Männer auf der Straße. Einer trägt eine syrische Flagge auf dem Rücken.
Neue Flagge vor alten Nationalfarben: Hamidiyeh-Souk in Damaskus am Dienstag, 10.12.2024

Themenkomplex Syrien

Syrien - Bürgerkrieg und kulturelle Initiativen in einem gespaltenen Land

Syrien, ein Land des östlichen Mittelmeers und Zentrum der Levante, hat eine reiche kulturelle Geschichte und hat über Jahrtausende hinweg bedeutende Beiträge zur Zivilisation geleistet. Von den antiken Städten wie Aleppo und Palmyra bis hin zu seiner Rolle als literarischer und künstlerischer Knotenpunkt zwischen Europa, Asien und Afrika, bleibt Syrien ein Land von großer historischer und kultureller Bedeutung.

Seit 2011 erlebte das Land zuerst Aufstände gegen die Unterdrückung durch das Assad-Regime, später dann Konflikte zwischen dem Staat und zahlreichen bewaffneten Gruppen. Diese 14 Jahre andauernde Situation hat zu massiven humanitären Krisen geführt. Der Krieg in Syrien hat Millionen Menschen zur Flucht gezwungen und das soziale sowie kulturelle Gefüge des Landes tiefgreifend verändert. Internationale Bemühungen zur Stabilisierung bleiben herausfordernd, während die syrische Bevölkerung weiterhin zwischen der Aussicht auf Frieden und den Realitäten des Wiederaufbaus steht. 

In diesem Beitrag werden verschiedene individuelle Perspektiven aus und auf Syrien aufgegriffen, die diverse wichtige Aspekte des Landes und des Krieges in den Vordergrund rücken. Von syrischen Geflüchteten, die ihre Geschichte erzählen, über den Kampf um Gleichberechtigung bis hin zum Trauma, das betroffene Kinder erleiden – die abgesteckten Themengebiete sind vielfältig. Kulturelle Initiativen zeigen, wie man mit dem Leid umgehen kann und Menschen auch im Syrienkonflikt neue Perspektiven finden können.

Der Syrienkonflikt aktuell: Zwischen Stillstand und Hoffnung auf Wandel

Nach dem Ende des mehr als zehn Jahre dauernden syrischen Bürgerkriegs steht das Land vor einer ungewissen Zukunft. Anfang Dezember 2024 wurde das Regime unter Staatspräsident Baschar al-Assad von Rebellen gestürzt. Assad floh daraufhin mit seiner Familie aus Damaskus nach Russland. Seine Familie regierte das Land seit 1971 als totalitäre Diktatur. Die islamistische Organisation Hai'at Tahrir asch-Scham (HTS) führte den Sturz des ehemaligen Staatspräsidenten maßgeblich herbei. Geführt wurde die Organisation von Ahmed al-Scharaa, der nun der nun zum Übergangspräsidenten Syriens ernannt wurde. Noch ist unklar, wie al-Scharaa das Land führen wird. Ob er zum Beispiel eine islamistische Agenda verfolgen wird, ist nicht auszuschließen, denn die HTS wird auch als Ableger von al-Qaida eingestuft. Zwar hat sich die Gruppe von al-Qaida und dem IS distanziert, dennoch werden ihr schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.

Yassin al-Haj Saleh erörtert in seinem Essay "Syrien nach Assad: Was die Geschichte lehrt" die entscheidenden Wendepunkte der modernen syrischen Geschichte und ihre Bedeutung für die Gegenwart. Er zeichnet den Bogen vom kurzlebigen Königreich unter Faisal I. und der französischen Mandatszeit über die instabilen Nachkriegsjahre bis hin zu verschiedenen Militärputschen. Nach dem letzten Putsch kam Hafis al-Assad an die Macht, der mehr als fünf Jahrzehnte autoritärer Herrschaft begründete. Saleh macht deutlich, dass jeder dieser Umbrüche von Gewalt und Unterdrückung begleitet war und dass religiöse wie ethnische Spannungen, politische Zentralisierung und der Mangel an öffentlicher Debatte immer wiederkehrende Muster sind.

Nach dem Sturz des Assad-Regimes Ende 2024 warnt er vor der Gefahr, dass sich alte Strukturen und Machtmissbrauch unter neuen Vorzeichen fortsetzen könnten. Zugleich sieht er in der nun offenen Gesellschaft die Chance, aus den historischen Fehlern zu lernen: nur wenn Minderheiten geschützt, Rechenschaft eingefordert und kulturelle wie politische Teilhabe gefördert werden, kann Syrien einen stabileren, gerechteren Neuanfang schaffen. Seine Analyse verknüpft persönliche Erfahrung mit historischen Lehren und öffnet den Blick auf eine Zukunft, die nur dann gelingen kann, wenn Syrer:innen ihre Geschichte bewusst aufarbeiten.

Der Konflikt hat das Land nicht nur wirtschaftlich und infrastrukturell zerstört, sondern auch tiefe gesellschaftliche Gräben hinterlassen. Wie im Artikel "Die Stunde Null in Syrien" beschrieben, ist die politische und humanitäre Lage von einem brüchigen Status quo geprägt, in dem lokale und internationale Akteure um Einfluss ringen. Das Assad-Regime ist gestürzt worden, doch die humanitäre Lage im Land bleibt weiterhin schlecht. Große Teile der Bevölkerung leiden unter wirtschaftlicher Not und der Bedarf an medizinischer Versorgung ist weit größer als erwartet, da Gesundheitseinrichtungen zerstört worden sind und viele medizinische Mitarbeitende geflohen oder tot sind. 

Stand Januar 2025 sind noch immer EU-Sanktionen gegen Syrien in Kraft. Mittlerweile wurden diese teilweise aufgehoben. Deutschland kämpft weiter dafür, dass dem Land schnelle Hilfe zuteil werden und der Wiederaufbau beginnen kann. Dazu gehören auch das Gesundheitssystem und das Bildungssystem, die wieder stabilisiert werden müssen, damit die Bürger:innen künftig in einem sicheren Land leben können. 

Derweil ist in Syrien auch die Suche nach Vermissten im Gange. Viele Familien erhoffen sich nach dem Sturz des Assad-Regimes nun schnelle Hilfe bei der Suche nach verschwundenen Familien­mitgliedern. Das betrifft auch bereits Verstorbene. Dass dieser Prozess schmerzhaft und nicht einfach ist, erfahren wir im Interview mit Forensiker Luis Fondebrider: "Die Gräber zu öffnen, hat keine Priorität".

Gleichzeitig gibt es Ansätze, die Zuversicht auf eine neue Ära nach dem Bürgerkrieg wecken. Wie im Artikel "Vereint, aber unterschiedlich" beschrieben, stehen viele Syrer:innen weiterhin für Demokratie, Säkularismus und gesellschaftlichen Wandel ein. Diese Vision eines Syrien, das auf Einheit und Pluralismus basiert, bleibt lebendig – getragen von Exilgemeinden, lokalen Initiativen und zivilgesellschaftlichen Akteuren. 

Obwohl die Herausforderungen enorm sind, zeigt sich, dass die Idee eines friedlichen und gerechten Syriens noch nicht aufgegeben wurde. Sie lebt in jenen Menschen weiter, die an einer besseren Zukunft arbeiten, sei es durch politische Reformen, den Wiederaufbau oder kulturelle Projekte, die Vertrauen und Zusammenhalt fördern.

Religion in Syrien

Syrien war über Jahrhunderte ein Knotenpunkt von Christentum, Islam, Drusentum und weiteren Gemeinschaften, geprägt von wechselnden Reichen und kolonialer Einflussnahme. Unter Assads Herrschaft wurden diese religiösen Unterschiede gezielt instrumentalisiert, um Macht zu sichern und die Gesellschaft zu spalten.

Im Essay "Assads langer Schatten" schildert Sarah Hunaidi, wie dieses bewusste Schüren von Sektarismus den Bürgerkrieg befeuerte und auch nach Assads Sturz das Land belastet. Sie plädiert dafür, Identität nicht länger als Machtwerkzeug zu missbrauchen und eine inklusive, bürgerrechtsbasierte Gemeinschaft aufzubauen. 

Im Interview "Al-Scharaa muss unter Druck gesetzt werden" warnt Rahaf Aldoughli, dass die neue Führung ohne echten Dialog und faire Integration der bewaffneten Gruppen alte Gräben vertieft. Nur Transparenz, Minderheitenschutz und ein nationaler Sicherheitsdialog könnten verhindern, dass Assads Schatten Syriens Zukunft weiterhin bestimmt.

Trauma und Resilienz: Die psychologischen Folgen des Syrienkrieges

Die Auswirkungen des Bürgerkriegs auf die jüngsten und verletzlichsten Mitglieder der Gesellschaft sind verheerend. Kinder, die Gewalt, Vertreibung und Verlust ausgesetzt sind, tragen oft lebenslange psychische und emotionale Narben. Laut der Publikation "Stolen Futures: The Hidden Toll of Child Casualties in Syria" aus dem Jahr 2013 waren schon zwei Jahre nach Kriegsbeginn unzählige Kinder Opfer von Angriffen und Bombardierungen, wobei ihre Rechte auf Bildung, Sicherheit und Entwicklung systematisch verletzt wurden. Die Publikation beleuchtet eindringlich die Rolle von Schulen und Krankenhäusern als Angriffsziele sowie die langfristigen Auswirkungen auf die syrische Jugend. Auch fast zehn Jahre später im Jahr 2022 zeigt sich ein ähnliches Bild, denn im Krieg mussten unzählige Kinder schlimmes Leid erleben und sehen, das verarbeitet werden muss. Doch es gibt Menschen, die sich mit den Traumata der Kinder auseinandersetzen und den Kleinsten auf der Welt in Kriegsregionen wie Irak oder Syrien neues Vertrauen und Stabilität schenken – so wie die CCP Alumna Sargul Naboureh, von der ebenfalls im ifa-Blog in einem Interview aus dem Jahr 2022 berichtet wird. 

Es gibt neue Perspektiven durch Initiativen, die sich der Heilung und Resilienz im und nach dem Syrienkrieg widmen. Ein beeindruckendes Beispiel ist die Arbeit von Traumatherapeut:innen, die traumatisierten Kindern helfen, Teile ihrer Kindheit zurückzugewinnen. Auf dem ifa-Blog ist ein Interview mit CCP Alumna Sargul Naboureh zu finden. Die Therapeutin setzt Kunst und Spieltherapie gezielt ein, um Ängste zu lindern und Vertrauen wieder aufzubauen. Die Kinder bekommen so Werkzeuge zur Bewältigung ihrer Traumata an die Hand. Diese Ansätze zeigen, wie wichtig psychosoziale Unterstützung für die Wiederherstellung von Stabilität und Zuversicht inmitten von Unsicherheit ist.

Geschichten syrischer Geflüchteter: Bleiben, Gehen, Zurückkehren

Die Flucht vor Krieg und Gewalt prägt die Geschichten vieler syrischer Geflüchteter, die in Europa ein neues Leben beginnen mussten. Ihre Erfahrungen sind von Verlust, Hoffnung und dem Streben nach Integration geprägt. Ein berührendes Beispiel dafür ist das Buchprojekt "Sei neben mir und sieh, was mir geschehen ist", eine mehrsprachige Anthologie syrischer, irakischer, türkischer, afghanischer und ukrainischer Geflüchteter. Manche von ihnen hatten bereits Erfahrung mit dem Schreiben und Publizieren, andere weniger – herausgekommen ist ein Band mit Texten in Deutsch und in der Ausgangssprache über Erfahrungen, Gefühle und Gedanken der geflüchteten Menschen. Bloßen Statistiken zu Einwanderung wird so ein Gesicht gegeben und die menschliche Dimension rückt in den Vordergrund.

Viele Geflüchtete suchen Methoden, um Flucht und Migration zu verarbeiten. Dabei hilft es vielen, sich auch kreativ auszutoben. So auch Sartep Namiq, der 2016 aus dem kurdischen Irak nach Deutschland flüchtete, um eine neue Heimat zu finden und in Sicherheit zu leben. Namiq kam im Auffanglager in Berlin-Tempelhof mit Alexander Koch ins Gespräch. Dieser ist der Direktor einer gemeinnützigen Organisation, die Menschen dabei unterstützt, Projekte zu realisieren, die in der Gesellschaft etwas bewegen. So entstand der Science-Fiction-Comic "Temple of Refuge", der barrierefrei ist. Das bedeutet, er kommt ganz ohne Wörter und nur mit Bildern aus. Gemeinsam eine bessere Welt erschaffen - diesem Ziel ist Namiq nicht nur in seinem Comic ein Stück näher gekommen. 

Neben diesen literarischen Einblicken zeigt die Praxis, wie kulturelle Initiativen die Integration unterstützen. Im Artikel "Präventionsmaßnahmen gegen Extremismus im Rahmen der AKBP" werden innovative Projekte aus den Bereichen Kunsttherapie und kulturelle Begegnungsräume vorgestellt. Diese "Cultural Hubs" bieten geflüchteten Menschen einerseits eine Plattform zur Verarbeitung ihrer Erlebnisse. Andererseits schaffen sie Räume, die Begegnung und gegenseitiges Verständnis fördern.

Bjeen Alhassan berichtet in Kulturaustausch über ihre Erfahrung als eine Frau, die vor dem Konflikt in Syrien geflohen ist. Sie musste sich in Deutschland an eine andere Kultur gewöhnen. Zudem musste sie eine neue Sprache lernen, was dem Sprachentalent aber Spaß gemacht und eine neue Aufgabe gegeben hat. In einer Facebook-Gruppe gibt sie mittlerweile ihr Wissen an andere geflüchtete Frauen weiter, damit diese schneller in Deutschland ankommen.  

Diese Geschichten und Initiativen verdeutlichen, dass Flucht nicht nur ein Ende, sondern auch ein Neuanfang sein kann – ein Weg, kulturelle Brücken zu bauen und gegenseitige Bereicherung zu fördern.

Syrien ist nicht nur ein Land der Geflüchteten, sondern auch eines der Rückkehrer. Der Artikel "Bleiben, gehen, zurückkehren" erzählt von diesen unterschiedlichen Wegen nach Assads Sturz: Ahmed Khanji, der lange in Kanada im Exil lebte, kehrt zurück und bringt seine Erfahrungen und Kontakte in den Wiederaufbau ein – für ihn war Syrien immer "das Original". Gleichzeitig ringt Maria al-Schami in Damaskus mit der Frage, ob sie bleiben soll: Hoffnung und Heimatgefühl stehen gegen Jobverlust, Marginalisierung und Unsicherheit. Ihre Geschichten spiegeln das Spannungsfeld zwischen Aufbruch in der Fremde und Neubeginn in der Heimat.

Menschenrechte, Frauenrechte und Gleichberechtigung in und nach dem Syrienkonflikt

Der Kampf um Frauenrechte in Syrien und der weiteren Region ist geprägt von mutigen Aktivistinnen und Künstlerinnen, die patriarchale Strukturen aufbrechen und neue Perspektiven schaffen. Ein großartiges Beispiel ist die iranische Gegenwartskünstlerin Parastou Forouhar. Im Interview über ihre progressiven Werke spricht sie über Sichtbarkeit und Rechte von Frauen und hinterfragt aktiv die Machtverhältnisse und gesellschaftlichen Normen, die Frauen marginalisieren. Ihre Kunst ist ein Akt des Widerstands, der deutlich macht, dass Fortschritt möglich ist, auch in repressiven Kontexten. Für ihr politisches Engagement stand sie bereits vor Gericht, doch sie hört nicht damit auf, mit ihrer Kunst weiterhin auf Missstände aufmerksam zu machen.

Im Artikel "Die Verteidigung der Menschenrechte" spricht Eamon Gilmore über den dritten Aktionsplan für Menschenrechte und Demokratie, der universelle Menschenrechte und Demokratie weltweit stärken soll. Er betont, dass der Nahe Osten und Nordafrika in diesem Plan eine wichtige Region sind und bleiben. Von der Reduzierung der Todesstrafe um 58 % bis hin zur Entsendung von 98 Wahlbeobachtungsmissionen weltweit – der Autor betont die Erfolge, aber auch das, was noch getan werden muss. Ob Menschenrechtsdialoge mit Ländern wie Saudi-Arabien oder der Förderung der wirtschaftlichen Teilhabe von Frauen, der Aktionsplan möchte die Umsetzung der universell gültigen Menschenrechte vorantreiben.

Medien und der syrische Bürgerkrieg: Die Rolle von Berichterstattung und Narrativ

Die Podcastfolge "Syrien – Wie die Zivilgesellschaft die kulturelle Transformation gestaltet" beleuchtet, wie Kunst und Kultur in der Zeit nach dem Ende des Assad-Regimes zu Motoren gesellschaftlicher Veränderung werden. Clara Taxis und Ahmad Katlesh schildern, wie Syrer:innen verloren geglaubte öffentliche Räume zurückerobern, Identität und Erinnerung neu verhandeln und trotz wirtschaftlicher Not und politischer Unsicherheit kreative Freiräume schaffen. Die Diaspora unterstützt mit Ideen und Ressourcen, während lokale Künstler:innen vor Ort Hoffnung und Zusammenhalt stiften. Die Folge macht deutlich, dass kulturelles Engagement nicht nur Ausdruck von Überleben ist, sondern ein Schlüssel zur langfristigen sozialen und politischen Erneuerung Syriens.

In der Podcastfolge "Der Nahostkonflikt und die Rolle der Medien" der Kulturmittler:innen beleuchtet der Journalist Christopher Resch die komplexe Rolle der Medien in Konfliktregionen. Der bewaffnete Konflikt in Syrien ist ein Beispiel dafür, wie Informationen und Desinformationen gezielt eingesetzt wurden und werden, um öffentliche Wahrnehmungen zu beeinflussen und politische Agenden zu fördern. Resch spricht darüber, wie Medien den Verlauf des bewaffneten Konflikts dokumentiert haben und dabei häufig selbst zum Ziel von Manipulation und Propaganda geworden sind.

Der Podcast verdeutlicht, dass Medien nicht nur als neutrale Beobachter agieren, sondern auch aktiv zur Deutungshoheit über Konflikte beitragen. In einer Welt, in der Narrative über den syrischen Krieg oft verzerrt oder polarisiert dargestellt werden, ist die Arbeit unabhängiger Journalist:innen entscheidend, um differenzierte und faktenbasierte Perspektiven bereitzustellen. 

Kholoud Helmi erklärt im Interview Wir sind eine Alternative zu Propaganda und Hass, dass unabhängiger Journalismus in Syrien trotz Sicherheitsrisiken, politischer Unsicherheit und Desinformation ein unverzichtbares Unterfangen ist. Die Zeitung "Enab Baladi" zeigt, dass selbst unter schwierigen Bedingungen Raum für kritische Stimmen bleibt. Damit wird ein entscheidender Beitrag geleistet, um Vertrauen in verlässliche Informationen zurückzugewinnen und pluralistische Diskurse vor Ort zu fördern.

Qantara und Kulturaustausch

Das Dialogportal Qantara fördert seit mehr als 20 Jahren den Austausch zwischen europäischen und islamisch geprägten Gesellschaften. Das Projekt wird vom ifa – Institut für Auslandsbeziehungen umgesetzt und vom Auswärtigen Amt gefördert. Ob politische Debatten, gesellschaftliche oder kulturelle Themen - Qantara ist immer am Puls der Zeit. 

Das Magazin Kulturaustausch nimmt internationale Kulturbeziehungen aus ungewöhnlichen Perspektiven unter die Lupe. Menschen und Regionen werden hier beleuchtet, die sonst nur wenig Raum in deutschen Debatten finden. Das Magazin erschien erstmals 1951 unter dem Namen MITTEILUNGEN. Heute wird es vom ifa herausgegeben.

 

Schutzprogramme am ifa

Das ifa bietet verschiedene Schutzprogramme an, die gefährdeten Künstler:innen, Menschenrechtsverteidiger:innen oder Friedensförder:innen einen Raum und Unterstützung bieten. 

Die Martin-Roth-Initiative wurde vom ifa und dem Goethe-Institut als Gemeinschaftsprojekt ins Leben gerufen und bietet gefährdeten Künstler:innen, die sich in ihrem Herkunftsland für die Freiheit der Kunst, Demokratie und Menschenrechte engagieren, temporäre Schutzaufenthalte in Deutschland oder Drittstaaten an. 

Die Elisabeth-Selbert-Initiative bietet Schutzaufenthalte für gefährdete Menschenrechtsverteidiger:innen in Zusammenarbeit mit Gastorganistationen an. Dort können sich betroffene Menschen von Traumata erholen und bei Bedarf die Zeit für Weiterbildung und Netzwerkarbeit nutzen. 

Zuletzt unterstützt das Förderprogramm zivik Nichtregierungsorganisationen weltweit dabei, Krisen vorzubeugen und Konflikte zu überwinden. Gefördert werden Projekte der zivilen Konfliketbearbeitung im Rahmen der Demokratisierungshilfe. Weiterhin werden Maßnahmen im Rahmen der Ta’ziz-Partnerschaft für Demokratie mit ausgewählten Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens unterstützt.