
"Verstrickungen" präsentiert elf Werke aus der ifa-Kunstsammlung, die die verwobene internationale Geschichte des Textilen beleuchten. Diese werden gemeinsam mit der lokalen künstlerischen Position "Zyklus der Baumwolle" der Chemnitzer Künstlerin Sabine Pank gezeigt. Thematisiert werden Tradition und Innovation, die Wechselwirkungen von Produktion und Material sowie die ökonomischen und sozialen Bedingungen. Textile Traditionen und Produktionen prägen die gesamte Region um Chemnitz. Ein Beispiel ist die Stadt Flöha, die bis Anfang der 1990er Jahre ein bedeutender Textilstandort war, dessen Ursprung in der Industrialisierung der Region liegt.
Die ifa-Ausstellung versammelt wichtige Pionier:innen der Kunst des 20. Jahrhunderts, die sich mit den gesellschaftlichen Verflechtungen von Textilien auseinandersetzen, darunter Hermann Glöckner, Renate Göritz, Asta Gröting, Barbara Klemm, Käthe Kollwitz, Reinhard Mucha, Helga Paris, Rosemarie Trockel und Franz Erhard Walther.
Diese Werke stammen aus der ifa-Kunstsammlung. Darunter sind Positionen aus der grafischen Sammlung des Zentrums für Kunstausstellungen (ZfK) der DDR, die 1991 in Teilen ans ifa überführt wurde. Das ifa, das mit Sitz in Stuttgart einen ähnlichen Auftrag wie das ZfK hatte, übernahm die rund 10.000 Werke und führte diesen Teil der auswärtigen Kulturpolitik der wiedervereinten Bundesrepublik Deutschland weiter. Vier Assemblagen von Renate Göritz aus dem ursprünglichen ZfK-Bestand werden nun zum ersten Mal wieder ausgestellt.
Der frisch sanierte Bahnhof in Flöha öffnet nach jahrelanger Schließung zusammen mit dem Kunst- und Skulpturenweg "Purple Path" als Kunstbahnhof wieder seine Türen. Die Bahnhofshalle wird zum Schauplatz für die ifa-Ausstellung "Verstrickungen". Die Ausstellung entstand neu in Kooperation mit der Wüstenrot Stiftung, der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 und ist Teil des Kunst- und Skulpturenwegs “Purple Path”.
Die Ausstellung wurde kuratiert von: Susanne Weiß, ifa- Institut für Auslandsbeziehungen
Mit Werken von: Antje Engelmann, Hermann Glöckner, Renate Göritz, Asta Gröting, Barbara Klemm, Käthe Kollwitz, Reinhard Mucha, Sabine Pank, Helga Paris, Judith Raum, Rosemarie Trockel und Franz Erhard Walther
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Weitere Infos unter Chemnitz 2025: Verstrickungen: Zur Rolle des Textilen in Kunst und Gesellschaft
Die ifa Agora ist die zentrale Plattform für das Netzwerk, die Sammlung und das Archiv des ifa – Institut für Auslandsbeziehungen im Bereich der Kunst. Sie fungiert als Ort des transkulturellen Austauschs – so wie die Agora im antiken Griechenland als wichtigster Versammlungs- und Marktplatz der Stadt angelegt war. Sie macht die Beziehungen des ifa sichtbar und führt sie online zusammen.
Das ifa – Institut für Auslandsbeziehungen schafft mit seiner Arbeit in Kunst und Zivilgesellschaft weltweit Verständnis und Vertrauen zwischen Menschen. Es fördert demokratische Zivilgesellschaften und setzt sich ein für Freiheit in Kunst, Wissenschaft sowie für Meinungsfreiheit. Das ifa bringt sein internationales Wissen und seine Netzwerke in Kunst und Kultur, Politik und Gesellschaft in Debatten ein und erweitert Perspektiven – in Deutschland und weltweit. Das ifa wird gefördert vom Auswärtigen Amt, dem Bundesministerium des Innern, dem Land Baden-Württemberg und der Landeshauptstadt Stuttgart.