"Was ich bei Menschen am reizvollsten finde, ist, wie sie sich ihrer eigenen Fragilität bewusst und dennoch stark und unabhängig sind. Ich möchte diese Komplexität in seiner Gänze kommunizieren, dieses Fehlen einer einzigen Lesart, und den vielschichtigen Charakter und Wiedersprüche innerhalb einer Persönlichkeit darstellen – wie sie sich in der Kleidung zeigen, im Stil, in Haltungen und in der Art und Weise, wie eine Person lebt. Es ist die gebrochene Realität der Identität, die mich fasziniert."

– Wolfgang Tillmans

Wolfgang Tillmans, Dan, 2008

Die Ausstellung Fragile gibt einen umfassenden Überblick über das facettenreiche Werk von Wolfgang Tillmans und zeigt mehr als 200 Arbeiten, die zwischen 1986 und 2017 entstanden sind. Großformatige Drucke, kleinere Fotoabzüge, skulpturale Objekte und Tisch-Installationen sind ebenso Teil der Ausstellung wie Videoprojektionen und Publikationsprojekte.

Wolfgang Tillmans' künstlerische Arbeit basiert auf einer unbändigen Neugierde, rechercheintensiven Vorbereitungen und der permanenten Auseinandersetzung mit dem technischen und ästhetischen Potential des Mediums Fotografie. Seine Bildsprache ist geprägt von einer genauen Beobachtung, die einen zutiefst menschlichen Zugang zu unserer Umgebung eröffnet. Vertrautheit und Empathie, sowie Freundschaft, Gemeinschaft und Nähe sind in seinen Bildern sicht- und spürbar.

Das Annehmen der Fragilität, die uns als Individuen und unsere zwischenmenschlichen Beziehungen bestimmt, versteht Tillmans nicht als Schwäche sondern vielmehr als Stärke. Fehler, Brüche und Zerbrechlichkeit nutzt er als Impuls zur Entwicklung neuer Prozesse. Sie verweisen auf die Unvollkommenheiten unseres Lebens und eröffnen gleichzeitig ungeahnte Perspektiven auf dessen Materialität. In diesem Sinne verweist Fragile auf die kostbaren Momente und den Wert gesellschaftlichen und familiären Zusammenhalts – besonders in Zeiten sozialer und politischer Instabilität.

Fragile ist Tillmans' erste Ausstellung auf dem afrikanischen Kontinent. Die Premiere in der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo wird in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Kinshasa, dem Musée d’Art Contemporain et Multimédias und der Académie des Beaux-Arts realisiert. Die Ausstellung wird in den kommenden Jahren in verschiedenen afrikanischen Städten gezeigt.

Wolfgang Tillmans wurde 1968 in Remscheid, Deutschland geboren. Von 1990 bis 1992 studierte er in Großbritannien am Bournemouth and Poole College of Art and Design. Er lebt und arbeitet in Berlin und London. Tillmans wurde im Jahr 2000 als erster Fotograf mit dem Turner Prize ausgezeichnet und erhielt 2015 den Hasselblad-Preis. In den letzten Jahren wurden Tillmans‘ Arbeiten in großen Museums-Einzelausstellungen gezeigt, zuletzt 2017 in der Tate Modern in London und in der Fondation Beyeler in Basel. Tillmans hat zahlreiche Künstlerbücher veröffentlicht und wurde jüngst verstärkt politisch aktiv: 2016 gestaltete er anlässlich des britischen Referendums eine Anti-Brexit-/Pro-EU-Kampagne, 2017 eine Poster-Kampagne für mehr Wahlbeteiligung und gegen nationalistische Kräfte im Deutschen Bundestag.
www.tillmans.co.uk

– weitere Informationen folgen in Kürze –

Die nächsten Termine:

13.01.2018 – 18.02.2018
Musée d'Art Contemporain et Multimédias
Kinshasa, Demokratische Republik Kongo

Rahmenprogramm von ifa-Seite

Eröffnung: 12. Januar 2018, 17:30 Uhr. Der Künstler wird anwesend sein,

Künstlergespräch: 13. Januar 2018, 12 Uhr, Académie de Beaux-Arts de Kinshasa,
Provisorischer Zeitrahmen
17.04.2018 – 27.05.2018
Nairobi, Kenia
Provisorischer Zeitrahmen
08.07.2018 – 15.10.2018
Johannesburg Art Gallery
Johannesburg, Südafrika

Ausstellungskatalog

erhältich als PDF und Printpublikation
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Fragile. Ausgewählte Plakate zur Ausstellungspremiere in Kinshasa.

Ausstellungsplakate

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