Kunstwerk des Monats

Das ifa schickt seit mehreren Jahrzenten Kunst auf Ausstellungstourneen um die ganze Welt. Nach ihrer jahrelangen Reise werden die Ausstellungen aufgelöst und die Werke werden in den Kunstbestand des ifa überführt. Im Laufe der Zeit hat sich ein Bestand von 23.000 Werken angesammelt.

Mit der Ausstellung "Weltreise" von 2013, kuratiert von Matthias Flügge und Matthias Winzen, wurde zum ersten Mal Einblick in die Sammlung gegeben. Die Tourneeausstellung wurde in Karlsruhe eröffnet und startete von hier ihre Reise in die Welt.

Mit der Reihe "Kunstwerk des Monats" soll der Zugang zur Sammlung erweitert werden. Es wird jeden Monat digital und bei einer Veranstaltung in der ifa-Galerie Stuttgart gezeigt und vorgestellt.

Juli 2021 | Herta Günther, geb. Bauer

Jorinde und Joringel, 1957

Radierung
19,5 x 29,7 cm

Im Verwirrspiel der Blätter verirren sich Jorinde und Joringel, ein junges Liebespaar, im Dickicht. Sie kommen dem alten Schloss der Erzzauberin viel zu nah. Joringel erstarrt solange, bis Jorinde von der alten Hexe, in eine Nachtigall verwandelt, ins Schloss gesperrt ist. Als Schafhirte träumt Joringel von einer Blume, mit deren Hilfe er Jorinde vom Zauber befreien kann.

Das Märchen der Gebrüder Grimm ist in sechs Szenen aufgeteilt, die sich in klassischer Leserichtung von links nach rechts und von oben nach unten um den Baum in der Mitte winden. Die Radierung besticht mit den unterschiedlichsten Grautönen, die die Künstlerin Herta Günther allein durch die Umrisslinien der Blätter und Sträucher erzeugt. Der ausdrucksstarke und verspielte Strich der Künstlerin fasziniert und durch die erfindungsreiche Linienführung sind noch im kleinsten Detail immer wieder neue und spannungsreiche Formen zu entdecken. Die Lesbarkeit innerhalb des Bildes ist jedoch immer gegeben, denn die beiden Hauptfiguren heben sich vom Pflanzendickicht stets ab.

Die Radierung ist Teil einer ganzen Serie zu den Märchen der Gebrüder Grimm. Sie entsteht 1957, als die junge Künstlerin, damals noch unter ihrem Mädchennamen Herta Bauer, gerade ihr Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden abgeschlossen hat und in den Verband Bildender Künstler in der DDR aufgenommen wird. In den Kunstbestand des ifa kommt die Zeichnung 1992 zusammen mit 14.000 weiteren Grafiken nach der Auflösung des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR (ZfK). Das ZfK organisierte ähnlich wie das ifa, Ausstellungen im In- und Ausland, unter anderem auch im Auftrag des Verbandes Bildender Künstler in der DDR. Wahrscheinlich ist die Zeichnung in diesem Zusammenhang in den Bestand des ZfK gelangt.

Herta Günther, "Jorinde und Joringel", 1957, © (Herta Günther) VG Bild-Kunst Bonn, 2021

Juni 2021 | Joseph Beuys

So kann die Parteiendiktatur überwunden werden, 1971, © (Joseph Beuys) VG Bild-Kunst Bonn, 2021

So kann die Parteiendiktatur überwunden werden, 1971

Bedruckte Plastiktüte aus Polyäthylen mit Informationsmaterial und Filzobjekt
75 x 51,5 cm

Das Statement "So kann die Parteiendiktatur überwunden werden", das Beuys über seine Aktion für ein System der direkten Demokratie stellte, klingt in heutigen Ohren wie eine Forderung der Querdenker-Szene. Und viele, die sich zurzeit auf solchen Veranstaltungen tummeln, hätte man zu Beuys' Lebzeiten sicher auch in seinem Umfeld finden können. Selbst beschrieb sich der Künstler als Heiler und Schamane, pflegte enge Beziehungen zu Anthroposoph:innen und Esoteriker:innen, aber auch zu Kameraden aus Kriegszeiten und Alt-Nazis. Beuys' Biographie, heute akribisch aufgearbeitet, löst nach wie vor Kontroversen aus, die dem diskussionsfreudigen Künstler selbst sicher auch gefallen hätten.

Die Initiative zur Einführung der direkten Demokratie durch Volksabstimmung, für die Beuys mit der Plastiktüte samt Informationsmaterial und Filzstück warb, startete 1971, also vor rund 50 Jahren. Auf der Plastiktüte sind die Thesen der Vorteile einer direkten und die Nachteile einer parlamentarischen Demokratie in einem Diagramm auf der einen Seite dargestellt. Auf der anderen Seite befindet sich eine Zeichnung, in der Beuys die Überwindung der Parteiendiktatur skizziert. 1972 richtete er auf der documenta 5 ein Büro ein, in dem er über die gesamten 100 Tage der Ausstellungsdauer mit den Besuchern diese Thesen erörterte. Die Tüten konnten auf der Documenta käuflich erworben werden.

Beuys' Engagement für die direkte Demokratie muss immer auch im Rahmen seiner Theorie der sozialen Plastik verstanden werden, in der er jedem Einzelnen die Fähigkeit zuspricht mit seiner jeweiligen Kreativität zum Wohl der Gemeinschaft beitragen zu können. Es greift zu kurz die Plastiktüte aus heutiger Perspektive auf selektive Weise zu betrachten. Die Mehrdeutigkeit des 10.000-fach aufgelegten Multiples sollte als Qualität wahrgenommen werden. Allein die verschiedenen Kontexte, in denen die Tüte auftauchen kann, erzeugen unterschiedliche Rezeptionsmöglichkeiten. In der Ausstellung "Eine lange Geschichte mit vielen Knoten - Fluxus in Deutschland 1962 – 1994" des ifa zum Beispiel war die Plastiktüte von 1995 bis 2012 an den unterschiedlichsten Orten der Welt zu sehen. Seit 2013 ist die Arbeit Teil der ifa-Ausstellung Weltreise.

Mai 2021 | Joseph Beuys

Information über Energiekörper, 1957

Bleistift und Eisenchlorid auf Papier
17,5 x 27 cm

Skizzenhaft angelegte Linien hin zu einem Fluchtpunkt öffnen einen Raum, die Idee einer Landschaft. Ein kokonartiger Körper schwebt dominierend im Blatt. Er wird von verwischten Linien aus Eisenchlorid verstärkt. Andere graue Wischspuren laufen auf den Körper zu und in ihn hinein. Im Inneren befindet sich eine weitere runde Form, die eine Art Zentrum der Arbeit bildet. Ein Raum, auf den alle Linien zulaufen und in dem sich die Energien bündeln. Das Blatt von Beuys transportiert "Informationen über Energiekörper". Doch nicht über Worte werden diese Informationen zugänglich, sondern über einfache Striche auf einem Papier.

In seiner Theorie der "Sozialen Plastik" formuliert Beuys den Gedanken, dass jeder Mensch durch kreatives Handeln zum Wohl der Gemeinschaft beitragen kann und dadurch plastizierend, verändernd auf die Gesellschaft einwirkt. "Die einzig revolutionäre Kraft ist die Kraft der menschlichen Kreativität." (Beuys) In seinen Zeichnungen entwickelt er, wie er selbst immer wieder betonte, seine Theorien und Ideen als Veranschaulichung plastischer Formen von Gedanken. Die zeichnerischen Arbeiten von Joseph Beuys sind Gedankenbilder, die auf sinnlicher Ebene zugänglich sind. In der vorliegenden Zeichnung kann sich die betrachtende Person konkret in den Energiekörper hineinversetzen, den Beuys so auch als Installationen im physischen Raum umgesetzt haben könnte.

Die Zeichnung "Information über Energiekörper" wurde in der Tourneeausstellung "Beuys: Zeichnungen, Objekte und Druckgrafiken" des ifa gezeigt. Die Ausstellung startete 1990 in Sydney und endete nach 44 Stationen auf über fünf Kontinenten 2004 in Neapel. Was bedeutet es für eine künstlerische Arbeit so weit zu reisen und in so vielen Ländern gesehen werden zu können? Und was bedeuten diese Zeichnungen für uns heute, knapp 65 Jahre nach Entstehung?

Im diesjährigen Beuys-Jubiläumsjahr zu seinem 100. Geburtstag werden in der ifa-Galerie Berlin Beuys Zeichnungen in den Dialog mit zeitgenössischen Positionen von Andrea Acosta, Anne Duk Hee Jordan und Sara Ouhaddou treten.

Information über Energiekörper, 1957, © (Joseph Beuys) VG Bild-Kunst Bonn, 2021

April 2021 | Franz Erhard Walther

Zeichnungen zum 1. Werksatz

Bleistift, Wasserfarbe, Deckfarbe, Öl (beidseitig)
1963 - 1969

Das Verhältnis von Körper, Material, Zeit und Raum steht im Zentrum des Werkes von Franz Erhard Walther. Es sind diese grundsätzlichen Kategorien, die der Künstler seit den 1960er Jahren, beginnend mit seinem 1. Werksatz (1963 - 1969) auf eine neue und ganz eigene Weise bearbeitet.
Als Pionier der partizipativen Kunst hat er die Betrachtenden als Teil und Werkformende der entstehenden Arbeiten mitgedacht. Die Objekte des 1. Werksatzes, die aus Baumwollstoff, Schaumstoff und Holz hergestellt sind, beziehen sich in ihren Maßen auf den menschlichen Körper. Im Zusammenspiel mit den Objekten kann der Körper der Besucherinnen und Besucher zur Skulptur werden, die Handlung wird zur Werkform. Gleichzeitig können die Objekte von den Betrachtenden auch in Gedanken aktiviert werden. Ihr Denken, ihre Sprache, ihre Wahrnehmung, Phantasien und Emotionen in Zeit und Raum können Material sein.

Die Zeichnungen zum 1. Werksatz nennt Franz Erhard Walther explizit Werkzeichnungen. Für ihn haben sie den Anspruch parallel zu den Werkhandlungen eigenständige künstlerische Arbeiten zu sein, trotz ihres fragmentarischen Charakters.
Franz Erhard Walther betont in seinen Aussagen die Vielfältigkeit der Zeichnung als Skizze, Notation, Entwurf, Planzeichnung, Konstruktion, autonome Zeichnung und Diagramm. Viele dieser zeichnerischen Methoden sind auch in den Werkzeichnungen zu finden. Begriffe, sprachliche Formulierungen von Handlungsabläufen, Darstellungen von Handlungen, grafische Elemente und malerische Flächen überlagern sich und bilden eine eigene zeichnerische Sprache.

Zurzeit sind Arbeiten von Franz Erhard Walther in den Tourneeausstellungen The Event of a Thread und Weltreise. Kunst aus Deutschland unterwegs zu sehen. Außerdem schickte das ifa die monografische Ausstellung Franz Erhard Walther. Werkstücke Zeichnungen von 1991 – 1993 auf Reisen.

Fassung auf dem Sockel (zu Nr. 23, 1. Werksatz), 29,7 x 20,9 cm, 1967 / 1969 © (Franz Erhard Walther) VG Bild-Kunst Bonn, 2021
Form gegen Material (zu Nr. 49, 1. Werksatz), 28 x 21.6 cm, 1996 © (Franz Erhard Walther) VG Bild-Kunst Bonn, 2021
Handlungsaufriß (zu Nr. 57, 1. Werksatz), 29,7 x 20,9 cm, 1969 © (Franz Erhard Walther) VG Bild-Kunst Bonn, 2021

März 2021 | Katharina Sieverding

Katharina Sieverding, "MATON", 1969 © (Katharina Sieverding) VG Bild-Kunst Bonn, 2021

MATON 1969

Farbfotografie
190 x 125 cm

Monumental vergrößert das Close-up eines Gesichts; nur der neutral geschlossene Mund, die Nase und leicht nach oben blickende Augen sind abgebildet. Die einzelnen visuellen Schichten scheinen wie mit einem Röntgengerät durchleuchtet zu sein. Die Bildinformationen sind grob gekörnt in schwarz und rot auf den Bildträger eingeschrieben.   

Katharina Sieverding hat für die Arbeit "MATON" ein Passbild von sich aus einem Fotoautomaten verwendet. Immer wieder neu fotografiert und bearbeitet wird das ursprüngliche Gesicht zu einer Maske, die gleißend vor der Betrachterin schwebt. Das Selbstbildnis verliert durch diese Transformation zunehmend an Individualität. Der eigentliche Porträt-Charakter des Bildes verschwimmt ins Allgemeine und wird zur Projektionsfläche seines Gegenübers. Gewohnte Kategorien brechen auf und das Gesehene lässt sich nicht mehr einfach einordnen.

Der Titel "MATON" verweist auf den Fotoautomaten, den Photomaton, von Anatol Josepho entwickelt und 1925 der Welt vorgestellt, aber auch die Übersetzung des französischen Wortes "maton - Gefängniswärter" eröffnet Zugänge zum Werk.

Katharina Sieverding entwickelte seit den sechziger Jahren die Ausdrucksmöglichkeiten der Fotografie maßgeblich weiter. Stets war ihr Selbstporträt ein zentrales Motiv der Auseinandersetzung mit dem Medium. Sieverding hinterfragt mit ihren Arbeiten herkömmliche Identitäts- und Genderkonstruktionen.

Die Arbeit "MATON" wurde 1992 vom ifa für die Ausstellung FotoKunst erworben und ist aktuell mit der Ausstellung "Weltreise" auf Tournee. 1997 begleitete das ifa den Beitrag von Katharina Sieverding für den deutschen Pavillon auf der Biennale di Venezia. Gudrun Inboden kuratierte die Ausstellung in Venedig, in der auch die Arbeit von Gerhard Merz zu sehen war.

Februar 2021 | Thomas Ruff

Aus: Junge Leute

Farbfotografie, Fotopapier
Je 26,9 x 20,9 cm
1984 -1987

Gesichter vor neutralen, einfarbigen Hintergründen. Weiches Licht. Nüchtern. Die Aufnahmen erinnern an Passfotos. Die Porträtierten sind im Profil, im Halbprofil oder in Frontalansicht zu sehen. Doch was geben die Menschen, die hier fotografiert wurden, von sich preis? Thomas Ruff, einer der bekanntesten Schüler von Bernd und Hilla Becher, ging bei seiner Serie streng konzeptuell vor: Jede porträtierte Person schaut mit neutralem Gesichtsausdruck in die Kamera. Der soziale Umraum wird ausgeblendet, es bleiben das Aussehen und die Kleidung. Aber welche Rückschlüsse auf die Persönlichkeit können gezogen werden?

Wie Thomas Ruff selbst sagt, kann die innere Wahrheit einer Person nie in einem Bild dargestellt werden. Bilder sind Konstrukte. Sich dessen bewusst zu werden, führt Ruff den Betrachtenden seiner Arbeiten immer wieder aufs Neue vor Augen.

Die 40 Aufnahmen der Serie entstanden zwischen 1983 und 1987 an der Düsseldorfer Kunstakademie und zeigen seine Mitstudierenden in einer ähnlichen Lebenssituation wie Ruff selbst. Welche Persönlichkeiten und Lebensgeschichten haben diese Kunststudentinnen und -studenten?

Die Gesichtszüge, die Frisur, das Make-up, der Schmuck und die Kleidung gewähren Einblick auf die Oberfläche, aber nicht auf die "innere Wahrheit" der Personen. In diesen Tagen ruft die Fotoserie Assoziationen von virtuellen Runden hervor, in der alle, frontal und flach, sorgfältig darauf geachtet haben, das Zuhause, von dem aus jede einzelne Person zugeschaltet ist, außen vor zu lassen.

Seit Ende der 1980-er Jahre entschied sich Thomas Ruff für einen neutralen weißen Hintergrund und präsentiert die Porträts auch in monumentalem Format, weit überlebensgroß. Die Fotoserie "Junge Leute" markiert den Beginn seiner internationalen Berühmtheit.

In der Ausstellung "Weltreise" sind Arbeiten von Thomas Ruff seit 2013 für das ifa auf Tournee. 1995 begleitete das ifa den Beitrag von Thomas Ruff für den deutschen Pavillon auf der Biennale di Venezia, der von Jean-Christophe Ammann kuratiert wurde und auch Arbeiten von Martin Honert und Katharina Fritsch zeigte.

Fotografisches Portrait eines jungen Mannes im Seitenprofil vor einem roten Hintergrund vom Künstler Thomas Ruff
Thomas Ruff, Aus: Junge Leute, 1984-87, © (Thomas Ruff) VG-Bild Kunst Bonn, 2021
Fotografisches Portrait einer jungen Frau vor einem blauen Hintergrund vom Künstler Thomas Ruff
Thomas Ruff, Aus: Junge Leute, 1984-87, © (Thomas Ruff) VG-Bild Kunst Bonn, 2021
Fotografisches Portrait einer jungen Frau vor einem blauen Hintergrund vom Künstler Thomas Ruff
Thomas Ruff, Aus: Junge Leute, 1984-87, © (Thomas Ruff) VG-Bild Kunst Bonn, 2021
Fotografisches Portrait eines jungen Mannes vor einem violetten Hintergrund vom Künstler Thomas Ruff
Thomas Ruff, Aus: Junge Leute, 1984-87, © (Thomas Ruff) VG-Bild Kunst Bonn, 2021
Fotografisches Portrait einer jungen Frau vor einem grünen Hintergrund vom Künstler Thomas Ruff
Thomas Ruff, Aus: Junge Leute, 1984-87, © (Thomas Ruff) VG-Bild Kunst Bonn, 2021
Fotografisches Portrait eines jungen Mannes vor einem blauen Hintergrund vom Künstler Thomas Ruff
Thomas Ruff, Aus: Junge Leute, 1984-87, © (Thomas Ruff) VG-Bild Kunst Bonn, 2021

Januar 2021 | Katharina Fritsch

Katharina Fritsch, "Panther und Regal mit 8 Figuren", 1992/94 © (Katharina Fritsch) VG Bild-Kunst Bonn, 2020

Panther und Regal mit 8 Figuren

Polyester, Farbe, Holz, Gips
90cm Höhe, Ø 160cm und 240 x 100 x 100cm
1992/94

Konspirativer Zirkel oder Moment der Entladung vor dem gegenseitigen aufeinander losgehen?

Zu einem Kreis platziert sitzen sich acht schwarze Panther gegenüber. In ihrer Mitte ist niemand zugelassen. Erstarrt in Polyester ist nicht nur der Moment des Fauchens: Ihre Körper sind lebensgroß und identisch im Aussehen. Kontrastiert wird dieser muskelangespannte Moment durch ein hohes regalartiges weißes Podest mit acht kleinen weißen Figuren. Es handelt sich um Repliken einer Devotionalie, welche die hl. Katharina von Siena mit Lilie und Rosenkranz darstellt. Zwischenräume rhythmisieren das ebenfalls im Kreis angeordnete Ensemble und lassen es wie in Bewegung erscheinen.

Bei einzelner Betrachtung erscheinen die Figuren merkwürdig vertraut. Sucht man etwa den Begriff "Pantherskulptur" im Internet, tauchen zahlreiche Varianten von Dekorationsfiguren auf, wahlweise aus glänzendem Porzellan oder Kunststein. Eine dieser Massenwaren nahm sich die Künstlerin Katharina Fritsch zum Vorbild und vergrößerte sie um ein Vielfaches. Die Alltagswelt ist ihre Inspiration: Dekoration und Nippes, aber eben auch Devotionalien wertet die Künstlerin nicht ab, sondern erhebt sie durch einen aufwendigen Herstellungsprozess und deren maßgenaue Inszenierung.

Die Kreisform und symmetrische Anordnung der identischen Objekte, die zum Grundmotiv der Künstlerin geworden sind, lassen die Vertrautheit gleichzeitig ins Rätselhafte und Unheimliche kippen. Das monochrom matte Schwarz der Panther, das jegliches Licht absorbiert und eine Spiegelung des Umraums verhindert sowie die überhöhten schneeweißen Andachtsfiguren verstärken diesen ambivalenten Moment zwischen Vertrautheit und Abstoßung, Witz und Beklemmung.

Die kombinierte Präsentation von "Panther und Regal mit 8 Figuren" sowie das frühere Werk "Wühltisch"  (1987/89) von Katharina Fritsch waren Teil der ifa-Tourneeausstellung "Leiblicher Logos: 14 Künstlerinnen aus Deutschland ". Seit 2013 ist "Panther und Regal mit 8 Figuren" in der ifa-Ausstellung "Weltreise" zu sehen. Im Jahr 1995 zeigte Katharina Fritsch ihr raumgreifendes Werk "Museum" neben Werken von Martin Honert und Thomas Ruff im Deutschen Pavillon auf der Biennale di Venezia.

Text: Laura Wünsche

Dezember 2020 | (e.) Twin Gabriel

Limonade. Von Afrika

Planktonzucht, Wasserbecken, Ytongsteine, Quecksilberdampflampen
Je 80 x 80 x 80 cm
1996

Fünf weiße würfelförmige Sockel, mit jeweils einem grünen Kubus gleicher Größe darauf platziert, stehen in einer Reihe nebeneinander. Über jedem Kubus hängt eine silberne Lampe, die eine trübe grüne Flüssigkeit erleuchtet: Plankton. Formal erinnert der Aufbau an eine serielle Skulptur in der Tradition des Minimalismus, doch scheinen die Betrachterinnen und Betrachter vielmehr einem naturwissenschaftlich inspirierten Experiment beizuwohnen. Das Plankton, für den musealen Kontext nach wie vor eher unüblich, ist lebendig. Die Materialien des Kunstwerks stammen nicht aus einem klassischen Künstlerbedarfsladen, sondern aus dem Baumarkt. Der Sockel besteht aus handelsüblichen Ytongsteinen, die Kuben sind aus einfachem Glas konstruierte Aquarien.

Anfang der 1990er Jahre stieß die Künstlerin Else Gabriel auf einem Berliner Trödelmarkt auf zwei Aktenordner. Ihren Fund beschrieb sie wie folgt: "192 s/w Fotokopien von Schreibmaschinentexten und ursprünglich farbigen Gouachen (…) und teilweise collagierten Tier- und Krimskramszeitungsbildern. Es geht um Afrika. Nicht fragen. Kaufen. War nicht teuer. 1,- DM pro Stück." Auf einem der Zettel außerdem die Notiz "Limonade. Von Afrika".

Ist dieser Zettel tatsächlich der Ausgangspunkt für die Arbeit? Grüne Limonade aus Plankton? Und warum bitte "Von Afrika"? Plankton bedeutet aus dem Altgriechischen übersetzt "Umherirrende, Umhergetriebene". Wer sind die Umherirrenden und die Umhergetriebenen? Das Plankton oder der Verfasser der Zettel, oder wir vor den grün schimmernden Aquarien stehend? Die Künstlerin jedenfalls fragt nicht, sie kauft, agiert und überlässt das Fragen der entstandenen Arbeit.

"Manchmal, gerade bei besonders guten Fragen, kommt keine Antwort heraus, sondern, wenn man sich die Frage genau anschaut, nur, aber immerhin, eine bessere Frage." (G. W. F. Hegel)

Der Künstlername (e.) Twin Gabriel steht für das Künstlerpaar Else Gabriel und Ulf Wrede. Die beiden arbeiten seit Ende der 1980er Jahre zusammen. Die noch in der DDR eingeübte skeptische und ironische Haltung haben die Künstler sich in den subversiven Untersuchungen ihrer Performances und Installationen bewahrt.

Die Arbeit "Limonade. Von Afrika" sowie weitere Arbeiten von (e.) Twin Gabriel waren von 2000 – 2008 in der ifa Ausstellung QUOBO - Kunst in Berlin 1989-1999 zu sehen.

Fünf weiße würfelförmige Sockel, mit jeweils einem grünen Kubus gleicher Größe darauf platziert, stehen in einer Reihe nebeneinander. Über jedem Kubus hängt eine silberne Lampe, die eine trübe grüne Flüssigkeit erleuchtet: Plankton.
(e.) Twin Gabriel, Limonade. Von Afrika, 1996, Foto: John Hammond © (Twin Gabriel) VG Bild-Kunst Bonn, 2020

November 2020 | Helga Paris

Schwarz-Weiß Fotografie von einer Straße mit einer fliegenden Taube
Helga Paris, Winsstraße mit Taube, 1970er Jahre, Foto © Helga Paris

Winsstraße mit Taube

26 x 38,5 cm
Schwarz-Weiß-Fotografie
Silbergelatineabzug
1970er Jahre

Ein Straßenzug verliert sich im Nebel. Vereinzelt gehen Menschen auf den breiten Gehwegen. Präsent hängt ein Werbeschild an der von der Zeit angefressenen Fassade: "Werner Wendt, Hutformen Modellbau, Hof parterre". An der Straße parkt, Wagen an Wagen, das fast immer gleiche Automodell. Eine Taube fliegt ins graue Nichts.

Der unaufgeregte Blick, mit dem Helga Paris ihren Kiez im Prenzlauer Berg in Berlin aufgenommen hat, ist charakteristisch für ihre Fotografien. Eine schlichte Poesie, die den Betrachter oder die Betrachterin die Vertrautheit und die soziale Empathie spüren lässt, mit der Paris den Alltag in der DDR zeigt. Dem proletarischen Milieu der Großstadt gehört ihr Interesse und ihre Zuneigung.

Helga Paris ist Autodidaktin und fotografierte zunächst ihre Kinder – Familie, Freundinnen und Freunde, Nachbarinnen und Nachbarn sollten folgen. Aus einer Arbeiterfamilie stammend hat die Künstlerin die Fähigkeit, den Menschen in ihrer Umgebung, in den Eckkneipen und auf den Straßen, nahe zu kommen. Ihre Kamera wird bei den Begegnungen für die Aufgenommen oft unsichtbar. Den Blick, mit dem Paris den Menschen begegnet, nennt ihre Freundin, die Dichterin Elke Erb, "Wiegenehrlichkeit".

Für das ifa ist seit 2012 die monografische Ausstellung Helga Paris unterwegs. In ihr wird das fotografische Werk der Künstlerin gezeigt, das in den Jahren zwischen 1968 und 2011 entstanden ist.

Oktober 2020 | Hanns Schimansky

Ohne Titel

Collage, Tusche, Buntstift
62,5 x 45 cm
1993

Ein orangenes Transparentpapier bestimmt fast die gesamte Collage. Das Papier zeigt verschiedene Spuren des Gebrauchs, es ist gefaltet, verkrumpelt und wieder glattgestrichen. Aus der Faltung entstandene Linien ziehen sich gerade über das gesamte Papier oder bilden ein Gewirr an Verästelungen. Das Licht wird von der Oberfläche des glänzenden Papiers in die verschiedensten Richtungen reflektiert.

Links oben auf dem Blatt ist eine Aufzählung von blauen Buntstiftpunkten zu sehen. Jeder einzelne Punkt hat seine Eigenheiten, ist mehr oder weniger ausgedehnt, hat eine Richtung, oder bleibt bei sich. Die einzelnen Reihen der Aufzählung bilden Wellen, die ineinander übergehen und schließlich ins Orange abtauchen. Im Hintergrund ist ein Geflecht von dunklen Linien zu erkennen, das von der Rückseite des Papiers durchscheint. Schichten unterschiedlicher, transparenter Materialien überlagern sich in der Arbeit. Im Zentrum klebt ein weißes Stück Papier, auf einer Seite wellenförmig abgerissen.
 
Hanns Schimansky ist Zeichner und als solcher Erfinder, Entdecker und Forscher. Seine Formensprache entwickelt er aus der Beobachtung seiner Umgebung. Die Küste, an der er aufwuchs und die Stadt, in der er lebt, bieten ihm dafür vielfältige Anregungen. In seinen Zeichnungen entwickelt er immer wieder neue Formulierungen seiner Beobachtungen, er variiert sie, kürzt sie ab und experimentiert mit ihnen.

Hanns Schimansky konzentriert sich mit all seinen Sinnen auf das Medium der Zeichnung. Er gehört zu den Künstlern, die sich ganz der Arbeit mit und auf Papier verschrieben haben. Das Zeichnen ist eine direkte, gezielte Bearbeitung des Mediums für Schimansky. Zeichner zu sein bedeutet für ihn, der schwindelerregenden Medienwelt etwas entgegenzustellen -  langsamer werden.

Im Kunstbestand des ifa befinden sich 11 Collagen von Hanns Schimansky, die er Anfang der 1990er Jahre geschaffen hat. Eine weitere Zeichnung von 1983 stammt aus dem Bestand des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR, dessen Sammlung das ifa nach der Wende aufgenommen hat.

Kunstwerk ohne Titel von Hanns Schimansky
Hanns Schimansky, ohne Titel, 1993, © Hanns Schimansky

September 2020 | Gabriel Rossell Santillán

Obsidiano von Gabriel Rossell Santillán
Gabriel Rossell Santillán, Obsidiano, 2006, Foto: ifa, © Gabriel Rossell Santillán

Obsidiano

Video Installation, Mini DV auf DVD, Obsidian Stein, Laptop und Labyrinth
2006

Der Obsidian ist keine Metapher. Vor einem Laptop dient dieses vulkanische Gestein als Projektionsfläche für die Aufnahme einer Zeremonie im Dahlemer Archiv, die nur in ihrer Opazität sichtbar werden soll; die Bilder wurden nicht dafür gemacht, im direkten Licht, ohne Filter oder in den Massenmedien gezeigt zu werden. Wie bei einem altniederländischen Gemälde können sich nur wenige Personen gleichzeitig der Installation nähern. Der Obsidian überführt das Video in den Raum der Malerei, obwohl das Video als Medium dafür entwickelt wurde, bewegte Bilder für die Massen abzubilden. Wegen des eingeschränkten Raumes um die Installation herum und der Kürze des Videos, müssen die Betrachterinnen und Betrachter nah an den Obsidian herantreten und ihren Standort ändern. So kehrt die Projektion in der Installation die Rolle, die die Projektion eines Videos (z.B. im Kino) hat, um: Anstatt die Massen zu erreichen, zieht die Installation die Betrachterinnen und Betrachter zu sich und in die Zeitlichkeit des zeremoniellen Raumes.

Die Gesänge des Mara’akamen1 Dionisio im Ethnologischen Museum in Berlin-Dahlem ließen die Institution erzittern. Während der Zeremonie verblasste die Aura der Klassifizierung von Wissen, die das Museum normalerweise darstellt. Die Anwesenheit von Dionisio verwandelte den Raum, in dem sich die Opfergaben und die zeremoniellen Utensilien befanden und nahm ihm die Maske des "Anderen".

In der Installation "Obsidiano" eröffnet sich ein zeremonieller Raum zwischen dem Obsidian und dem Laptop, in dem die Körper der Betrachterinnen und Betrachter zum Medium der Interaktion werden und Partizipation und Austausch ermöglichen. Die Betrachterinnen und Betrachter spüren durch den Körper, wie koloniale Strukturen aufbrechen, gesellschaftliche Beziehungen sich dadurch verändern und soziale Repräsentationen sich neu herstellen.

Das Werk "Obsidiano" entstand 2006 und wurde im Jahr 2016 für die Ausstellung "Politik des Teilens - Über kollektives Wissen" erworben. Die Ausstellung wurde in Koproduktion der ifa-Galerien mit dem Artspace Auckland in Neuseeland entwickelt. Ende Januar 2021 wird "Obsidiano" erneut in der ifa-Galerie Stuttgart im Rahmen der Ausstellung "Eine natürliche Ordnung der Dinge. Lothar Baumgarten. Gabriel Rossell Santillán" zu sehen sein.


Text: Andrea Meza Torres
Andrea Meza Torres erwarb einen Doktortitel am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt Universität zu Berlin und war von 2016 bis 2018 Postdoctoral Fellow am CEIICH der UNAM, in Mexiko Stadt, wo sie über das Thema "Interreligiöse und interkulturelle Dialoge aus dekolonialer Perspektive" geforscht hat.


1 Mara’akame (von der Gemeinschaft der Wixáritari als "Cantador" ins Spanische übersetzt worden) ist eine Person mit einer besonderen Aufgabe innerhalb der Wixárika-Gemeinde, die durch ihren Gesang bei Zeremonien mit anderen Subjekten kommuniziert. Diese können menschlicher, nicht-menschlicher Natur sein, lebendig oder nicht-lebendig.

August 2020 | Joseph Beuys

Ich kenne kein Weekend

Maggiflasche, Buch (Kant, Kritik der reinen Vernunft)
Multiple 95 Exemplare
15 x 20 x 20 cm
1972

Eine Maggi-Flasche neben der "Kritik der reinen Vernunft". Es fällt nicht gerade leicht diese beiden Objekte, die Joseph Beuys in der Auflagenarbeit "Ich kenne kein Weekend" nebeneinander positioniert, in Beziehung zu bringen. Die "Kritik der reinen Vernunft", das erkenntnistheoretische Hauptwerk des wichtigen deutschen Aufklärers Immanuel Kant von 1781, und Maggi, ein Gewürz, das in den 1970er Jahren, der Entstehungszeit des Kunstwerks, in keinem bundesdeutschen Haushalt fehlen durfte.

Beide Objekte sind in etwa gleich groß und farblich einander angepasst. Auf dem typisch gelben Reclam-Einband sieht man einen roten Stempel: "BEUYS: Ich kenne kein Weekend", der farblich dem Rot der Maggi-Flasche entspricht. Formal sind die Objekte gleichrangig angeordnet. Üblicherweise steht der Meilenstein der Philosophiegeschichte jedoch nicht neben der Gewürzflasche in der Küche. Indem Beuys die beiden "Readymades" neben einander stellt, fordert er die Betrachterin und den Betrachter auf, die Objekte zusammen zu denken. Beuys würzt Kants Gedankengut mit schlichter Alltagskultur. Er bricht Kategorien und Hierarchien auf.

Auch in seiner Theorie der "sozialen Plastik" versucht Beuys das Alltagsleben in die Kunst einzubinden. Mit seinem Statement "Jeder Mensch ist ein Künstler" setzt er jeden von uns in die Verantwortung, die Gesellschaft mit dem eigenen kreativen Handeln jeden Tag in der Woche verändern zu können.
Aktuell ist "Ich kenne kein Weekend" mit der Ausstellung Weltreise. Kunst aus Deutschland unterwegs auf Tournee. Die monografische Ausstellung Beuys, Drawings – Objects – Prints die bis 2004 auf Reisen war, hat Götz Adriani 1990 für das ifa kuratiert. In der ifa-Tourneeausstellung "Fluxus in Deutschland" (1995-2012) waren weitere Werke von Joseph Beuys  zu sehen.

Das ifa freut sich auf das Beuys-Jubiläumsjahr 2021, in dem der Künstler und sein Werk zu seinem 100. Geburtstag geehrt werden.

Eine Maggi-Flasche neben Kants Kritik der reinen Vernunft, auf dem Einband ein roter Stempelabruck mit der Aufschrift BEUYS: Ich kenne kein Weekend
Joseph Beuys, Ich kenne kein Weekend, 1972, Foto: Uwe Walter, © VG Bild-Kunst Bonn, 2020, für Joseph Beuys

Juli 2020 | Karin Sander

Eine rechteckige Fläche auf der Wand, die hochglänzend poliert ist. Licht, das darauf fällt, wird auf dieser spiegelglatten Stelle reflektiert.
Karin Sander, Wandstück, 1994, Foto: Maximilian Bauer, © (Karin Sander) VG Bild-Kunst Bonn, 2020

Wandstück

Wandfarbe, poliert
42 x 59,4 cm
1994

Die Arbeit "Wandstück" von Karin Sander ist unauffällig und kaum zu erkennen. Die Künstlerin hat eine rechteckige Fläche auf der Wand hochglänzend poliert. Licht, das darauf fällt, wird auf dieser spiegelglatten Stelle reflektiert.
Weder Farbe noch Pigment wurden aufgetragen, um ein Bild zu erzeugen. Stattdessen hat die Künstlerin eine sehr dünne Schicht mit einem extrem feinen Schleifpapier abgeschliffen. Die Eigenheiten der Wand werden durch diesen Prozess hervorgehoben, ihre Eigenschaften in Frage gestellt. Die Wand, klassischerweise der Träger eines Bildes, wird selbst zum Bild – Bild und Wand liegen auf gleicher Ebene. Wo beginnt das Kunstwerk und was ist die Wand? Karin Sander befragt in ihren Arbeiten immer wieder die Rahmenbedingungen von Kunst und verhandelt diese neu.
Geschliffene Wandstücke von Karin Sander sind unter anderem im Museum of Modern Art (MoMA), New York und in der Staatsgalerie Stuttgart realisiert worden. Sie sind zu einer Art Markenzeichen der Künstlerin geworden.
Eine Ausführung von "Wandstück" hat Karin Sander auch im ifa Stuttgart realisiert. Sie wählte dafür eine Wand im Durchgangsbereich vor dem "Weltraum" aus, in dem öffentliche Veranstaltungen des ifa stattfinden. Weitere Kunstwerke von Karin Sander waren in der ifa-Tourneeausstellung "Leiblicher Logos: 14 Künstlerinnen aus Deutschland" vertreten und sind außerdem derzeit in der Ausstellung Weltreise. Kunst aus Deutschland unterwegs zu sehen.