Globale Erzählungen in Textilien

In Textilien berühren sich Tradition und Gegenwart, Kunst und Kunsthandwerk, treffen lokale Formen des Wissens und globale Beziehungen aufeinander. Es gibt kaum eine Region, in der sich das Textile nicht vielschichtig in die Kultur- und Industriegeschichte eingeschrieben hätte. So erzählt ein Stoff auch davon, welche Materialien wann und wo wichtig wurden, wie Techniken migrierten und sich weiterentwickelten.

Die Bauhaus-Künstlerin Anni Albers beschrieb 1965 "das Ereignis eines Fadens" als etwas multilineares, ohne Anfang und Ende. Eine Möglichkeit, Beziehungen und Zusammenhänge immer wieder neu zu betrachten und zu strukturieren. Diesen neu-ordnenden Blick entfalten die in der gleichnamigen Ausstellung gezeigten Objekte, Installationen und Videoessays. Sie erörtern den Kontext von Textilien, ihre spezifische Qualität und Geschichte oder ihre Verbindung zu aktuellen Fragestellungen.

Die in der Ausstellung versammelten Werke beleuchten den vielschichtigen Umgang der Künstlerinnen und Künstler mit den Eigenschaften von Geweben. Sie verknüpfen persönliche und ästhetische Geschichten mit jenen über die sozialen und ökonomischen Verhältnisse in einer globalisierten Welt. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen das Textile in der Kunst und Fragen wie: Welche Bedeutungen und Botschaften tragen Gewebe in sich? Welchen kulturellen Stellenwert besitzen Stoffe? Und wie lassen sie sich "lesen"? Was "erzählt" Gewebe von seiner Herkunft, seiner Bedeutung, seiner sozialen Rolle? Welche tradierten Techniken haben sich Künstlerinnen und Künstler angeeignet, abstrahiert, verschoben oder wieder ins Leben zurückgeholt?

Künstlerinnen und Künstler

Ulla von Brandenburg, Kyriaki Costa, Noa Eshkol, Andreas Exner, Uli Fischer, Zille Homma Hamid, Heide Hinrichs, Olaf Holzapfel, Christa Jeitner, Elisa van Joolen & Vincent Vulsma, Kyriaki Costa, Eva Meyer & Eran Schaerf, Karen Michelsen Castañón, Judith Raum, Franz Erhard Walther und der "Bauhausraum".

Kuratorinnen und Kuratoren

Inka Gressel, Leiterin der ifa-Galerie Berlin
Susanne Weiß, freie Kuratorin und Kunstvermittlerin, Dozentin an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
Helene Black, Yiannis Colakides,  Gründerin und Gründer des NeMe Arts Centre, Limassol

Tourneeausstellungen weltweit

Mit seinen über 20 laufenden Tourneeausstellungen und seinen vielfältigen Veranstaltungsprogrammen zur zeitgenössischen Kunst verbindet das ifa die deutsche Kunstszene mit internationalen Kulturschaffenden und bildet Kooperationen und Netzwerke. Die vielfach in Ko-Kreation mit Partnern vor Ort entwickelten Projekte umfassen verschiedene Disziplinen der modernen und zeitgenössischen Bildenden Kunst – von aktuellen Themen der Architektur, der Fotografie und des Designs über das Bauhaus bis hin zu monografischen Ausstellungen von Rosemarie Trockel oder Wolfgang Tillmans. Sie schaffen lokale Begegnungsplattformen und ermöglichen internationale Perspektiven auf weltweit relevante Themen. Interessierten Museen stellt das ifa darüber hinaus Leihgaben zur Verfügung.

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Überblick über die Tourneeausstellungen 2020 (PDF)

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