Gemälde mit ausgewählten Vertretern der Reformation; ; frühes 17. Jahrhundert
Die Reformatoren Heinrich Bullinger, Girolamo Zanchi, John Knox, Huldrych Zwingli, Martir (?), Martin Bucer, Matthew Parker, William Perkins, Philipp Melanchthon, Martin Luther, Jean Calvin, Theodore de Bèze (Beza) und John Wyclif; frühes 17. Jahrhundert

500 Jahre Reformation

Als Martin Luther vor 500 Jahren, der Überlieferung nach seine 95 Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche nagelte, war nicht absehbar, welch tiefgreifende Veränderungen die Reformation für Staat und Kirche, Bildung und Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft haben sollte.

Die Reformation spielte eine entscheidende Rolle bei der Entstehung der Moderne in ganz Europa und ihre Auswirkungen sind bis heute spürbar. Nicht nur das geistliche Leben wurde revolutioniert, die Menschen jener Zeit begannen, von Kirche und Staat zu emanzipieren. Grundlage dafür war auch der Buchdruck, der eine erste Medienrevolution nach sich zog, indem die Thesen der Reformatoren, illustriert durch Bilder und Holzschnitte, durch Flugblätter in großem Stil verbreitet wurden. Zusammen mit der Bibelübersetzung und einer allgemeinen Alphabetisierung der gesamten Bevölkerung wurde das Wissen einer breiten Schicht zugänglich. Die Reformation war aber auch der Beginn zahlreicher kirchlicher und politischer Konflikte, die Europa für fast ein Jahrhundert in konfessionelle Kriege stürzten und weite Teile verwüsteten. Diesen Konflikten setzte erst der Westfälische Friede von 1648 ein Ende.

Mit verschiedenen Projekten beteiligte sich das ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) am Reformationsjubiläum. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Besucherprogramms der Bundesrepublik Deutschland befassten sich mit Aspekten von Religion und Toleranz in Deutschland. Neben kirchlichen Einrichtungen besuchten sie Ausstellungen in Berlin, Wittenberg und Eisenach und diskutieren unter dem Stichwort Religionspluralismus mit Experten u. a. über religiöse Bildung, Kulturpolitik, den Dialog der Religionen und Chancen und Herausforderungen für die weltweite Ökumene. Sebastian Blottner berichtet über die Themenreise.

Expertinnen und Experten aus Kirche und Wissenschaft referierten im Auftrag des Vortragsprogramms der Bundesregierung weltweit die Geschichte und Wirkung der Reformation auf Kultur und Politik in Europa.