Deutscher Pavillon auf der Biennale Venedig

Seit 1971 koordiniert und realisiert das ifa im Auftrag des Auswärtigen Amts den Länderbeitrag der Bundesrepublik Deutschland auf der Kunstbiennale Venedig. 

Künstlerinnen und Künstler wie Gerhard Richter, Joseph Beuys, Hanne Darboven, Bernd und Hilla Becher, Katharina Fritsch, Rosemarie Trockel, Martin Kippenberger, Candida Höfer, Tino Sehgal, Isa Genzken, Ai Weiwei und Hito Steyerl haben den Deutschen Pavillon auf der Biennale di Venezia bespielt.

Der Beitrag des Deutschen Pavillons wurde bereits siebenmal mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet, davon viermal als bester nationaler Beitrag: 1984 Lothar Baumgarten (Kommissar Johannes Cladders), 1986 Sigmar Polke (Kommissar Dierk Stemmler), 1990 Bernd und Hilla Becher, 1993 Hans Haacke / Nam June Paik (Kommissar Klaus Bußmann; bester nationaler Beitrag), 2001 Gregor Schneider (Kommissar Udo Kittelmann; bester nationaler Beitrag), 2011 Christoph Schlingensief (Kuratorin Susanne Gaensheimer; bester nationaler Beitrag) und 2017 Anne Imhof (Kuratorin Susanne Pfeffer; bester nationaler Beitrag).

Deutscher Pavillon 2022

Aktueller Hinweis: Die 59. Biennale die Venezia wurde auf das Jahr 2022 verschoben.

Yilmaz Dziewior ist der Kurator des deutschen Beitrags für die 59. Biennale di Venezia 2022. Ulrich Raulff, Präsident des ifa (Institut für Auslandsbeziehungen), sagte anlässlich der Ernennung durch Bundesaußenminister Heiko Maas: "Yilmaz Dziewior ist ein international renommierter, innovativer Kurator, der sich mit aktuellen Fragen der gegenwärtigen Welt auseinandersetzt und Ausstellungen entwickelt, die dank ihrem experimentellen und interdisziplinären Ansatz neue Perspektiven auf die Kunst eröffnen. Wir freuen uns sehr über diese ausgezeichnete Wahl und auf eine gute Zusammenarbeit mit ihm".

Kurator

Dr. Yilmaz Dziewior ist seit 2015 Direktor des Museum Ludwig in Köln. 2001 bis 2008 war er Direktor des Kunstvereins Hamburg und von 2009 bis 2015 Direktor des Kunsthaus Bregenz. Außerdem arbeitete als freier Kurator in verschiedenen Kunstprojekten.

Zur Pressemitteilung

Zu den Pressebildern

 

Deutscher Pavillon 2019

Wie lässt sich Gemeinschaft jenseits von totalitärer Einheit und Gleichförmigkeit denken? Kuratorin Franciska Zólyom setzt zur Reflexion solcher Fragen auf eine Position, die ästhetische Forschung in konkreten gesellschaftlichen Zusammenhängen aktiviert, aber auch soziale, ökologische oder politische Zustände nicht nur analysiert oder kommentiert, sondern diese auch zu gestalten sucht. Sie hat die Künstlerin Natascha Sadr Haghighian ausgewählt, die mit Identitäten spielt, sie in Frage stellt und sich für den deutschen Beitrag Natascha Süder Happelmann nennt. Natascha Süder Happelmann bringt das poetische, imaginäre und kritische Potenzial von Kunst zur Entfaltung und begegnet zu schnellen Deutungsversuchen mit freundlicher Vielförmigkeit. Ihre Arbeit artikuliert sich in Text, Bild, Raum und Sound. Ihre Stimme ist voller Fürsprache, wenn sie Widerspruch einlegt. In ihrer Kunst erzeugt sie eine starke Präsenz, um im Handeln und Sprechen mit anderen als Verstärker in den Hintergrund zu treten. Dabei arbeitet die Künstlerin vornehmlich installativ und performativ. Über kollektive Prozesse thematisiert sie den kollektiven und transdisziplinären Aspekt künstlerischer Arbeit. So haben sechs Musiker und Komponistinnen unterschiedlicher musikalischer Traditionen und Stilrichtungen eigens für die Klanginstallation "tribute to whistle" Beiträge für die Trillerpfeife geschaffen. Die Rhythmen und Sounds sind in sich ständig verschiebenden, immer anders überlagernden Konstellationen zu hören. Drei Videos Natascha Süder Happelmanns markieren die Etappen auf dem Weg zum "Ankersentrum". Sie bezeugen und verknüpfen Orte wie die Ankerzentren in Bayern mit Tomatenplantagen in Apulien und dem Rettungsschiff Iuventa, das im Zollhafen von Trapani festgesetzt ist.

Kuratorin

Die Kunsthistorikerin Franciska Zólyom ist seit 2012 Direktorin der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig. 1997 bis 1999 war sie Kuratorin am Museum Ludwig Budapest. Nach einem Stipendium am Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart in Berlin leitete sie das Institute of Contemporary Art in Dunaújváros

Künstlerin

Natascha Süder Happelmann wurde 1987 in Budapest oder 1968 in Sachsenheim oder 1979 in Australien oder 1979 in München oder 1967 in Teheran oder 1966 in London oder 1953 im Iran geboren. Sie lebt und arbeitet in Berlin, Kassel oder Gütersloh oder in Santa Monica, Kalifornien, USA, oder Cotswolds, Großbritannien.
Natascha Süder Happelmanns Arbeit untersucht, wie Welt gemacht wird und welche bio- und geopolitischen Wechselwirkungen und Verstrickungen dem zugrunde liegen. Dabei misst sie die Bedingungen und Räume für künstlerisches Handeln neu aus und aktiviert ästhetische Forschung in politischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen.
Die Künstler*in arbeitet vornehmlich installativ und performativ sowie mit Text und Klang. Sie lässt ihre Praxis immer wieder in kollektive Prozesse einfließen und thematisiert den kollektiven und transdisziplinären Aspekt von künstlerischer Arbeit.
Anstelle weiterer biografischer Angaben verweist die Künstler*in auf ihre Plattform bioswop.net. Die Tauschbörse existiert online seit 2004 und ermöglicht Kulturschaffenden, Künstlerinnen und Künstlern, ihre CVs zu tauschen oder sie aus vorhandenen Daten zusammenzustellen.