Foto: Nadine Shaabana via Unsplash

Total Glokal. Stuttgarter Weltgespräche

16.03.2018, 19:00 – 20:30 Uhr | Evang. Bildungszentrum Hospitalhof, Stuttgart  

Afrika – wohin? Politik, Wirtschaft und Migration 

Auch wenn in den letzten Monaten vor allem Flüchtlinge aus dem Nahen Osten die aktuelle Diskussion über Migration und ihre Folgen bestimmt haben, darf die Migration zehntausender Afrikaner nach Europa nicht aus den Augen verloren werden. Asfa-Wossen Asserate fordert Europa auf die Ursachen von Flucht und Vertreibung zu bekämpfen, Afrika als Partner zu behandeln und in Politik und Wirtschaft gezielt diejenigen Staaten zu unterstützen, die demokratische Strukturen aufbauen und in ihre Jugend investieren. Eine grundlegende Änderung der Afrikapolitik sei die größte Herausforderung für Europa im 21. Jahrhundert.

Prinz Asfa Wossen-Asserate, Großneffe des letzten äthiopischen Kaisers Haile-Selassie, diskutiert mit Karl-Heinz Meier-Braun

Eintritt frei.

Bitte melden Sie sich an unter: dialogundforschung(at)ifa.de

Lesetipps

Asfa-Wossen Asserate: Die neue Völkerwanderung. Wer Europa bewahren will, muss Afrika retten. – Berlin: Propyläen, 2016. – 224 S.
Karl-Heinz Meier-Braun: Schwarzbuch Migration. Die dunkle Seite unserer Flüchtlingspolitik. – München: C.H. Beck, 2018. – 176 Seiten.

Zum Thema

deutschlandfunk.de, 19.01.2018: Europa und "die neue Völkerwanderung"

Über "Total Glokal. Stuttgarter Weltgespräche"

In der Reihe "Total Glokal. Stuttgarter Weltgespräche" greift das ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) aktuelle Fragestellungen zur Wechselwirkung von Globalem und Lokalem auf und richtet die Aufmerksamkeit auf positive Beispiele der Kooperation, eigene Gestaltungsspielräume und soziale Innovationen. In einer Zeit, in der sich immer mehr Menschen Globalisierungseffekten und deren Kehrseite hilflos ausgesetzt fühlen, wird transnationale Zusammenarbeit noch wichtiger.
Welche Rolle spielen Städte für die Entwicklung zukunftsträchtiger Lösungen? Reicht unser Empathievermögen? Worauf können und worauf sollten wir uns vorbereiten angesichts einer absehbar noch weiter zunehmenden globalen Dynamik? Internationale Experten diskutieren mit Akteuren und dem Publikum vor Ort.

Die ifa-Reihe "Total Glokal. Stuttgarter Weltgespräche" findet mit freundlicher Unterstützung der der Stadt Stuttgart statt.

Die einzelnen Veranstaltungen der Reihe werden mit unterschiedlichen Kooperationspartnern durchgeführt. Dazu zählen: Stadt Stuttgart, vhs stuttgart, Evangelisches Bildungszentrum Hospitalhof, BMBF- und DAAD-Netzwerk "Literary Cultures of the Global South" der Universität Tübingen und IZKT der Universität Stuttgart.

Rückblick

Total Glokal. Stuttgarter Weltgespräche: Multiple Modernen und die Dynamik der transnationalen Öffentlichkeit; Foto: Roya Ann Miller (CC0 1.0), via unsplash

Protestbewegungen gegen Großprojekte wie Stuttgart 21, den Bau der Alaska-Pipeline oder die Wiederinbetriebnahme der Atommeiler in Japan sind Beispiele für eine von Spannungen und Konflikten geprägte Moderne. Konzepte, die von einem linearen und einheitlichen Moderne-Begriff ausgehen, helfen bei der Analyse solcher Phänomene nicht weiter. Vielmehr muss erkannt werden, dass einzelne Bewegungen auf Kenntnisse und Methoden zurückgreifen, die in vielfältiger Weise in ihren eigenen Traditionen verwurzelt sind. Eben diese Diversität der kulturellen Ressourcen ist es auch, die die oft einheitlich erscheinende Moderne de facto vielfältig macht. Winston Churchill verkündete einst, dass die Geschichte von den Siegern geschrieben wird. Dabei sind zivilgesellschaftliche Akteure größeren Machteliten ausgesetzt. Ken'ichi Mishima, Professor für Sozialphilosophie und zeitgenössische Philosophie an der Tokyo Keizai University, kritisiert einen westlich geprägten Moderne-Begriff und diskutierte mit Harald Fuess, Universität Heidelberg, in welchem Zusammenhang die Theorie der 'Multiplen Modernen' mit der Dynamik der transnationalen Öffentlichkeit steht. 

Interview
Ken'ichi Mishima im Gespräch mit Sebastian Blottner

Shifting the 'We' in African Children's Literature

Autor und Literaturwissenschaftler Robert Muponde befasste sich in seinem Vortrag Shifting the 'We' in African Children's Literature mit der simbabwischen Literaturgeschichte und traditionellen afrikanischen Volkserzählungen. Vorstellungen von Kindheit entstehen auf der Grundlage historischer, politischer und kultureller Zusammenhänge. Statt Kindheit zu romantisieren, sollte sie als umstrittenes Feld verstanden werden, das Spannungen und Konflikte einer Gesellschaft zutage fördert. Durch Erzählungen über Kindheit werden Vorstellungen von Gemeinschaft geprägt. Welcher Wir-Begriff manifestiert sich in Vorstellungen von Kindheit und wie werden hier bereits Hindernisse auf dem Weg für Mitgefühl und eine inkludierende Wir-Kultur gelegt?

© ifa

Nach den Grenzen des Mitleids fragten Nikita Dhawan und Elisabeth Conradi am 4. Oktober im Evangelischen Bildungszentrum Hospitalhof. Täglich sterben Menschen auf der Flucht nach Europa. Die europäische Politik fühlt sich bei der Suche nach Lösungen sowohl von rechts als auch von links in Bedrängnis gebracht. Statt Solidarität und gerechter Lastenteilung erleben wir in Europa gegenseitige Schuldzuweisungen und politisches Kalkül. Welche moralische Verpflichtung haben wir, selbst zu handeln und von welchen Gefühlen lassen wir uns dabei leiten? Welche Rolle spielt Mitleid im Ringen um ein humanes Handeln? Trägt die Tatsache, dass wir Mitleid empfinden, nicht zur Bestätigung unserer Menschlichkeit bei? Oder sind es die Geflüchteten selbst, die den Europäern die Gelegenheit geben, sich selbstgefällig auf Ethik und Moral zu berufen? 

V.l.n.r.: Manfred Heinfeldner (Moderator), Josefine Fokdal (Universität Stuttgart), Timo Aarrevaara (Universität Lappland), Daniele Vieira (UNESCO Institute for Lifelong Learning, UNESCO Global Network of Learning Cities); Foto: ifa

Den Auftakt machte das Thema "Lernende Stadt – Lernen in der Stadt" am 12. Juli 2017 in der vhs Stuttgart. Wie kann die kollektive Intelligenz, die sich in der Stadt ballt, dauerhafte Lernprozesse anstoßen? Welche Rolle spielen Kunst, Kultur, Teilhabekonzepte und Lebenslanges Lernen für ein vernetztes Handeln? Wie müsste die Zusammenarbeit verschiedenener Institutionen einer Stadt organisiert sein, um den negativen Effekten von Urbanisierung entgegenzuwirken? Diese und weitere Fragen diskutierten Timo Aarrevaara, Professor für Public Management an der Universität Lappland, Daniele Vieira, Mitglied des Koordinationsteams des UNESCO Global Network of Learning Cities, und Josefine Fokdal, Mitarbeiterin am Institut für Internationalen Städtebau der Universität Stuttgart.

Kooperationspartner

Hospitalhof Stuttgart
Internationales Zentrum für Kultur- und Technikforschung
Universität Stuttgart

Unterstützt durch

Landeshauptstadt Stuttgart

Förderer bis 2017

Robert Bosch Stiftung