Europa von außen: Erwartungen an die europäische Außenkulturpolitik

07.04.2014
Kategorie: Kulturreport  
Europa von außen. Erwartungen an die europäische Außenkulturpolitik

Hauptthemen: Europäische Union + Afrika südlich der Sahara + Außenpolitik von Staatengruppen + Regionale internationale Zusammenarbeit + Bedeutung / Rolle + Auswärtige Kulturpolitik + Internationale kulturelle Zusammenarbeit + Entwicklungshemmnisse + Perzeption + Europa + Glaubwürdigkeit + Historische Faktoren + Kulturprojekt + Beispielhafte Fälle + Länderbezogene Beiträge
Unterthemen: Entdeckungsgeschichte + Kolonialismus + Neokolonialismus + Entwicklungspolitische Strategie + Eurozentrismus + Dauerhafte Entwicklung + Protestbewegung + Simbabwe + Senegal + Jugendkultur + Popkultur + Kulturelle Identität + Südafrikanische Republik + Tanz + European Union National Institutes of Culture
Abstract: Wie sieht die Welt Europa? Welche Erwartungen werden an Europa gestellt? Und inwiefern wirkt der europäische Einfluss der vergangenen Jahrhunderte noch in die Gegenwart hinein? Mit diesen Fragen und weiteren setzt sich der sechste Kulturreport, den das ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) in Zusammenarbeit mit dem Verband der nationalen Kulturinstitute Europas EUNIC und der Europäischen Kulturstiftung (ECF) herausgegeben hat, auseinander. Der Band versammelt Beiträge von 30 Forschenden, Kunstschaffenden, Akteuren und Journalisten aus 20 Ländern, darunter vor allem auch afrikanische, asiatische und lateinamerikanische Autoren. Eine Fotostrecke widmet sich zudem einem der aktuell greifbarsten Kulturentwicklungsprojekte Deutschlands in Afrika, dem von Christoph Schlingensief konzipierten Operndorf Afrika. Dass Europa in der multipolaren Welt der Gegenwart nicht mehr Dreh- und Angelpunkt der Weltgeschicke sei, schreibt der kenianische Journalist Peter Kimani. Auch afrikanische Staaten lernen nun, ohne Europa zurechtzukommen. Europa müsse die bis heute vorherrschenden "Jenseits-von-Afrika"-Vorstellungen abstreifen und die Kultur des Kontinents verstehen lernen, um den europäisch-afrikanischen Dialog zu sichern. Dass mexikanische Studenten besser über die Mythen der alten Griechen Bescheid wissen als über die eigene Maya- und Azteken-Vergangenheit, kritisiert Professor Ornelas von der UAM in Mexiko-Stadt. Bis heute leide Lateinamerika so unter den Folgen der Kolonialzeit. Die philippinische Choreografin Myra C. Beltran ruft in Erinnerung, dass Kulturaustausch keine Einbahnstraße sei. Respekt und Vertrauen sind Grundvoraussetzungen, um nachhaltige Bande zu knüpfen. So habe etwa die philippinische Tanzszene stark von der Zusammenarbeit mit Europa profitiert. Eine Chance für die Öffnung des Iran gegenüber Europa durch Kunst und Kultur sieht die Kulturmanagerin Azita Ebadi. Gerade in den letzten Jahren sei in Teheran eine rege und offene Kunstszene entstanden. Vielleicht stelle dies eine Chance für den Aufbau gegenseitigen Vertrauens dar. (ifa)
Inhalt:
Sebastian Körber: Auswege aus der Midlife Crisis. – S. 4-5
1. Kapitel: Konversation Weltweit – Der alte Kontinent im Zeitalter
des World Wide Web und neuer globaler Alteure. – S. 6-9
Frédéric Martel: Was als neue globale Gesprächskultur auf uns zukommt. – S. 10-18
Isabelle Schwarz: Eine kosmopolitische Vision für die Zukunft. – S. 19-25
2. Kapitel: Botschaften aus der Welt – Erwartungen an die Europäische
Auswäertige Kulturpolitik. – S. 26-27
Mittelmeer
Claus Leggewie: Energie und Frieden. – S. 28-38
Abdelwahab Hiba Hechiche: Tunesischer Tsunami und danach. – S. 39-48
Anis Ben Amor und Edmund Ratka: Sehnsucht nach Emanzipation. – S. 49-54
Isabel Schäfer: Die Gunst des Frühlings. – S. 55-61
Naher- und Mittlerer Osten
Azita Ebadi: Keim der Annäherung. – S. 64-68
Yazid Anani: Überwindung der Opferrolle. – S. 69-74
Afrika
Peter Kimani: Am Puls des Kontinents. – S. 75-81
Farai Mpfunya: Region der schnellen Veränderungen. – S. 82-86
Nannette Abrahams: Die Grenzlandschaften von Hip-Hop. – S. 87-92
Georgina Thomson: Begegnung auf Augenhöhe. – S. 93-100
Asien
Yang Lian: Demokratie – ein großes Fragezeichen. – S. 101-107
Natalia Chaban: Der Welt zuhören. – S. 108-113
Myra C. Beltran: Nationale Identität versus postmoderner Skeptizismus. – S. 114-117
Gerhard Sabathil und Wenwen Shen: "Was weich ist, ist stark." – S. 120-124
Europa
Slavenka Drakulić: Im Zug der Europäischen Union. – S. 125-130
Andrej Kurkow: Das Spiel der Ukraine mit Europa. – S. 131-134
Valery Nechay: "Russland ist viel besser, als du denkst." – S. 138-142
Amerika
Ladislau Dowbor: Raumschiff im Wandel. – S. 143-147
Carlos Ornelas: Die Bedürfnisse Lateinamerikas. – S. 148-152
Bernd Reiter: Mit gutem Beispiel voran. – S. 153-157
Roland Benedikter: Erinnern und vergessen. – S. 160-168
3. Kapitel: Mit EUNIC in die Welt – Eine ROADMAP für das Netzwerk. – S.169-171
Katelijn Verstraete: Asiens kulturelle Revolution und Europa. – S. 172-180
Katharina von Ruckteschell-Katte: Gemeinsam ins Jahrhundert des Südens. – S. 181-186
Hanna Schühle: Praxistest am Kap. – S. 187-189
Operndorf Afrika. – S. 190-191
Charles-Etienne Lagasse und Helena Kovarikova: EUNIC-Jahresbericht. – S. 192-201