Brauchen wir eine neue Aufklärung?

Zweifellos ist die moderne Aufklärung in Europa entstanden, ist raumzeitlich ein europäisches Projekt. Vor der zweiten europäischen Aufklärung aber gab es im Islam ebenfalls eine Aufklärung. Europäische und islamische Aufklärung haben einen gemeinsamen Boden, das Primat der Vernunft. Würden die Muslime sich ihrer Aufklärung erinnern, dann kann es Brücken zwischen Muslimen und Europäern geben. Dann gäbe es auch eine gute Chance, den Fundamentalisten ihre Ideologie zu nehmen.

Von Bassam Tibi

Die Frage "Brauchen wir eine (neue) Aufklärung?" ist keine akademische Frage und zwar aus drei Gründen. Erstens und historisch gesehen ist die Aufklärung ein Teil der Identität Europas. Die Aufklärung aufgeben hieße somit der Verzicht auf europäische Identität. Mein Buch "Europa ohne Identität?", erschienen 1998, ist eine Verteidigung der Aufklärung. Dabei berufe ich mich auf die Autorität eines jüdischen Philosophen, der 1933 nach Amerika geflohen, aber 1950 nach Frankfurt zurückgekommen ist, auf Max Horkheimer, seine "Kritische Theorie" und seine eindringliche Mahnung: "Die Identität Europas ist die Aufklärung; die Verteidigung dieser Identität ist die Pflicht jedes Denkenden". Zweitens brauchen wir heute, nach dem Ende des Ost-West-Konflikts, einen globalen Frieden und eine globale Demokratie. Wenn Menschen aus verschiedenen Kulturen und Zivilisationen zusammenkommen, müssen sie etwas Gemeinsames haben. Haben sie nichts gemeinsam, reden sie nicht miteinander, sondern aneinander vorbei. Miteinander reden heißt über Probleme reden und wie sie gelöst werden. Wenn man das nicht darf, dann haben wir auch keinen Dialog. Aufklärung sollte die gemeinsame Grundlage des globalen Diskurses und des globalen Friedens sein. Drittens bin ich Muslim und Migrant. Aber ich bin nicht als Migrant gekommen. Ich wollte nur studieren und dann nach Hause zurückkehren. Aus bestimmten Gründen, privaten wie politischen, bin ich in Deutschland geblieben und Migrant geworden. Heute gibt es eine sehr starke Migration nach Europa. In Zahlen: 1950 lebten in Europa weniger als eine Million Muslime, 800.000 etwa, aus der Kolonialgeschichte heraus und hauptsachlich in Frankreich und Großbritannien. In anderen Ländern, Österreich, Deutschland usw., gab es kaum Muslime. 1962, als ich nach Frankfurt kam, gab es dort vielleicht zwei-, dreihundert Muslime, mehr nicht. Heute sind 35 Prozent der Frankfurter keine Deutschen. Und davon stellt die islamische Gemeinde den weitaus größten Anteil. Das heißt: Der Islam ist in Europa und man muss sich mit ihm bzw. den Muslimen verständigen und sie integrieren. Aber auf welcher Grundlage? Auf der Grundlage der Aufklärung – das ist mein Plädoyer. Brauchen wir dazu eine neue Aufklärung? Meinen Text habe ich in vier Abschnitte gegliedert, die jeweils mit einer These beginnen.

Meine erste These lautet: Wir leben im Zeitalter des Nihilismus. Das meint, ohne eine allgemein verbindliche Werteorientierung. Es gibt Menschen mit einer Wertorientierung, deren Leben von dieser Orientierung bestimmt oder doch wesentlich mitbestimmt ist. Allgemein aber leben wir – das ist meine Wahrnehmung – in einer Zeit des Nihilismus, in der die Aufklärung "under fire" ist. Die Richtung, aus der die Kritik an der Aufklärung kommt, heißt die Postmoderne. Die Postmoderne beansprucht im Namen eines kulturellen Werterelativismus einen relativ bedingungslosen Respekt vor anderen Kulturen. Dem wird das europäische Denken, soweit es einen Anspruch auf universelle Geltung erhebt, als Universalismus entgegenstellt, auch diskreditiert, den es zu relativieren gilt. Respekt vor anderen Kulturen heißt akzeptieren was sie hervorbringen, heißt relativieren, selbst die Menschenrechte. In Europa bedeutet Foltern die Verletzung der Menschenrechte. In der Türkei – ich weiß das, ich habe dort gelebt – gehört sie zum Verhör in der Polizeistation dazu. Schläge auf die Fußsohlen – das kenne ich aus Damaskus – tun unheimlich weh. Dann reden die Leute. Das soll dann keine Verletzung der Menschenrechte sein? Der Respekt vor anderen Kulturen scheint zu fordern, es hinzunehmen, über Verletzung der Menschenrechte nicht zu sprechen. In Frankfurt wies ein Gericht vor Jahren die Scheidungsklage einer Frau ab, die von ihrem Mann bis zur schweren Körperverletzung geschlagen wurde. Die Begründung der Richterin: Respekt vor anderen Kulturen; in islamischen Ländern sei es üblich, dass ein Mann seine Frau züchtige. Das Urteil ist revidiert worden. Aber das ist der Kulturrelativismus der Postmodernisten, die das Ende der Aufklärung reklamieren. Vielleicht brauchen wir eine neue Aufklärung, vielleicht nicht. Auf jeden Fall müssen wir die Aufklärung gegen die Postmoderne verteidigen. Die Aufklärung ist kein Dogma. Es gibt nichts, was sich nicht wandeln kann. Auch die Aufklärung kann sich wandeln. Aber es gibt ein Prinzip der Aufklärung, das sich nicht ändert, nicht ändern sollte. Jürgen Habermas hat die Vernunft in seinem, wie ich meine, wichtigsten Buch, in "Der philosophische Diskurs der Moderne", mit einem Zitat von Immanuel Kant "als den obersten Gerichtshof" charakterisiert, "vor dem sich rechtfertigen muss, was überhaupt Anspruch auf Geltung erhebt". Dieses Prinzip der Aufklärung ändert sich nicht – wenn denn Aufklärung wirkliche Aufklärung sein soll. Primat der Vernunft: Ob es, wenn ich etwas sage, richtig oder falsch ist, das lässt sich allein durch angewandte Vernunft entscheiden. Niemand aber hat ein Monopol auf Vernunft und Vernünftigkeit. Was vernünftig ist oder nicht, lässt sich im Diskurs herausfinden. Darum geht es. Und ich behaupte, so etwas hat es auch im Islam gegeben. Das Primat der Vernunft ist nicht eurozentrisch.

"Die Ursprünge der Entzauberung der Welt oder der Aufklärung liegen in Europa. Aber abgelöst von diesen Ursprüngen und stilisiert zu einem raumzeitlich neutralisierten Muster, kann und sollte die Aufklärung universell gelten."

Das ist etwas, was Menschen in Afrika, in Asien, in Lateinamerika und im Islam ebenso verteidigen können. Max Weber spricht mit Blick auf dieses Primat von der "Entzauberung der Welt". An diesem Begriff der Moderne nimmt Habermas in seinem "Diskurs" eine folgenreiche Abstraktion vor. Er löst die Moderne von ihren neuzeitlichen europäischen Ursprüngen ab und stilisiert sie zu einem raumzeitlich neutralisierten Muster. In Damaskus habe ich gelernt, die Welt durch die Brille des Korans zu sehen, durch meine Religion. Gleiches gilt für Christen, für Buddhisten usw.. Doch wenn es beispielsweise regnet, dann weiß ich, dass dies ein Vorgang in der Natur ist, den ich aus Vernunftgründen erklären kann. Ich habe in Marokko gelebt. Dort gibt es manchmal Dürrezeiten und die Leute beten: "Allah, Allah, gib uns Regen!". Da hängt es dann von Allah ab, ob es regnet oder nicht! Das hängt natürlich nicht von Allah ab. Ob es regnet oder nicht, lässt sich naturwissenschaftlich erklären. Die Ursprünge der Entzauberung der Welt oder der Aufklärung liegen in Europa. Aber abgelöst von diesen Ursprüngen und stilisiert zu einem raumzeitlich neutralisierten Muster, kann und sollte die Aufklärung universell gelten. Es gibt einen wesentlichen und nicht nur akademischen Unterschied zwischen Universalität und Universalismus. Universalismus: Jeder "-ismus" kennzeichnet eine Ideologie. Islam zum Beispiel steht für eine Religion, Islamismus ist eine Ideologie. Nicht anders verhält es sich mit dem Universalismus. Ich streite gegen Universalismus, aber für Universalität. Diese Differenzierung ist keine Spitzfindigkeit von Wissenschaftlern. Universalität meint Dinge, die alle Menschen teilen, zum Beispiel das Bedürfnis zu trinken. Das ist nicht afrikanisch, nicht europäisch, nicht asiatisch. In ähnlicher Weise ist zu den universell geltenden Menschenrechten das Recht zu zählen, nicht gefoltert zu werden. Man sagt, das sei eine europäische Idee. Vom Ursprung her, ja. Aber man kann und muss dieses Recht bzw. diese Idee als eine universell geltende Norm verteidigen, in dem Sinne Immanuel Kants, dass die menschliche Vernunft der oberste Gerichtshof ist, vor dem sich alles zu rechtfertigen hat, was Geltung beansprucht und universell gelten soll.

Vernunft als oberster Gerichtshof

Wenn ich zum Beispiel in islamischen Ländern Vorlesungen halte, dann kann immer jemand auf einen Koranvers verweisen und sagen "Was Sie sagen, das stimmt nicht. Allah hat gesagt, im Koran...". Es gibt einen Widerspruch, einen Konflikt zwischen Glaubensätzen und menschlicher Vernunft. Wie lässt sich dieses Problem lösen? Indem die menschliche Vernunft der oberste Gerichtshof ist und nicht der Text einer heiligen Schrift, sei es die Bibel, sei es der Talmud oder der Koran. Im Zeitalter der Globalisierung rücken die Menschen aneinander so nah wie nie zuvor. Dazu ein persönliches Beispiel: 1992 habe ich im Senegal gelebt, in Dakar. Dort habe ich auch mein Konzept vom europäischen Islam entwickelt. 85 Prozent der Senegalesen sind Muslime. Ich habe unter ihnen gelebt, gesehen, wie dort der Islam praktiziert wurde und habe auch das Land besucht. Auf dem Land ist vor allem Naturalientausch wichtig, nicht so sehr das Geld. Und ich habe einige sehr schöne Holzfiguren von Jugendlichen erworben, im Tausch gegen Hemden und Hosen, die ich entbehren konnte. Dabei ergab sich mit einem Jungen, vielleicht 10 oder 11 Jahre alt, einmal folgender Wortwechsel: "Monsieur, vous etes raciste!" ("Mein Herr, Sie sind ein Rassist!") "Moi, raciste?" ("Ich Rassist?"), sagte ich, "Allah hüte mich, ich bin Muslim wie du. Ich habe zwar weiße Haut, bin aber Muslim. Wie kommst du darauf, ich sei ein Rassist?" Darauf der Junge: "Ich gebe dir eine tolle Holzfigur, und du gibst mir ein Hemd mit einem Kragen, der altmodisch ist. Die Mode gibt es nicht mehr." Der Junge war nie in Europa. Woher wusste er das? Es gibt Zeitschriften, es gibt Fernsehen, transportables Fernsehen. Die Jugendlichen sehen und verfolgen, was in und was out ist. Der Kragen, das Hemd, das ich zum Tausch angeboten hatte, war out, so etwas trug man nicht mehr. Das ist ein Beispiel dafür, wie Menschen durch die Medien so nah aneinander rücken wie noch nie zuvor in der Menschheitsgeschichte, ein Beispiel für Globalisierung. Wenn Menschen so nah zusammenrücken, müssen sie ein Minimum an wirklicher Gemeinsamkeit haben, um miteinander auszukommen. Zu diesem Minimum gehören Demokratie, die Aufklärung, die kulturelle Moderne. Wir müssen Brücken bauen. 2012 ist in London ein Buch von mir herausgekommen mit dem Titel "Islam and Global Conflict" und dem Untertitel "Conflict and Cross Civilizational Bridging". "Cross civilizational", das bedeutet kulturübergreifend, "Bridging" Brücken schlagen. Und das meint, nicht nur an der Oberfläche miteinander reden, sondern wesentlich über das, was Probleme bereitet, über das Recht zum Beispiel: Was ist Recht, was ist Unrecht? Recht ist eine Ordnungsstruktur. Wir benötigen ein Rechtsverstandnis, das weltweit geteilt werden kann. Anders gesagt, das Recht muss eine säkulare Grundlage haben bzw. bekommen. 1993 gab es in Wien eine internationale Konferenz zur Erneuerung der Menschenrechte. Der saudische Außenminister vertrat dort "Menschenrechte nur auf der Grundlage der Scharia". Blicken wir nicht nur auf Europa, blicken wir auch darüber hinaus. Warum sollte ein Hindu zum Beispiel oder ein Konfuzianer Scharia-Recht akzeptieren? Das hat keine reale Basis. Dafür gibt es keinen Grund. Wir benötigen eine gemeinsame Werteorientierung in der Grundlegung des Rechts und der Rechtsprechung. Recht ist ein Wertesystem.

Meine zweite These postuliert, dass es in unserer Zeit eine Gleichzeitigkeit von struktureller Globalisierung und kultureller Fragmentation gibt. Das klingt akademisch, ist aber von erheblicher, gesellschaftspolitischer Bedeutung. Die Finanzkrise in Europa betrifft Amerika ebenso wie Asien, Afrika und Australien. Die Globalisierung kommt in der Informationstechnologie zum Ausdruck, in der Politik, in der Kommunikation. Parallel dazu in den Kulturen aber gibt es diese Globalisierung nicht. Meine amerikanischen Kollegen sprechen immer von "cultural globalization". In Amerika kann man Tacheles reden, ohne zu beleidigen: "Come on, stopp. This is nonsense!" Alle tragen Jeans, alle haben ein Handy, alle tragen moderne Hemden, alle trinken Coca Cola. Das wird oft schon für kulturelle Globalisierung gehalten. Einer meiner Kollegen, Benjamin Barber, hat ein Buch geschrieben: "Jihad vs. McWorld". "McWorld" ist eine Welt, die alles teilt. Die Muslime aber betreiben Dschihad gegen McWorld. Vor einigen Jahren waren wir zusammen in den Vereinigen Arabischen Emiraten und haben hierüber debattiert. Die Fundamentalisten, die ich z.B. in Ägypten kennengelernt habe, essen alle Hamburger und trinken alle Coca Cola. Aber sie wollen für eine islamische Scharia-Ordnung eintreten. Wie passt das zusammen? Mein Kollege versteht das nicht. Aber Kultur ist nicht Konsum, Kultur ist Sinnstiftung. Das habe ich von einem großen amerikanischen Anthropologen gelernt, von Clifford Geertz, in Princeton: "culture is a production of meaning". Viele amerikanische Sozialwissenschaftler dagegen deuten "culture-behaviour" als Konsumverhalten. Nur, wenn Menschen dieselben Güter konsumieren, dann heißt das noch lange nicht, sie haben auch dieselben Werte. Werte und Wertesysteme entstehen durch Sinnstiftung. Daher gibt es kulturelle Fragmentation. Die Menschen leben zwar in derselben Zeit, in Netzwerken, auch durch Globalisierung verbunden. Aber sie haben unterschiedliche Wertesysteme. Und ich denke, in dieser kulturellen Fragmentierung lauern Konflikte. Es gibt "cultural tensions", kulturelle Spannungen, die durch Inkompatibilitat von Wertesystemen entstehen. Ein bestimmtes Muster von Gerichtsverhandlungen, wie sie in Deutschland nicht selten vorkommen, in denen sich Muslime auf ihren Glauben berufen, sind da ein gutes Beispiel. Der Angeklagte zum Richter: "Ich akzeptiere Sie nicht. Ich bin Muslim. Für mich gilt nur Scharia-Recht, Sie sind kein Muslim. Sie urteilen nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch. Das ist nicht mein Recht. Deswegen kann ich Sie und Ihr Urteil nicht akzeptieren." Wenn solche Spannungen politisiert werden, also auch zu politischen kulturellen Problemen werden, dann haben Sie einen Konflikt, ein Problem. Dann sind Sie in Schwierigkeiten.

"Die Fundamentalisten, die ich z.B. in Ägypten kennengelernt habe, essen alle Hamburger und trinken alle Coca Cola. Aber sie wollen für eine islamische Scharia-Ordnung eintreten. Wie passt das zusammen?"

Meine dritte These lautet: Die Aufklärung, oder, mit Max Weber gesprochen, die Entzauberung der Welt, die universell gelten soll, wird heute durch die Entstehung fundamentalistisch motivierter Religion in Frage gestellt. Islamische Fundamentalisten behaupten, der westliche Säkularismus gehöre einer zionistisch-kreuzzüglerischen Verschwörung an, mit dem Ziel, die Religion abzuschaffen. Und dahinter stünden die Juden. Ich sage das aus dem Studium von Dokumenten heraus, die ich für mein Buch "Islamism and Islam" und das 2012 bei Yale University Press erschienen ist; das hat ein Kapitel von 50 Seiten über "Islamization of Anti-Semitism". Nicht alles Übel kommt aus dem Islam. Antisemitismus ist eine europäische Ideologie. Die Islamisten haben sie islamisiert. Ich habe zwei Jahre, zwischen 2008 und 2010, im Holocaustmuseum in Washington D.C. über die Vorstellung, Säkularisierung sei eine Verschwörung gegen den Islam gearbeitet und dahinter steckten die Juden. Hier kommt die Religion zurück, aber nicht als Glaube an Gott. Und darüber muss man reden. Ich respektiere jede Religion. Deswegen war ich im interreligiösen Dialog aktiv, in Europa, in Afrika, in Indien. In Neu-Delhi habe ich 1994 zwischen Hindus und Muslimen vermittelt. Respekt vor Religion und religiöse Praxis ist ein Menschenrecht. Aber wenn die Religion politisiert wird, dann ist Religion nicht mehr Glaube. Der Respekt vor religiösem Glaube gilt nicht vor religiös maskierten Ideologien. In Budapest, an der Central European University, habe ich an dem Forschungsprojekt "The Return of Religion to Public Space" ("Die Rückkehr der Religion in den öffentlichen Raum") mitgearbeitet. Sie tritt im Islam auf, aber nicht nur im Islam. Das ist eine globale Erscheinung. In diesem Zusammenhang sind vier Begriffe wichtig. Es sind wieder einmal akademische Begriffe, die aber mit unserem praktischen Leben, mit unserem sozialen und politischen Leben in eminenter Weise zu tun haben: Postmoderne, Absolutismus, Relativismus und Multikulturalismus. Die Postmoderne hat eine Botschaft und die lautet: die Moderne – ein anderes Wort für Aufklärung und man kann sagen kulturelle Moderne – hat ausgedient. Und in der Folge: Das Buch von Jürgen Habermas "Der philosophische Diskurs der Moderne" hat ausgedient. Die Postmoderne sagt: Das ist passé. Mit der Rückkehr der Religion kehrt auch das absolutistische Denken zurück. Dazu eine kurze Illustration: Wenn auf ein Argument die Antwort lautet – so geschehen in Kairo – "Dann bist du gegen Allah", oder auf die Bemerkung, "In einem Scharia-Staat nicht leben zu wollen": "Das ist nicht diskutabel", dann ist das absolutistisch. Dagegen lässt sich mit rationalen Argumenten nichts ausrichten. Höchstens mit Gelehrsamkeit. So kommt das Wort "Staat" im Koran kein einziges Mal vor, das Wort "Scharia" lediglich ein einziges Mal, in Sure 45, Vers 18. Lässt sich der Widersacher auf den Koran als Schiedsrichter festlegen und auf das Ansinnen, "Zitiere mir, wo Allah noch das Wort Scharia im Koran verwendet", und er ist dazu nicht in der Lage, dann hat er verloren. Aber so etwas ist keine rationale Argumentation. Meine Waffe war, dass ich den Koran auswendig kenne. Mir blieb keine andere Wahl. Aber das sollte nicht die Regel sein. Die Regel sollte sein: Argument gegen Argument, auf gleicher Ebene, auf der Ebene der Rationalität. Das Gegenteil von Absolutismus ist Relativismus. Die Europäer sind Relativisten geworden. Und Relativisten sind in der Auseinandersetzung mit Absolutisten die Verlierer. Das beste Buch über die Postmoderne mit dem Titel "Postmodernism, Reason and Religion" hat der 1995 in Prag verstorbene Anthropologe, Soziologe und Philosoph Ernest Gellner geschrieben. Und auf Seite 85 können Sie lesen: "Their attitude (of the culture relativists) is roughly that absolutism is to be tolerated" ("Nach ihrer Vorstellung [der, der Kulturrelativierer] soll der Absolutismus mehr oder weniger toleriert werden"). Respekt vor anderen Kulturen ist etwas Hervorragendes. Aber eben nicht in der Art und Weise eines Blankoschecks. Das Problem Europas und der Europäer, allgemein zumindest: Andere Kulturen müssen respektiert werden, so wie sie sind. Europa denkt kulturrelativistisch. Religiöse Fundamentalisten sind, so Gellner, absolutistisch und deswegen erfolgreich. Und was machen die Anhänger der Aufklärung? Ihnen wird Aufklärungsfundamentalismus, "fundamentallist rationalism", vorgeworfen. Hier ist Gellner, den ich persönlich kannte und der für die Verteidigung der Aufklärung stritt, oft nicht verstanden worden. Er wollte damit die Verteidigung der Aufklärung nicht auf die Stufe des religiösen Fundamentalismus stellen, sondern zum Ausdruck bringen, das wir mit gleicher Kraft zur Aufklärung stehen müssen wie die Fundamentalisten zu ihrer Religion.

Vermintes Gelände

Multikulturalismus ist ein vermintes Gelände. Wer den Multikulturalismus kritisiert, bzw. das naive Verständnis von Multikulturalitat, setzt sich unweigerlich dem Verdacht des Rechtsradikalismus aus. Wenn Multikulturalitat gelingt, das Zusammenleben von Menschen aus verschiedenen Kulturen, dann gäbe es nichts, was dagegen sprechen könnte. Aber Multikulturalismus hat eine andere Bedeutung, die Bedeutung des "anything goes", der Wertebeliebigkeit. Danach hätte ich kein Recht, andere Kulturen zu kritisieren. Ich müsste sie respektieren, wie sie sind. Das Wichtigste aber, was ich bei Max Horkheimer in Deutschland gelernt habe, ist Kritik, Kritik ohne Tabus. Wenn man Kritik beschneidet, verletzt man in Deutschland sogar die Verfassung. Die deutsche Verfassung garantiert die Freiheit der Wissenschaft. Und Wissenschaft heißt kritisch denken, kritisch denken heißt Aufklärung, ganz im Sinne Kants: Vernunft ist der Gerichtshof, vor dem sich letztlich alles zu rechtfertigen hat. In den letzten Jahren ist ein Kampfbegriff geprägt worden: "Islamophobie"; frei übersetzt: Feindbild Islam. Wenn Sie sagen, Scharia und Menschenrechte stunden nicht im Einklang miteinander, können Sie mit dem Schlagwort "Islamophobie" mundtot gemacht werden. Das ist in Amerika sehr viel schlimmer als in Europa, sehr viel schlimmer. Nach dem 11. September haben eigentlich die Islamisten gewonnen. So ist es in der amerikanischen Wissenschaft sehr schwierig geworden, den Islamismus zu kritisieren. Das kann ich ganz persönlich bezeugen. Ich habe an allen sieben amerikanischen Elitenuniversitäten gelehrt und geforscht, zuletzt an der Yale University, an der ich auch meine akademische Karriere abgeschlossen habe. Mit einem Buch über den Unterschied zwischen Islam als Glaube und Islamismus als politische Ideologie. In Österreich etwa, wenn Sie sich mit dem Lektor verstehen und er das Buch mag, dann wird es auch publiziert.

 "Die Saudis führen im Name des Dialogs ideologische Feldzüge gegen die Aufklärung. In diesen weltanschaulichen Feldzügen müssen wir uns engagieren und für die Aufklärung kämpfen."

Kein Problem. Bei der "University Press" in den USA ist das wie bei einer deutschen Habilitation: drei Gutachter. Und wenn die drei nicht reichen, werden weitere Gutachter herangezogen. Die Begutachtung meines Buches "Islamism in Islam" hat zwei Jahre gedauert, von 2009 bis 2011, mit vier Begutachtungsrunden und insgesamt 11 Gutachtern. Die Gutachter sind alle anonym. Sie kennen mich, aber ich kenne sie nicht. Viele waren gegen die Veröffentlichung des Buches. Die Akte war zu guter Letzt so dick wie das Buch selbst. Schließlich hat das Herausgeberkommitee den Druck genehmigt. Eigentlich ist das eine Einschränkung der Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit. Aufklärung heißt: Ich darf denken, meine Gedanken aussprechen und auch publizieren. Das ist nicht mehr so. Was ist zu tun? Im Amerikanischen hat man den Begriff "war of ideas", Krieg der Weltanschauungen, geprägt. Aber Ideen führen keinen Krieg. Doch gibt es weltanschauliche Konflikte und Feldzüge. Die Saudis zum Beispiel führen im Namen des Dialogs ideologische Feldzüge gegen die Aufklärung. In diesen weltanschaulichen Feldzügen müssen wir uns engagieren und für die Aufklärung kämpfen.

Als vierte These möchte ich behaupten: Entgegen einer allgemein geteilten Auffassung, die Muslime hatten keine Aufklärung gehabt und dies sei ihr Problem – so zum Beispiel Franz Kardinal König, der ehemalige Erzbischof von Wien, in einem Interview – hat die Aufklärung auch im Islam eine Geschichte. Und das konnte sehr wohl eine Chance eröffnen, auf der Grundlage der Aufklärung "Brücken zu bauen". Wie Kardinal König hat auch Papst Benedikt, als er noch Kardinal war, von der Aufklärung und den Muslimen gesprochen. Die reale Geschichte aber ist anders. Ende des 8. Jahrhunderts haben christliche Araber griechische Werke übersetzt. Und im 9. Jahrhundert hat ein Prozess begonnen, der bis Anfang des 13. Jahrhunderts angehalten hat: die Hellenisierung des Islam. Das sind die Jahrhunderte der islamischen Aufklärung. Die Diskussion, die wir heute führen – Was gilt? Das, was in den heiligen Büchern steht oder das, was die Vernunft sagt? – ist auch im Islam geführt worden. Und alle islamischen Philosophen haben gesagt: Primat der Vernunft! Al-Kindi war der erste, im 9. Jahrhundert. Im 10. Jahrhundert hat al-Farabi auf der Grundlage von Platos "Staat" das Buch "Der perfekte Staat" verfasst. Im 11. und im 12. Jahrhundert gibt es eine andauernde Diskussion, ob der Vernunft oder der Offenbarung der Vorrang zukomme. Die Vertreter der islamischen Orthodoxie stritten für die wortwörtliche Geltung des Korans, für einen Skripturalismus; die islamischen Aufklärer fochten für das Primat der Vernunft. Der Unterschied zwischen Voltaire und den islamischen Philosophen liegt in der Radikalität gegenüber Kirche und Religion. Die islamischen Philosophen wollten keinen Konflikt. Das war möglicherweise falsch. Wir würden heute sagen, sie waren versöhnlicher, vielleicht sogar versöhnlerisch. Im Grunde ist das die Position Immanuel Kants. Der islamische Kant, Ibn Ruschd, latinisiert Averroes, hat mehrere Jahrhunderte vor Kant vorweggenommen, was Kant u. a. in seinen drei Kritiken geschrieben hat: Es gibt nicht nur Wahrheit, es gibt Wahrheiten, die Wahrheit der Religion, die in den Moscheen gilt und die Wahrheit des Lebens, die in der Öffentlichkeit gilt. Diese Wahrheit entspringt der Vernunft, jene Wahrheit dem religiösen Glauben. Und jede dieser Wahrheiten hat ihre Domäne. Die islamische Aufklärung war über 300 Jahre existent und ist in umfangreichen Werken dokumentiert. Eine fünfzigseitige Zusammenfassung finden Sie in meinem Buch "Der wahre Imam". Dort finden Sie auch den Unterschied zwischen "fiqh" und "Scharia" beschrieben, ein Unterschied, der in Diskussionen mit Muslimen außerordentlich wichtig ist. Im Koran bezeichnet Scharia die Moral, das Böse zu verbieten und das Gute zu verordnen. Eine andere Bedeutung hat Scharia im Koran nicht. Das konnte auch ein Christ oder ein Atheist unterschreiben. Die Scharia ist kein Rechtssystem und auch kein Staatssystem. In dem Buch "Islam between Culture and Politics", 2001 und 2005, das ich mit der Förderung der Harvard Universität veröffentlicht habe, zeige ich: Was die Muslime allgemein über die Scharia sagen, das stimmt in der Regel nicht. Die Behauptung beispielsweise, im Koran sei alles Scharia, ist einfach falsch. Scharia im Koran ist das, was Allah sagt. Was islamische Rechtsgelehrte an Interpretation in den Koran hineinbringen, ist nach islamischem Verständnis und der Religionswissenschaft nach dagegen "fiqh", das, was Menschen hinzu tun. "Scharia" ist von Gott. Die Rechtsgelehrten aber behaupten, das islamische Recht, das "fiqh" ist, sei "Scharia".

"Der Unterschied zwischen Voltaire und den islamischen Philosophen liegt in der Radikalität gegenüber Kirche und Religion. Die islamischen Philosophen wollten keinen Konflikt. Das war möglicherweise falsch."

Im Dialog mit Muslimen ist es überaus wichtig und notwendig, um die Differenz von "fiqh" und "Scharia" zu wissen und offen zu halten. Ohne dieses Wissen, überhaupt Wissen, das man im Dialog mit Vertretern des konservativen Islam, speziell der islamischen Orthodoxie, nutzen kann, ist man von vornherein verloren. Francis Fukuyama, Amerikaner mit japanischen Nachnamen, ist in Europa durch sein Buch "The End of History" berühmt geworden. In einer Vorlesung in Washington hat er Europa – und ich zitiere gerne – aufgrund der Migration der Muslime als "battlefield" analysiert, als Schlachtfeld zwischen Islamismus und "European identity". Ich mochte diese Ansicht zu meiner fünften These erheben. "Der Islam gehört zu Deutschland", dieser Satz ist geschichtlich einfach falsch. Diesem Satz des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff, den Bundeskanzlerin Angela Merkel neulich wiederholt hat, kann ich als muslimischer Wissenschaftler nicht zustimmen. Es gibt den Islam des al- Kindi, des al-Farabi, des Ibn Ruschd, den Islam der Aufklärung, der über Toledo und Cordoba nach Europa gekommen ist. Dieser Islam gehört zu Europa. Es gibt ihn heute nicht mehr. Seine Renaissance aber, die braucht Europa. Europa braucht einen Euro- Islam, wenn es den fundamentalistischen Islam nicht haben will. In Baden-Württemberg steht die zweitgrößte Moschee Deutschlands, mit dem Namen "fatih". Und das bedeutet sowohl auf Türkisch als auch auf Arabisch "Eroberer". Mehmed II. ist der türkische Sultan, der Konstantinopel als Fatih erobert und in Istanbul umgewandelt, islamisiert hat. In Istanbul habe ich gefragt: "Wollt ihr islamisieren, erobern oder wollt ihr den Dialog? Warum heißt die Moschee in Baden-Württemberg nicht al- Farabi-Moschee?" Al-Farabi war Türke, hat aber auf Arabisch geschrieben, der Sprache des Korans, und war der erste große politische Philosoph des Islams im neunten und zehnten Jahrhundert. Viele Türken wussten nichts von ihm. Sie sind Muslime und kennen nicht einmal den größten politischen Philosophen des Islams. Nie gehört! Das "al-Jabri-Project", benannt nach dem verstorbenen Philosophen al-Jabri an der Universität Rabat in Marokko ist ein Projekt zur Neubelebung der islamischen Philosophie als Aufklärung, das Projekt einer Renaissance der islamischen Philosophie. Ich habe mit ihm zusammengearbeitet. Zweifellos ist die moderne Aufklärung in Europa entstanden, ist raumzeitlich ein europäisches Projekt. Vor der zweiten europäischen Aufklärung aber gab es im Islam ebenfalls eine Aufklärung. Europäische Aufklärung und islamische Aufklärung haben einen gemeinsamen Boden, das Primat der Vernunft.

Universelle Vernunft

Und Vernunft ist universell. Wurde, wie Max Weber und Jürgen Habermas argumentiert haben, die raumzeitliche Dimension der europäischen Aufklärung neutralisiert, und wurden die Muslime sich ihrer Aufklärung erinnern, dann konnte es Brücken zwischen Muslimen und Europäern auf dem Boden der Aufklärung geben. Dann gäbe es auch eine gute Chance, den Fundamentalisten diese Ideologie zu nehmen: "Aufklärung und Demokratie sind jüdische Instrumente gegen den Islam." "Euro-Islam", das ist mein auf der Aufklärung basierendes Projekt für Europa. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich bisher damit gescheitert bin, weil ich keine europäische Unterstützung bekam. Vielleicht stirbt das Projekt mit mir, vielleicht aber auch nicht. Natürlich hoffe ich auf das Letztere. Entwickelt habe ich den Euro-Islam im Senegal. Das Land war das erste von mir besuchte Land, das zwar islamisch, nicht aber arabisch war. "C’est notre islam." – "Das ist unser Islam", bekam ich zu hören und weiter "Das ist Afro-Islam". Den Islam gibt es seit dem 7. Jahrhundert. Nach Westafrika kam er zwischen dem 13. und dem 15. Jahrhundert. Bis heute ist das keine allzu große Zeitspanne. Aber der Islam ist dort vollkommen heimisch. Warum? Warum ist das so? Weil er dort afrikanisiert worden ist. Das war der Anstoß für mich, den Euro-Islam als Antwort auf die Herausforderung des Islam in Europa zu entwickeln. Zehn Jahre später, 1992, hat man sich in Frankreich auf Regierungsebene vom Programm der Assimilation ab- und einem Programm der Integration zugewendet. Assimilation hat aufgrund der großen Migrationsschube nicht mehr funktioniert. Heute sind von 63 Millionen Franzosen acht Millionen Muslime. Also "Integration". Und das meint, die Werte der französischen Verfassung akzeptieren. Ich bekam die Aufgabe, hierzu ein Konzept zu entwickeln und konnte zeigen, dass der Islam europäisch interpretiert und so einheimisch werden kann – auf nur zehn Seiten, mit dem Titel: "Les Conditions de l’Euro-islam". Ziel war es, dass die Muslime sagen: "Das ist unser Islam." Aber dieser Islam soll auch für die Franzosen akzeptabel sein. Fest steht: Aufklärung bleibt die Grundlage. Mit Fundamentalismus kann man so etwas nicht machen. Der Fundamentalismus kann viele Namen und viele Gesichter haben. Mit den großen amerikanischen Theologen, Martin Marty und Scott Appleby, der eine evangelisch, der andere katholisch, weiß ich mich einig: Die Religion kommt zurück. Aber nicht als Glaube, sondern mit den Anspruch, die Welt neu zu gestalten, und zwar nach religiösen Prinzipien. Für den Augenblick einmal angenommen, hypothetisch, die Welt würde jetzt christlich organisiert – die Muslime könnten und würden das nicht akzeptieren, die Hindus nicht und auch die Sikhs nicht – wie anders auch die Christen keine islamische Ordnung akzeptieren könnten und würden. Die Grundlage der Weltordnung kann daher nur religiös-neutral sein, also säkular. Die Aufklärung ist säkular. Natürlich, Europa ist christlich. Aber besonders seit der Renaissance hat Europa die Quellen der Inspiration für die europäische Idee ausgetauscht, von Jerusalem nach Athen, vom Christentum zum Hellenismus. Natürlich bleibt das Christentum als private Religion in Europa dominant, aber die kulturelle Moderne wird vom Hellenismus, nicht vom Christentum geprägt. Diesen Hellenismus haben auch die Muslime in ihren besseren Tagen gesehen. Und so haben wir doch eine gemeinsame Grundlage. Und die heißt: Aufklärung als Primat der Vernunft. Bezüglich der Entstehung einer modernen Weltgesellschaft hat der Oxford-Gelehrte Hedley Bull in seinem Werk hervorgehoben, dass diese nur auf der Basis geteilter Werte funktionieren kann. Ich füge hinzu, dass diese Werte auf einer globalen Aufklärung basieren müssen, um einen wahren Weltfrieden im Kant‘schen Sinne zu ermöglichen.

Europa: Festung oder Sehnsuchtsort? Kultur und Migration / EUNIC, ... (Hg.). – Göttingen: Steidl , 2015. – 300 S. – (Kulturreport, EUNIC-Jahrbuch)

Europa: Festung oder Sehnsuchtsort? Kultur und Migration / EUNIC, ... (Hg.). – Göttingen: Steidl , 2015. – 300 S. – (Kulturreport, EUNIC-Jahrbuch)
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Bassam Tibi, 1944 in Damaskus geboren, ist  Begründer der Denkrichtung "Euro-Islam".  Von 1973 bis 2009 Professor für Internationale  Beziehungen an der Universität Göttingen.  1988 bis 1993 Research Associate, 1998 bis  2000 Bosch Visiting Professor an der Harvard  University. 2004 bis 2010 A.D. White Professor  at Large an der Cornell University. 2005 Senior  Research Fellow an der National University of  Singapore / Asia Research Institute. 2008 und  2010 Resnick Senior Fellow am Holocaust Memorial  Museum, Washington D.C. Seine Veröffentlichungen  wurden in über 16 Sprachen  übersetzt. 1995 Bundesverdienstkreuz 1. Klasse  für sein Wirken "für ein besseres Verständnis  des Islam in Deutschland und für seine  Vermittlung zwischen den Zivilisationen" und  2003 Preis der Schweizer Stiftung für Abendländische  Besinnung.