KUNST- UND KULTURAUSTAUSCH

Blick auf die Stadt Teheran, im Hintergrund sind die Ausläufe des Elbrus-Gebirge zu sehen

Stadtentwicklung und Kulturaustausch

Zu Besuch in Teheran

ifa | Minimalistisches Werbedesign, brachliegende Flächen im Zentrum, Abbildungen von "Märtyrern" an Hauswänden –  von ihrem Besuch in Teheran nimmt die Berliner Kulturwissenschaftlerin Anne Huffschmid viele unterschiedliche Eindrücke und Beobachtungen mit.

Statement von Ulrich Raulff

"Kultur ist keine Feierabendbeschäftigung"

ifa | Ab Oktober wird Ulrich Raulff Präsident des ifa sein. Auf dem Martin Roth Symposium Ende Juni in Berlin gedachte er mit anderen Menschen aus Wissenschaft, Kultur und Politik seinem Vorgänger Martin Roth und beschäftigte sich mit der Frage, welche Rolle Kultur spielen kann. In vielen Diskussionen fand Raulff die Gedanken, Ideen und Überzeugungen seines verstorbenen Freundes wieder. Ein Statement über Kultur und Bildung als Voraussetzung für liberale Demokratie.

Aktivistinnen des Berliner Gartenprojekts "Prinzessinengarten" bauen gemeinsam eine Laube als Ort des Austausches; Foto: ARCH+/ Christine Rueb

Urbane Landwirtschaft kultiviert Teilhabe und Wissen

Gemeinschaft über Gärten

ARCH+ | Was sind in der heutigen Welt lebbare Gemeinschaftsvorstellungen? Dieser Frage geht die ifa-Tourneeausstellung "An Altas of Commoning: Orte des Gemeinschaftens" nach. Am 22. Juni findet die Premiere im Kunstraum Bethanien in Berlin Kreuzberg statt. Ein Ort des gemeinschaftlichen Zusammenlebens und Gestaltens ist auch der "Prinzessinengarten" in Berlin. Neben selbst angebauten Lebensmitteln geht es an diesem Ort viel um Themen der Nachhaltigkeit, Ökologie und Kollektivität. Marco Clausen und Elizabeth Calderon Lüning sind treibende Kräfte im "Prinzessinengarten". In einem Interview für die Ausstellungpublikation (ARCH+ 232) erklären sie, wie eine urbane Landwirtschaft das Bewusstsein für Themen der Stadtpolitik geschärft hat.

Kuratorisches Team der 10. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst

Eröffnung der 10. Berlin Biennale

Als Kollektiv kann man viel bewirken

ifa | Viele Personen sind in ihrem alltäglichen Handeln Heldinnen und Helden, aber niemand spricht über sie. Unter dem Titel "We don't need another hero" läuft vom 9. Juni bis 9. September die 10. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst. Yvette Mutumba ist eine der Kuratorinnen. Aktuell herrscht eine Stimmung der Angst und Besorgnis in der Gesellschaft. Viele haben das Gefühl, dass sich die gesellschaftliche Weltordnung besonders stark verschiebt. Doch Probleme und Herausforderungen tauchen immer wieder auf und die Geschichte bildet einen Zirkel, meint Mutumba im Interview mit dem ifa.

Demo der Deutschen Friedensgesellschaft/Vereinigte Kriegsdienstgegner am 16. Juni 1978 in Stuttgart; Foto: Stadtarchiv Stuttgart/ Ellen Bailey

Protest und Widerstand in Stuttgart

Mahnwachen, Hausbesetzungen und Sitzblockaden

ifa | Eine Menschenkette von Ulm bis Stuttgart, Fahrraddemos oder der Gay Freedom Day - In Stuttgart sind vergangene Proteste oft in Vergessenheit geraten. Viele Themen sind jedoch auch heute noch aktuell. Inken Gaukel, Kuratorin der Ausstellung "Kessel unter Druck. Protest in Stuttgart 1945-1989", beschäftigte sich intensiv mit der Geschichte des Aktivismus in Stuttgart. Im Interview mit dem ifa machte sie deutlich, warum Stuttgart keineswegs eine biedere und langweilige Stadt ist.

Tonband aus dem nationalen Rundfunkarchiv Guinea-Bissaus; Foto: Rui Vilela

Rekonstruktion der Kolonialgeschichte und neue Perspektiven

Von falschen Helden und wahren Freiheitskämpfern

ifa | "Das Verlangen zuzuhören" verspürte der portugiesische Künstler Rui Vilela, als er sich näher mit der kolonialen Geschichtsschreibung Portugals befasste. Für sein Projekt "Non-historicised Histories" durchstöberte er das Tonbandarchiv von Guinea-Bissau. Dabei stieß er auf Aufnahmen von Reden der Freiheitskämpfer sowie der Sprecher des Kolonialregimes. Er arbeitete auch eng mit Zeitzeugen und Historikern aus Guinea-Bissau zusammen, um die koloniale Vergangenheit des Landes in seinen Installationen darstellen zu können. Unterstützt wurde er dabei durch das Programm Künstlerkontakte des ifa. Im Interview spricht er über koloniale Geschichtsschreibung, unterschiedliche Narrative und seine Arbeit.

Blick in die Ausstellung "Über Aufstände und Widerstand. Riots: Allmähliches Aufkündigen der Zukunft"

Unpolitisch und verwöhnt: Generation Y in der Kritik

"Get Up, Stand Up!"

ifa | Mara Zöller findet, dass der Blick auf vergangene Unruhen sehr lehrreich sein kann. Als eine der Ersten besuchte die Studentin die Ausstellung "Über Aufstände und Widerstand. Riots: Allmähliches Aufkündigen der Zukunft", die vom 27. April bis 24. Juni in der ifa-Galerie Stuttgart gezeigt wird. In einem Kommentar ruft sie ihre Generation dazu auf, friedlich für die eigene Meinung einzustehen.

Interview mit Olaf Nicolai

Ein Bumerang auf Reisen

ifa | Wie kann eine zeitlich begrenzte Performance um die Welt reisen? Diese Frage stellten wir dem Künstler Olaf Nicolai. Auf der Biennale Venedig 2015 ließ er bei seinem Beitrag "Giro" Bumerangs vom Dach des Deutschen Pavillons werfen. Zwei Jahre später ging die Arbeit im Rahmen der Ausstellung "Fabrik – Über das Zirkulieren von Bildern, Waren und Menschen. Deutscher Pavillon der Biennale Venedig 2015 on tour" auf Weltreise. Im Gespräch mit dem ifa erzählt Olaf Nicolai, wie sich seine performative Aktion in einen reisefähigen Beitrag verwandelte.

Franciska Zólyom. Foto: Julia Rößner

Interview mit der Kuratorin der Biennale in Venedig 2019

"Kritisch-imaginatives Potenzial"

ifa | Aus heiterem Himmel erhielt Franciska Zólyom die Nachricht per SMS: Sie wurde vom Kulturausschuss des Auswärtigen Amts als Kuratorin des Deutschen Beitrages bei der Biennale di Venezia 2019 ausgewählt. Sofort sprudelte sie vor Begeisterung und Einfällen. Für sie ist Kunst zwar kein Allheilmittel, wirft aber einen kritischen Blick auf Gegenwartsfragen und zeigt die Vielschichtigkeit des Lebens auf. Im Interview sprach sie über die Rolle von Kultur in einem politisch angespannten Klima, ihren persönlichen Hintergrund und wie sie die neue Aufgabe in Angriff nimmt.

Afrikanische Masken in der spanischen Stadt Valencia

Reflexion kolonialer Vergangenheit in der musealen Gegenwart

"Museen müssen ihre Wissensordnungen radikal in Frage stellen"

ifa | Verstaubte Masken aus fernen Ländern, exotisierende Einblicke in das Leben "fremder" Kulturen, Gegenstände aus der Kolonialzeit und eurozentrische Wissensordnungen – ethnologische Sammlungen sind viel Kritik ausgesetzt. Doch was können Museen tun, um auf die Kritik einzugehen? "Auch wenn sich Museen einen globalen Anstrich geben, haben sie den Eurozentrismus nicht hinter sich gelassen", sagt Regina Wonisch, die sich in ihrer Studie "Reflexion kolonialer Vergangenheit in der musealen Gegenwart" mit kuratorischen Herausforderungen an der Schnittstelle von ethnologischen Museen und Kunst befasste. Im Interview spricht sie über das Humboldt Forum in Berlin und welche Lösungsansätze sie für notwendig erachtet.

Helga Paris: aus: Georgien, 1982. Foto/©: Helga Paris

Helga Paris: Eine Ausstellung in der ifa-Galerie Stuttgart

"Jeder Besucher sieht das, was er persönlich mitbringt und zulässt"

ifa | Fotos sind Augenblicke, die gerahmt eine besondere Bedeutung erhalten. Das weiß niemand so gut wie die Kunsthistorikerin Inka Schube. Sie hat die Ausstellung "Helga Paris. Fotografien", die aktuell in der ifa-Galerie Stuttgart gezeigt wird, kuratiert. Zu sehen sind 133 Schwarz-Weiß-Fotografien aus dem Werk der Künstlerin, die auch als Chronistin des ostdeutschen Nachkriegs bekannt ist. Im Interview spricht Inka Schube über ihre eigenen DDR-Erfahrungen, ihren Bezug zur Fotografie und die Bilder, die sie von Helga Paris auf eine einsame Insel mitnehmen würde.
Von Juliane Pfordte

Demonstration in USA, Foto:  Molly Adams (CC BY 2.0) via Flickr

Trump und der Kultursektor

Houston, wir haben (k)ein Problem

ifa | Wie steht es um die transatlantischen Kulturbeziehungen? In der Studie "Nach der US-Wahl. Handlungsspielräume der deutsch-amerikanischen Kulturbeziehungen" prognostiziert Curd Knüpfer zwei Szenarien: Wandel und Anpassung an die neuen Gegebenheiten oder Kontinuität bestehender stabiler Programme. Im Interview spricht er über die aktuelle Situation von US-amerikanischen Kulturinstitutionen und was diese von der deutschen Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik erwarten.

Nigül Tasman Foto: © Nigül Tasman

Dokumentarfilm "Der Flüchtling in mir"

Auf ihren schmalen Schultern tragen sie eine schwere Last

ifa | "Ziel meiner Projekte ist immer einen Beitrag zur Völkerverständigung und Toleranz zu leisten", sagt Nilgül Tasman. Die deutsch-türkische Schriftstellerin und Theaterregisseurin arbeitet seit 2014 in der Flüchtlingshilfe. In ihrem Dokumentarfilm "Der Flüchtling in mir" begleitete sie vier Jugendliche, die nach Deutschland geflohen sind. Ein Interview von Stefanie Alber

Foto: Evan Kirby via Unsplash

Eine wissenschaftliche Betrachtung

Kunst und Menschenrechte

ifa | 70 Jahre nachdem die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von den Vereinten Nationen beschlossen wurde, werden die darin festgehaltenen Rechte noch immer in vielen Ländern missachtet. Alex Tessa untersucht in ihrem Werk "Kunst und Menschenrechte 1994 – 2012. Der Beitrag von Künstlern und Kuratoren in der Auseinandersetzung um die Universalität der Menschenrechte" die Beziehung von zeitgenössischer Kunst und Menschenrechten.
Ein Buchtipp von Stephan Grassmann

Foto: Catherine Trautes | Goethe-Institut Kinshasa

Wolfgang Tillmans über die erste Station der Tourneeausstellung "Fragile"

"Eine spektakuläre Architektur"

Goethe-Institut | Erstmals ist eine Einzelausstellung von Wolfgang Tillmans auf dem afrikanischen Kontinent zu sehen: Bis zum 18. Februar 2018 macht sie unter dem Titel "Fragile" in Kinshasa Station. Im Interview mit Patrick Mudekereza spricht Tillmans über seine Eindrücke der ersten Station der ifa-Tourneeausstellung, die in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Kinshasa realisiert wird.

Helga Paris: Winsstraße mit Taube, 1970er-Jahre Foto/©: Helga Paris

Ausstellung "Helga Paris. Fotografien" eröffnet in der ifa-Galerie Stuttgart

Und alles riecht nach Nachkrieg

ifa | Im Wechselspiel zwischen Einzelbild und Serie entfaltet das Werk von Helga Paris einen Bilderbogen deutscher Geschichte, der mehr als 30 Jahre umfasst. Ihre Fotografien erzählen vom Leben in der DDR, enthalten einen psychologischen Mehrwert, der auf spezielle Weise Identifikation ermöglicht. Er liegt in dem Respekt und der Achtung, den ihre Bilder für das Fotografierte auszustrahlen vermögen. Von Inka Schube

Bruderkuss Leonid Breschnew und Erich Honecker, 30. Jahrestag der DDR, Ost-Berlin 1979 © Barbara Klemm

Tourneeausstellung "Zeitsprung" eröffnet in Litauen

Von der Kunst, sich selbst zurückzunehmen

ifa | "Alle meine Träume sind schwarzweiß", sagt die frühere FAZ-Fotografin Barbara Klemm im Interview. Jahrzehntelang dokumentierte sie das Zeitgeschehen. Heute sind ihre Aufnahmen tief im kollektiven Bildgedächtnis der Deutschen verankert. Die Ausstellung "Zeitsprung" zeigt eine Auswahl ihrer Werke sowie Aufnahmen des deutschen Pressefotografen Erich Salomon. Vom 26. Januar bis zum 18. Februar ist die Ausstellung im Klaipėda Culture Communication Center zu sehen.

Foto: Anja Beutler © ifa

Konferenz thematisiert Up- und Recycling weltweit

Papier, Plastiktüten, Pappkartons – pures Gold?

ifa | Wie lässt sich Müll in pures Gold verwandeln? Warum lebt gutes Design von Verschwendung? Und welche Bedeutung haben Up- und Recycling weltweit? Darüber diskutierten Kuratoren, Forscher, Designer und Studenten im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe. Die zweitätige Konferenz fand 2017 im Rahmen der Ausstellung "Pure Gold – Upcycled! Upgraded" statt. Zehn Jahre lang wird die Design-Show durch die Welt reisen. 

Wolfgang Tillmanns. Fragile, Posterserie, Foto: ifa; © Wolfgang Tillmans

Posterserie

Wolfgang Tillmans. Fragile

ifa | Wolfgang Tillmans Ausstellung "Fragile" ist die erste überhaupt, die den Künstler auf dem afrikanischen Kontinent zeigt. Anlässlich der Premiere der Ausstellung in Kinshasa bietet das ifa exklusiv eine Serie mit Plakaten zur Ausstellung an.

Lokale Ressourcen und traditionelles Handwerk

Zeitgenössische Architektur aus Indien

ifa | Um "Ideen und Gedanken zu erkunden" gründete Bijoy Jain 2005 das "Studio Mumbai". In dem Architekturbüro arbeiten neben Architekten auch Steinmetze, Schreiner, Blechschmiede, Flaschner und viele andere Handwerker. Die Ko-Kreation ermöglicht kreative Prozesse und Bauweisen, die Tradition und Moderne miteinander verbinden. Während des "Architekturnovember", organisiert vom Bund Deutscher Architekten Baden-Württemberg, präsentiert die ifa-Galerie Stuttgart mit der Ausstellung "Zwischen Sonne und Mond" die Arbeitsprozesse und Inspirationsquellen des indischen Architekten und seines Teams, sowie verschiedene Materialien, Werkzeuge und Farbmuster.
Interview von Constant Formé-Bècherat und Siri Gögelmann (in englischer Sprache)

Lageplan des Humboldt-Forums, Berlin, Foto/© SHF / Architekt: Franco Stella mit FS HUF PG

Kuratorische Herausforderungen für ethnologische Museen

Reflexion kolonialer Vergangenheit in der musealen Gegenwart?

ifa | Ethnologische Museen sind der Kritik ausgesetzt, koloniale Denkmuster zu reproduzieren und der Gegenwart nicht mehr gerecht zu werden. Wie gelingen Einblicke in koloniale Herrschaftsbeziehungen der Vergangenheit? Wo finden sich koloniale Spuren einer von Globalisierungsprozessen gekennzeichneten Gegenwart? Wie gelingt die Umwandlung einer kolonialen Einrichtung in einen Raum postkolonialer Auseinandersetzungen? Eine neue vom ifa herausgegebene Studie sucht Lösungsansätze.

Station einer Welttournee: Karachi

Fabrik – Deutscher Pavillon der Biennale Venedig 2015 on tour

ifa | 2015 kuratierte Florian Ebner den Deutschen Pavillon der Venedig Biennale. Knapp zwei Jahre später schickt das ifa den Beitrag der Venedig Biennale auf Welttournee. Vom 11. Dezember 2017 bis 14. Januar 2018 ist die Ausstellung im pakistanischen Karachi zu sehen. Doch um die Ausstellung "reisefähig" zu gestalten, musste einiges verändert werden. Welche Herausforderungen gab es? Was ist so wie in Venedig? Was hat sich verändert? Darüber spricht der Kurator Florian Ebner bei einem Rundgang durch die erste Station der ifa-Tourneeausstellung im Sursock Museum in Beirut.
Interview von Siri Gögelmann

Pure Gold Bildergalerie

Über die Kunst, Müll kreativ zu recyceln

ifa | Was die einen wegwerfen, verwandeln andere in wertvolle Schätze. Upcycling heißt das Zauberwort: Wie das geht, zeigt die Ausstellung Pure Gold - Upcycled! Upgraded! Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit gestalten Designerinnen und Designer aus aller Welt neue Kunstwerke aus (vermeintlichem) Müll. Die Tourneeausstellung feierte am 14. September ihren Auftakt im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe MKG. Sie soll noch zehn Jahre an verschiedenen Ausstellungsorten weltweit fortgeführt werden.

Foto: IoSonoUnaFotoCamera (CC BY-SA 2.0), via Unsplash

Handlungsspielräume der deutsch-amerikanischen Kulturbeziehungen

Nach der US-Wahl

ifa | Mehr als ein Jahr ist seit der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten vergangen. Schnell hat sich gezeigt, dass kulturpolitische Programme im neuen Haushaltsentwurf des neuen Staatsoberhaupts keine Priorität haben. Welche Folgen hat der politische Richtungswechsel für die deutsch-amerikanischen "Public Diplomacy"-Programme und die transatlantischen Kulturpolitik? Für die Studie des ifa-Forschungsprogramms "Kultur und Außenpolitik" hat Curd Knüpfer institutionelle Akteurinnen und Akteure aus dem Bereich der Kulturbeziehungen befragt.
Von Curd Knüpfer

Ausstellung "Tunnel below/Skyjacking above: deconstructing the border", Berlin 2017. Foto: © Hannes Wiedemann

Künstlerförderung durch das ifa

Grenzerfahrungen - von Tijuana nach Berlin

ifa | Sie prägen das Landschaftsbild, beeinflussen Vorstellungen von Wir und den Anderen und können ganz unterschiedliche Bedeutungen haben: Mit  Grenzen und Grenzerfahrungen beschäftigt sich das Projekt "Tunnel below/ Skyjacking above: deconstructing the border". Anfang des Jahres fanden sich internationale Künstlerinnen und Künstler sowie Aktivistinnen und Aktivisten in der mexikanischen Grenzstadt Tijuana zusammen. Auf ganz unterschiedliche Weise beschäftigten sie sich auf künstlerische Weise mit dem Thema Grenzen. Entstanden ist dabei die gleichnamige Ausstellung, die diesen Sommer in Berlin gezeigt wurde. Jan Lemitz sprach mit dem ifa über das Projekt und die Ausstellung.

Olaf Holzapfel im Gespräch

Verbindung zwischen zwei Welten

ifa | Seit Anfang September läuft die ifa-Ausstellung "The Event of a Thread", die sich mit Textilien und deren Stellenwert in verschiedenen kulturellen Kontexten beschäftigt. Auch mit dabei: Der Konzeptkünstler Olaf Holzapfel, welcher in Zusammenarbeit mit Frauen aus der indigenen Wichí-Gemeinde im Norden Argentiniens aus Fasern der Chaguar-Pflanze textile Werke gestaltet hat. Im Video spricht er in zwei Interviews über die Zusammenarbeit vor Ort, den Dialog und wechselseitigen Austausch sowie die Bedeutung von Kunst als Verbindung zwischen zwei Welten.

Foto: © Matthias Völzke

Under the Mango Tree - Sites of Learning

Indigene Körper, Gedanken und Praxis ins Zentrum stellen

ifa | Die Veranstaltung Under the Mango Tree –Sites of Learning, als Teil der  documenta 14, fungierte als offenes Forum für die Untersuchung des Verständnisses von kultureller Bildung und Bildungsinitiativen aus der ganzen Welt. Der Künstler Duane Linklater, der in der Veranstaltung mit seinem Projekt Wood Land School teilgenommen hat, hat sich zum Gespräch mit Aïcha Diallo getroffen. Der kanadische Künstler diskutierte mit ihr über Bildung, kulturelle Ausdrucksformen und das Zentrieren von Indigenität. Diallos Essay befasst sich mit der anhaltenden Debatte über den Zustand der Vermittlung und der Bildung in der Kunst.

Volker Albus: www/www we want wind/we want water, Korkbälle, 2015; Foto: Philip Radowitz, © Volker Albus/Philip Radowitz

Recycling und Kunst

Pure Gold oder: Warum es sich lohnt, sich etwas gründlicher mit dem Hausmüll zu befassen

ifa | Recycling erfährt in der Bevölkerung immer größere Zustimmung. Doch nicht nur in privaten Haushalten wird Recycling wichtiger, auch in der Kunst findet das Thema Beachtung. Volker Albus ist Kurator der Ausstellung "Pure Gold", die sich dem Thema  Recycling widmet und am 15. September in Hamburg eröffnet wird. In seinem Einführungstext berichtet Albus von seiner Arbeit mit Müll, den vielfältigen Verwertungsmöglichkeiten und dem recyclingmotivierten Design der letzten Jahre.

Franz Erhard Walther: Handlungskörper, 1969, Baumwollstoff genäht; Foto: Uwe Walther, © (Franz Erhard Walther) VG Bild-Kunst Bonn, 2017

Weltpremiere in Dresden

Handlungskörper

ifa | Franz Erhard Walther gilt als Pionier der partizipativen Kunst. Als Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg hat er wichtige Künstler späterer Künstlergenerationen geprägt. 2017 wurde er auf der 57. Biennale von Venedig als bester Künstler mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Neben den Werken 14 weiteren Künstlern sind einige seiner Arbeiten vom 1. September bis 28. Januar in der Ausstellung "The Event of a Thread" im Kunsthaus Dresden zu sehen. Im Interview sprich Franz Erhard Walther über seine Anfänge in den 1950ern, das Zeichnen und seine Definition von "Skulptur".

Foto: Jocelyn Kinghorn (CC BY-SA 2.0)  via Flickr

Biennale-Konferenz: "Curating Under Pressure"

Über die Ethik des Kuratierens

ifa | "Was kann Kunst in Krisensituationen leisten?" – mit dieser Frage musste sich auch das neuseeländische Christchurch beschäftigen. Nach zwei schweren Erdbeben in den Jahren 2010 und 2011 stand die Zukunft der dortigen Biennale auf dem Spiel. Die Veranstalter entschieden sich schließlich fürs Weitermachen. Hieraus entstanden ist die Idee einer Biennale-Konferenz in Christchurch, die sich mit der Ethik des Kuratierens beschäftigt. Unter dem Thema "Curating Under Pressure" diskutierten im November 2015 neben den Organisatoren und Direktoren der Biennalen auch Kuratoren, Künstler und Wissenschaftler sowie Vertreter und Aktivisten der örtlichen Kunstszene miteinander. Susanne Boecker fasst die Ergebnisse der Konferenz zusammen.

Besichtigung der Ausstellung "Future Perfect" mit Lilian Scholtes in Guadalajara, Mexiko, 2017 © FototecaMusa/Nayeli Huizar

Zeitgenössische Kunst aus Deutschland in Mexiko

"Imaginar para Imaginar" – Ein Workshop mit Lilian Scholtes

ifa | Performances, Lichtinstallationen, Skultpuren und Fotoarbeiten – im Workshop "Imagina para Imaginar" im Juni in Guadalajara erarbeiteten junge Menschen neue Kunstwerke. Inspirationsquelle war die Tourneeausstellung "Future Perfect". "Es geht nicht um die Interpretation der Kunstwerke, sondern um eine materielle Praxis der Kontaktaufnahme mit dem Werk", erklärte Lilian Scholtes, Kunstvermittlerin und Leiterin des Workshops. Aktuell ist die Ausstellung in San Luis Potosí zu sehen. Ende August findet dort der nächste Workshop statt. Weitere Gedanken und Informationen zur Ausstellung sind auf dem Future Perfect-Blog zu finden.

Veranstaltungen

27.07.2018, 16:30 Uhr - 17:30 Uhr | ifa-Galerie Stuttgart
#Sommerstudio: Netzwerk
Führung und Kunstgespräch
09.08.2018 | Goethe-Institut Mumbai
Otto Dix
Ausstellungseröffnung
15.08.2018 – 15.08.2018 | Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung, Potsdam
Knowledge Link through Art and Science
Eröffnung der Abschlussausstellung im Künstlerresidenz-Programm

Nachrichten / Presseschau

Förderung ostafrikanischer Filmemacher

Die Robert Bosch Stiftung und die Filmakademie Baden-Württemberg fördern in einer Kooperation Filmemacher aus Ostafrika.

bosch-stiftung.de | 20.07.2018

Ein ganz anderes Indien

Das 15. Indische Filmfestival in Stuttgart

stuttgarter-zeitung.de | 17.07.2018

Neue Allianzen zwischen Berlin und New York

New York-Berlin Literature Festival

deutschlandfunk.de | 14.07.2018

Hauptpreis geht an Radu Jude

53. Internationales Filmfestival Karlovy Vary

deutschlandfunkkultur.de | 07.07.2018