© ifa, Foto: Matt Hoffman

Total Glokal. Stuttgarter Weltgespräche

17. November 2017, 18 – 21 Uhr | Institut für Auslandsbeziehungen, Stuttgart, WeltRaum

Shifting the 'We' in African Children's Literature

Vorstellungen von Kindheit entstehen auf der Grundlage historischer, politischer und kultureller Zusammenhänge. Statt Kindheit zu romantisieren, sollte sie als umstrittenes Feld verstanden werden, das Spannungen und Konflikte einer Gesellschaft zutage fördert. Durch Erzählungen über Kindheit werden Vorstellungen von Gemeinschaft geprägt. Der Autor und Literaturwissenschaftler Robert Muponde wird in seinem Vortrag auf die simbabwische Literaturgeschichte eingehen und darüber hinaus traditionelle afrikanische Volkserzählungen befragen. Welcher Wir-Begriff manifestiert sich in Vorstellungen von Kindheit und wie werden hier bereits Hindernisse auf dem Weg für Mitgefühl und eine inkludierende Wir-Kultur gelegt?

Mit: Robert Muponde, Professor an der University of the Witwatersrand, Südafrika, Gastwissenschaftler "Literary Cultures of the Global South" der Universität Tübingen und
Andree Gerland, Koordinator im "Global South"-Projekt der Universität Tübingen

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.
Im Anschluss an den Vortrag erfolgt ein moderiertes Gespräch mit dem Publikum.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen dem ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) und dem BMBF- und DAAD geförderten Netzwerk “Literary Cultures of the Global South” der Universität Tübingen. Sie wird mit freundlicher Unterstützung der Robert Bosch Stiftung und der Stadt Stuttgart durchgeführt.

4. Dezember 2017, 18 - 21 Uhr | ifa Stuttgart, WeltRaum

Multiple Modernen und die Dynamik der transnationalen Öffentlichkeit  

Protestbewegungen gegen Großprojekte wie Stuttgart 21, den Bau der Alaska-Pipeline oder die Wiederinbetriebnahme der Atommeiler in Japan sind Beispiele für eine von Spannungen und Konflikten geprägte Moderne. Konzepte, die von einem linearen und einheitlichen Moderne-Begriff ausgehen, helfen bei der Analyse solcher Phänomene nicht weiter. Vielmehr muss erkannt werden, dass einzelne Bewegungen auf Kenntnisse und Methoden zurückgreifen, die in vielfältiger Weise in ihren eigenen Traditionen verwurzelt sind. Eben diese Diversität der kulturellen Ressourcen ist es auch, die die oft einheitlich erscheinende Moderne de facto vielfältig macht. Winston Churchill verkündete einst, dass die Geschichte von den Siegern geschrieben wird. Dabei sind zivilgesellschaftliche Akteure größeren Machteliten ausgesetzt. In seiner Arbeit kritisiert Mishima einen westlich geprägten Moderne-Begriff und diskutiert in welchem Zusammenhang die Theorie der 'Multiplen Modernen' mit der Dynamik der transnationalen Öffentlichkeit steht. Könnte die Geschichte auch von den Verlierern her gedeutet und vielleicht sogar geschrieben werden? 

Prof. Dr. Ken'ichi Mishima ist Professor für Sozialphilosophie und zeitgenössische Philosophie an der Tokyo Keizai University und Professor emeritus für Kultur- und Literaturwissenschaften der Osaka University. Er ist Richard von Weizsäcker Fellow der Robert Bosch Academy in Berlin.

Moderation:
Prof. Dr. Harald Fuess, Professor für Kultur- und Wirtschaftsgeschichte des Exzellenzclusters 'Asia and Europe in a Global Context' der Universität Heidelberg

Über "Total Glokal. Stuttgarter Weltgespräche"

In der Reihe "Total Glokal. Stuttgarter Weltgespräche" greift das ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) aktuelle Fragestellungen zur Wechselwirkung von Globalem und Lokalem auf und richtet die Aufmerksamkeit auf positive Beispiele der Kooperation, eigene Gestaltungsspielräume und soziale Innovationen. In einer Zeit, in der sich immer mehr Menschen Globalisierungseffekten und deren Kehrseite hilflos ausgesetzt fühlen, wird transnationale Zusammenarbeit noch wichtiger.
Welche Rolle spielen Städte für die Entwicklung zukunftsträchtiger Lösungen? Reicht unser Empathievermögen? Worauf können und worauf sollten wir uns vorbereiten angesichts einer absehbar noch weiter zunehmenden globalen Dynamik? Internationale Experten diskutieren mit Akteuren und dem Publikum vor Ort.

Die ifa-Reihe "Total Glokal. Stuttgarter Weltgespräche" findet mit freundlicher Unterstützung der Robert Bosch Stiftung und der Stadt Stuttgart statt.

Die einzelnen Veranstaltungen der Reihe werden mit unterschiedlichen Kooperationspartnern durchgeführt. Dazu zählen: Stadt Stuttgart, vhs stuttgart, Evangelisches Bildungszentrum Hospitalhof, BMBF- und DAAD-Netzwerk "Literary Cultures of the Global South" der Universität Tübingen und IZKT der Universität Stuttgart.

Rückblick

© ifa

Nach den Grenzen des Mitleids fragten Nikita Dhawan und Elisabeth Conradi am 4. Oktober im Evangelischen Bildungszentrum Hospitalhof. Täglich sterben Menschen auf der Flucht nach Europa. Die europäische Politik fühlt sich bei der Suche nach Lösungen sowohl von rechts als auch von links in Bedrängnis gebracht. Statt Solidarität und gerechter Lastenteilung erleben wir in Europa gegenseitige Schuldzuweisungen und politisches Kalkül. Welche moralische Verpflichtung haben wir, selbst zu handeln und von welchen Gefühlen lassen wir uns dabei leiten? Welche Rolle spielt Mitleid im Ringen um ein humanes Handeln? Trägt die Tatsache, dass wir Mitleid empfinden, nicht zur Bestätigung unserer Menschlichkeit bei? Oder sind es die Geflüchteten selbst, die den Europäern die Gelegenheit geben, sich selbstgefällig auf Ethik und Moral zu berufen? 

V.l.n.r.: Manfred Heinfeldner (Moderator), Josefine Fokdal (Universität Stuttgart), Timo Aarrevaara (Universität Lappland), Daniele Vieira (UNESCO Institute for Lifelong Learning, UNESCO Global Network of Learning Cities); Foto: ifa

Den Auftakt machte das Thema "Lernende Stadt – Lernen in der Stadt" am 12. Juli 2017 in der vhs Stuttgart. Wie kann die kollektive Intelligenz, die sich in der Stadt ballt, dauerhafte Lernprozesse anstoßen? Welche Rolle spielen Kunst, Kultur, Teilhabekonzepte und Lebenslanges Lernen für ein vernetztes Handeln? Wie müsste die Zusammenarbeit verschiedenener Institutionen einer Stadt organisiert sein, um den negativen Effekten von Urbanisierung entgegenzuwirken? Diese und weitere Fragen diskutierten Timo Aarrevaara, Professor für Public Management an der Universität Lappland, Daniele Vieira, Mitglied des Koordinationsteams des UNESCO Global Network of Learning Cities, und Josefine Fokdal, Mitarbeiterin am Institut für Internationalen Städtebau der Universität Stuttgart.

Kooperationspartner

Literary Cultures of the Global South
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