Weltflüchtlingstag 2022 – ein ifa-Dossier

So viele wie nie zuvor auf der Flucht

Seit 2001 erinnern die Vereinten Nationen mit dem Weltflüchtlingstag am 20. Juni an das Schicksal der Menschen, die vor Krieg, Hunger, Gewalt, Unterdrückung und Katastrophen flüchten und ihre Heimat verlassen müssen. 2022 ist dieser Tag umso wichtiger, da erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen des UN-Flüchtlingskommissariats (UNHCR) mehr als 100 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht sind.

Alarmierende Zahlen im UNHCR-Bericht

Diese erschreckend hohe Zahl – die mehr als einem Prozent der Weltbevölkerung entspricht – gab Filippo Grandi, Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, am 23. Mai 2022 in einer Pressemitteilung bekannt. Am 16.6. veröffentlichte das UNHCR seinen jährlichen Report zur Lage von Geflüchteten auf der ganzen Welt.

Allein durch den Krieg in der Ukraine sind 14 Millionen Menschen innerhalb des Landes und im Ausland auf der Flucht. Doch auch das Wiederaufflammen der Gewalt in einigen bereits länger bestehenden Konflikten oder anhaltende Vertreibungen tragen zu dieser historisch hohen Zahl bei: Besonders betroffen sind derzeit Äthiopien, Burkina Faso, Myanmar, Nigeria, Afghanistan und die Demokratische Republik Kongo.

 

 

Fluchtziel Europa? Benjamin Schraven im aktuellen Kulturmittler-Podcast #39

Seit dem Ukraine-Krieg rückt das Thema Flucht und Migration erneut ins kollektive Bewusstsein. Fluchtursachen und Fluchtbewegungen gibt und gab es zu jeder Zeit. Die Gründe dafür sind komplex und beeinflussen sich gegenseitig. Nicht immer sind es Kriege und Konflikte, die Menschen zur Migration bewegen. Auch Umwelt- und Klimawandel sind treibende Faktoren für das Verlassen der Heimat. Benjamin Schraven, Migrationsforscher und -berater, berichtet in dieser Folge der „Kulturmittler“, wie sich Migration entwickelt hat, von der Komplexität von Fluchtursachen und Zukunftsfragen.

Flucht und Migration im ifa-Blog

Kindheit zurückgeben

Seit langem sind die kurdischen Gebiete in der Grenzregion von Syrien, dem Irak und der Türkei Ziel von Angriffen aus unterschiedlichen Richtungen — nach der Zurückdrängung des IS versucht nun vor allem die Türkei ihren militärischen Einfluss in der Region auszudehnen. In der Stadt Erbil haben viele Geflüchtete und Binnenvertriebene Zuflucht gefunden. Traumatherapeutin und CCP Alumna Sargul Naboureh kümmert sich um sie.

"Jeder kann zum Flüchtling werden"

Das ostafrikanische Uganda ist – weitgehend unbemerkt von der Debatte um Geflüchtete in den westeuropäischen Ländern – bereits seit einigen Jahren einer der Spitzenreiter, was die Aufnahme von Geflüchteten angeht. Irene Dawa von der Organisation Community Empowerment for Peace and Development West Nile (CEPAD) erklärt im Interview, wie ihre Arbeit grundlegend ansetzen muss, um ein friedliches Miteinander zu sichern.
Europe, Elf Moondance © pixabay

Jetzt ist die Zeit, wieder Vertrauen ...

"Als Generalsekretär der Vereinten Nationen habe ich noch nie so deutlich gespürt, wie notwendig ein starkes und geeintes Europa ist.": António Guterres appelliert an die besondere Verantwortung Europas in Bezug auf Klimawandel, Demografie, Migration und das digitale Zeitalter.
Junge sitzt am Schreibtisch bei Kinderbetreuung

"Wir brauchen jetzt Freunde, die uns nicht ...

Vom Jugendzentrum zum Flüchtlingslager: Die Institutionen der deutschen Minderheit in und um die Ukraine stemmen sich unermüdlich gegen die humanitären Auswirkungen des Krieges. Wie bewältigen sie den Ausnahmezustand? Worauf hoffen sie? Und welche Rolle spielen interkulturelle Freundschaften?
Bildausschnitt aus dem Comic "Temple of refuge"

TEMPLE OF REFUGE: ­"Eine bessere Welt für ...

2016 flüchtete Sartep Namiq aus dem kurdischen Irak nach Berlin. Im Comic "Temple of Refuge" verarbeitet er seine Erfahrungen auf der Flucht und im Auffanglager. Und das optimistisch und ganz ohne Worte.
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Nicaragua: Ein Journalist berichtet aus dem Exil

Wer sich in manchen Ländern für Freiheit und Menschenrechte einsetzt, muss mit Verfolgung und Flucht rechnen. Der Zivik-Partner Peace Brigades International-Projekt Nicaragua in Costa Rica berichtet hier am Beispiel eines Journalisten, der sich aus dem Exil weiter für Pressefreiheit in seiner Heimat einsetzt, über die Menschenrechtslage in Nicaragua. Gerall ist kein Einzelfall, dutzende von Journalist:innen haben außerhalb von Nicaragua Schutz gesucht und kämpfen aus dem Exil gegen die Zensur.

Video mit deutschen oder englischen Untertiteln

Kulturaustausch: Fluchtgeschichte(n)

Das erste Atmen nach dem Krieg - Bjeen Alhassan im Gespräch

1992 in Qamischli, Syrien, geboren, lebt Bjeen Alhassan heute in Deutschland. In ihrer Facebook-Gruppe „Lernen mit Bijin“ hilft sie geflüchteten Frauen – und erhielt dafür den Deutschen Integrationspreis.

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© picture alliance/dpa | Wolfgang Kumm
© picture alliance / Geisler-Fotopress | Christoph Hardt/Geisler-Fotopress

"Ich dachte, ich sei ein Schweizer Bub" - Regisseur Samir im Gespräch

Ein wichtiger Moment für den im Irak geborenen: Sein Film "Iraqi Odyssey" wird als Schweizer Beitrag für den Oscar als bester fremdsprachiger Film vorgeschlagen und er fühlt sich endlich als Schweizer und Iraker gleichzeitig anerkannt.

Zum Interview

Der vergessene Plan - von Penelope Matthew

Vor dreißig Jahren gab es eine ähnliche Flüchtlingskrise wie heute. Was wir aus der Geschichte der Boatpeople lernen können.

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© picture-alliance / dpa | Scharsich

Über das Magazin

In jeder Ausgabe widmet sich das Magazin KULTURAUSTAUSCH einem Thema und lädt Autorinnen und Autoren aus aller Welt ein, ihre ganz eigenen Sichtweisen darauf zu teilen: Wie hält man es in Brasilien mit dem Klimawandel? Wie spricht man in Frankreich über Flucht und Heimat? Wer ist die Stimme des Feminismus in Äthiopien? Große internationale Namen kommen dabei ebenso zu Wort wie die Expertinnen und Experten des Alltags vor Ort. KULTURAUSTAUSCH steht für Vielfalt, Internationalität und einen Journalismus aus nächster Nähe. Damit ist sie die Zeitschrift für internationale Perspektiven.

Das Magazin KULTURAUSTAUSCH entdecken

Total Glokal: Migration und Klimawandel

Der Klimawandel betrifft die gesamte Weltbevölkerung, doch nicht mit den gleichen Auswirkungen: Die Bevölkerung der Länder, die für den Klimawandel hauptverantwortlich sind, leidet deutlich schwächer unter den Auswirkungen als die Bevölkerung der Länder des Globalen Südens. Diese ist bereits Dürren, Waldbränden, Überflutungen und Wassermangel ausgesetzt. Schätzungen rechnen mit bis zu 1,2 Milliarden Menschen, die durch den Klimawandel bis ins Jahr 2050 gezwungen werden, ihre Heimatländer zu verlassen.

Diskussion (Englisch)

In dieser Diskussion aus der Reihe "Total Glokal" beschäftigen sich mit diesem Thema der Autor und strategische Berater Parag Khanna, der Umwelt- und Menschenrechtsaktivist Kumi Naidoo (Richard von Weizsäcker Fellow an der Robert Bosch Academy), die CrossCulture-Programm-Alumna Fatema Tuz Johoora, die sich für die Förderung Jugendlicher einsetzt, und Olfa Jelassi, ebenfalls Alumna des ifa CrossCulture-Programms (CCP) und Expertin für Gender, Frauenrechte und Klimawandel. Moderiert wird von R. Andreas Kraemer, Gründer des Ecologic Institute Berlin und Leiter der Oceano Azul Foundation.

Mehr zu "Total Glokal"

Ukraine im Fokus

Das ifa – Institut für Auslandsbeziehungen ist seit Anfang der 1990er Jahre in der Ukraine aktiv. Es fördert und vernetzt Menschen der Zivilgesellschaft, die sich für Demokratie, Medien- und Pressefreiheit sowie Menschenrechte stark machen. Der Krieg mitten in Europa verursacht nicht nur unvorstellbares menschliches Leid und Zerstörung, er zerreißt auch mühevoll gepflegte Netzwerke. Deshalb engagiert sich das ifa auch in der aktuellen Situation für den fortgesetzten Dialog zwischen deutschen und osteuropäischen Künstler:innen und setzt sich für geflüchtete Kulturschaffende aus der Ukraine ein.

Mehr zur Ukraine beim ifa

Ukrainian Hugs © Yana Rogatenyuk

ifa-Publikationen zum Thema Migration und Flucht

Neu
Art der Publikation: Sammelbände
Thema: Kultur und Außenpolitik, Zivilgesellschaft, Konfliktbearbeitung, Europa
Europa: Festung oder Sehnsuchtsort?
Kultur und Migration
Verfasser: Seyla Benhabib, Umberto Eco, Martin Eichtinger, Francis Fukuyama, Phoebe Griffith, Kai Hafez, Jochen Hippler, Mely Kiyak, Alban Lefranc, Heribert Prantl, Isabel Schäfer, Bassam Tibi, ...
Erscheinungsjahr: 2015
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Art der Publikation: Studien und Inputs
Thema: Kultur und Außenpolitik, Internationale Kulturbeziehungen, Kunst
Kunstvermittlung in der Migrationsgesellschaft
Reflexion einer Arbeitstagung – 2011
Verfasser: Soran Ahmed, Sidar Barut, Daniela Bystron, Paul Mecheril, Frauke Miera, Carmen Mörsch, Persefoni Myrtsou, Rubia Salgado, Lena Siebertz, Deniz Sözen, ...
Erscheinungsjahr: 2012
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Art der Publikation: Studien und Inputs
Thema: Kultur und Außenpolitik, Internationale Kulturbeziehungen, Medien, Mittelmeer
Migration von Subsahara-Afrika nach Europa
Motive, Informationsquellen und Wahrnehmung deutschen Engagements
Verfasser: Anke Fiedler
Erscheinungsjahr: 2017
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Art der Publikation: Studien und Inputs
Thema: Kultur und Außenpolitik, Europa
Migration, Integration und die Arbeit von Kulturinstituten
Verfasser: Marcel Berlinghoff
Erscheinungsjahr: 2014
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