall kann und muss ich dann nochmal eine stichpunktartige Übersetzung ins Englische oder Französische einfordern.

4. Welchen Menschen bist du durch deine Tätigkeit beim ifa begegnet, die du sonst nicht getroffen hättest?

Luca: Meine tollen Kolleginnen und Kollegen aus dem ifa hätte ich natürlich nicht getroffen, wenn ich nicht hier arbeiten würde. Über das ifa habe ich außerdem mit vielen spannenden Leuten aus der deutschen humanitären Community zu tun. Leider oft nur telefonisch, weil die humanitären Hilfsorganisationen sehr verstreut sind. Viele von ihnen sind in Bonn und Köln oder in Freiburg.

5. Was würdest du am ifa verbessern, wenn du könntest?

Luca: Die hierarchischen und bürokratischen Strukturen, die in meinem Bereich herrschen, finde ich manchmal hinderlich. Da wir als Institution durch Steuergelder finanziert werden, müssen wir Anträge sehr sorgfältig und korrekt bearbeiten. Das ist natürlich sinnvoll. Trotzdem wünsche ich mir oft, dass ich Aufgaben spontaner und dynamischer angehen könnte, wie das zum Beispiel in meiner früheren Zeit bei einer NGO der Fall war.

Das Gespräch führte Marie Neumann