Kulturpolitische Foren

Kulturelle Bildung: Theorie und Praxis

Das deutsch-chinesische Forum "Kulturelle Bildung: Theorie und Praxis im deutsch-chinesischen Austausch" ist die Fortführung eines 2016 begonnenen Dialogs der Stiftung Mercator und der China Soong Ching Ling Stiftung unter Beteiligung des ifa. Das Ziel des Forums ist der Austausch über zentrale Entwicklungsaufgaben der kulturellen Bildung und die Vertiefung des gegenseitigen Verständnisses in einem transkulturellen Fachdialog zwischen Lehrkräften, Künstlerinnen und Künstlern sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Es birgt besondere Potentiale, wenn es um eine stärkere Diversitätsorientierung in der Bildung und um die Gestaltungsfähigkeit bei globalen Fragen geht.

Kulturelle Bildung – ein deutsches Phänomen?

Nach deutschem Verständnis zielt kulturelle Bildung in erster Linie auf die Persönlichkeitsbildung durch und mit den Künsten ab. Auf individueller Ebene geht es um die Entwicklung von ästhetischen Wahrnehmungs- und Gestaltungskompetenzen und um die Sozialisierung kognitiver, emotionaler und unbewusster Haltungen. Die gesellschaftliche Seite der kulturellen Bildung umfasst traditionell Inklusion und Teilhabe, Demokratiebildung und jüngst auch Nachhaltigkeit und Diversität. Bildung findet also durch Künstlerinnen und Künstler vermittelt oder auf der Basis künstlerischer und ästhetischer Prozesse statt.

In der internationalen Zusammenarbeit scheitert das Konzept der kulturellen Bildung immer wieder am Transfer in andere kulturell und historisch gewachsene Bildungszusammenhänge. Die Diskussion dreht sich unter anderem um die gesellschaftliche Rolle von Kreativität und Innovationsfähigkeit, zeitgemäße Formen der Tradierung und Wertebildung, Nachhaltigkeit und ökologischen Wandel. Trotz der divergierenden Perspektiven in Deutschland und China verfolgen politische Akteure und Zivilgesellschaften beider Seiten das Ziel, eine nachhaltige und zukunftsfähige Lebenswelt für kommende Generationen zu gestalten.

Fotogalerie

Foto: Andreas Schoelzel. Guo Zhiping, Fachbereichsleiterin für Kunsterziehung und Kang Liying, Professorin an der Capital Normal University in Peking, ifa Galerie Berlin
Guo Zhiping, Fachbereichsleiterin für Kunsterziehung und Kang Liying, Professorin an der Capital Normal University in Peking im Austausch zu digitalen Strömen und analoger Kunst vor einem Werk von Natasha Oguniji in der ifa-Galerie Berlin. Foto: Andreas Schoelzel.
Foto: Peter Gwiazda, Essen
Digitale Medien machen das Lernen lebendiger. In Deutschland wie in China gibt es kulturelle und technische Herausforderungen. Foto: Peter Gwiazda.
Foto: Peter Gwiazda, Essen
Graffiti in der Schule? Kulturelle Bildung eröffnet Gestaltungspielräume und findet auch jenseits des Klassenzimmers statt. Foto: Peter Gwiazda.
Foto: Benjamin Jörissen, Peking
Vom Labor für Nanotechnologie bis zum Labor für Künstliche Intelligenz: Die digitalen Möglichkeiten an einer Mittelschule in Peking sind grenzenlos. Foto: Benjamin Jörissen.
Foto: Benjamin Jörissen. Dr. Werner Preißing ist Architekt und Systemanalytiker, Peking
Dr. Werner Preißing ist Architekt und Systemanalytiker. Er entwickelte „Visual Thinking“ als kreatives Problemlöseverfahren. Foto: Benjamin Jörissen.
Foto: China Soong Ching Ling Foundation. Kulturagentin Julia Münz, Peking
Kulturagentin Julia Münz; traditioneller Musikunterricht ist ein wichtiger Bestandteil der chinesischen Bildungs- und Kulturpolitik. Foto: China Soong Ching Ling Foundation.
Foto: China Soong Ching Ling Foundation, Peking
Kulturelle Bildung wird in China von Übung und Perfektion gekennzeichnet. Foto: China Soong Ching Ling Foundation.
Foto: Marco Dirr, Kulturwerkstatt Auf AEG, Nürnberg
Die langjährige Kooperation im deutsch-chinesischen Dialogforum bildet die Basis für einen vertrauensvollen Austausch. Foto: Marco Dirr.
Foto: Andreas Langen, Bürgermeisterin Isabel Fezer, Referat Jugend und Bildung der Stadt Stuttgart, ifa WeltRaum, Stuttgart
Bürgermeisterin Isabel Fezer, Referat Jugend und Bildung der Stadt Stuttgart, begrüßt zum Austausch über die Bedeutung von Konfuzius und Schiller für die kulturelle Bildung. Foto: Andreas Langen.
Foto: Marco Dirr, Nürnberg
Wie kann Geschichte eine Ressource für die Wertebildung in der kulturellen Bildung sein? Der Besuch des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände stimmte nachdenklich. Foto: Marco Dirr.

Schwerpunktthemen

  • Kulturelle Bildung in der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik (AKBP)

     

    Mittlerorganisationen der AKBP legen den Fokus der kulturellen Bildung auf die interkulturelle Bildung und auf die Bedeutung von kulturellen und kreativen Kompetenzen. In diesem Verständnis ist kulturelle Bildung eine wichtige Voraussetzung für eine konstruktive Zusammenarbeit mit internationalen Partnern. Sie schult Sensibilitäten für Gestaltungspotentiale, das Empathievermögen im sozialen Miteinander und die Ausdrucksfähigkeit in Bereichen, in denen die verbale Kommunikation an ihre Grenzen stößt. Damit trägt sie auch zum Schutz der kulturellen Vielfalt bei und ermöglicht Kooperationen auf Augenhöhe.

     

  • Wertebildung

     

    Die Debatte um Wertebildung in der kulturellen Bildung wurde in Deutschland in den vergangenen Jahren immer wichtiger. Im Fokus stehen das Zusammenleben in einer globalisierten und sich schnell wandelnden Welt, sozialer Zusammenhalt und Diversität in der Zuwanderungsgesellschaft. Im Hinblick auf ressourcenschonende und zukunftsfähige Praktiken wird darüber hinaus über nachhaltige Lebensstile diskutiert.

     

  • Kreativität und Innovation

     

    Neue Formen der Wissensaneignung und -vermittlung sollen Lernende auf eine veränderte Lebens- und Arbeitswelt vorbereiten. Kreativität und Innovationsfähigkeit werden vor allem in Bezug auf Wirtschaft und Arbeit mit Formaten kultureller Bildung verknüpft. Kreativität und Innovation sind aber nicht nur eine ökonomische Ressource, sondern auch Gestaltungskompetenzen im sozialen Miteinander auf lokaler und globaler Ebene.

     

  • Digitalisierung

     

    Die Digitalisierung in der kulturellen Bildung verändert und erweitert nicht nur die Produktion und die ästhetische Rezeption, sondern auch die pädagogische Vermittlung. Wohin diese Prozesse führen, wird erst allmählich sichtbar. Deutlich ist bereits, dass radikal neue künstlerische Ausdrucksformen und Genres entstehen. Daraus folgen neue Aufgaben für die pädagogische Vermittlung in formalen und non-formalen Kontexten.

     

Beiträge aus dem Programm

© ifa

Kulturelle Bildung und Digitalisierung

Digitalisierung verändert die Gegenstandsfelder der kulturellen Bildung und wirft Fragen zu neuen Praktiken und Arbeitsweisen auf.

Fotografie eines Chinesischen Tempels mit Hochhaus im Hintergrund

Zwischen traditionellen Werten und neuen Technologien

China. Ein Land rasanter Entwicklungen und Innovationen und gleichzeitig Jahrtausende alter Geschichte und Traditionsbewusstseins. Wie bewältigt das Land den Spagat zwischen diesen ...

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Logo der Stiftung Mercator, © Stiftung Mercator
Gefördert durch die Stiftung Mercator

Das Projekt wird von der Stiftung Mercator gefördert und findet in Kooperation mit der China Soong Ching Ling Stiftung statt.

Kontakt

Dr. Christina Buck-Rieder

Charlottenplatz 17
D-70173 Stuttgart

Telefon: +49.711.2225.123