Frauen denken den Irak neu

Wie können wir den Irak neu denken? Wie kann Frieden gefördert werden? Wie können Demokratisierungsprozesse angestoßen werden? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Teilnehmerinnen Projekts der Berliner Organisation elbarlament mit der Untersützung von zivik - Zivile Konfliktbearkbeitung. Insgesamt vier Workshops fanden 2017 im Irak statt. Dort diskutierten Frauen gemeinsam mit internationalen Experten über Themen, die bewegen: Frieden und Dialog, Gewalt gegen Frauen, Staatsstrukturen und Föderalismus sowie Empowerment und Anforderungen an den (parlamentarischen) Arbeitsalltag. 

Die teilnehmenden Frauen kommen aus ganz verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Sie sind teils in zivilgesellschaftlichen Frauenorganisationen aktiv oder Parlamentarierinnen des nationalen irakischen Parlamentes und des Regionalparlamentes in Irak-Kurdistan. Sie sind Kurdinnen, stammen aus dem schiitischen Süden und aus sunnitisch geprägten Regionen oder gehören religiösen und ethnischen Minderheiten an. In den Workshops kamen diese unterschiedlichen Frauen miteinander ins Gespräch. Gemeinsam suchten sie nach Lösungen für die Zukunft ihres Landes und konnten sich vernetzen.

Austausch ist wichtig: dies zeigten die hitzigen Diskussionen in den Workshops - aber auch das große Interesse an der Teilnahme sowie die vorsichtigen Annäherungen der unterschiedlichen Akteurinnen. Mithilfe von geladenen Experten suchten die Frauen nach Wegen, sich in einer Gesellschaft einzubringen, in der Frauen eine sehr marginalisierte Rolle spielen und häufig Gewaltakten ausgesetzt sind. Sie wollen Politik- und Friedensprozesse aktiv mitgestalten können. Das Projekt gibt so ganz konkrete Anstöße zur Entwicklung von pluralistischen zivilgesellschaftlichen Strukturen.

Am Ende der vier Workshops möchten die Frauen ein finales Memorandum entwickeln, das im Rahmen einer größeren Konferenz Ende 2017 unterzeichnet und vorgestellt werden soll. Außerdem hatten acht Teilnehmerinnen aus dem Irak die Möglichkeit, sich im Rahmen einer Studienreise Ende Oktober in Berlin zu diesen Themen auszutauschen. Entstanden ist außerdem ein kurzer Film über das Projekt und die Frauen.

Kontakt

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Förderprogramm zivik
Linienstr. 139/140
D-10115 Berlin
Tel. +49.30.284491-60
Fax +49.30.284491-70
zivik(at)ifa.de

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zivik – Zivile Konfliktbearbeitung 

Das Programm zivik fördert internationale Friedensprojekte in Krisenregionen und berät Nichtregierungsorganisationen sowie das Auswärtige Amt auf diesem Gebiet. Mit dem Programm wird nicht nur zivile Konfliktbearbeitung gefördert, sondern auch ein Beitrag zur Vernetzung staatlicher und nichtstaatlicher Akteure initiiert. Inhaltliche Schwerpunkte reichen von der Ausbildung in gewaltfreier Konfliktbearbeitung, Unterstützung vertrauensbildender Maßnahmen zwischen Konfliktparteien bis zur Traumabearbeitung und Reintegration von Ex-Kombattanten ... mehr