UNTIE TO TIE

On Colonial Legacies and Contemporary Societies

Irene de Andrés: El Segundo Viaje, 2017; © Irene de Andrés
Irene de Andrés: El Segundo Viaje, 2017; © Irene de Andrés

In Zeiten verborgener Geschichten, kultureller Missverständnisse, zunehmender Nationalismen, Diskriminierung und Intoleranz in der Welt lädt die ifa-Galerie Berlin mit UNTIE TO TIE dazu ein, über die Auswirkungen kolonialer Vermächtnisse nachzudenken, die moderne Gesellschaften seit jeher formen und die noch immer unsere zeitgenössischen Realitäten und das alltägliche Leben beeinflussen.
Das einjährige Forschungs- und Ausstellungsprogramm "UNTIE TO TIE – On Colonial Legacies and Contemporary Societies" widmet sich den Schnittstellen zwischen künstlerischen und gesellschaftlichen Diskursen über koloniale Strukturen in zeitgenössischen Realitäten, u. a. hinsichtlich globaler Verbundenheit, urbaner Kulturen, intersektionaler Feminismen und des Aufstands als Widerstand. Die ifa-Galerie Berlin ist zentraler Treffpunkt für die Begegnung von Geschichten – seien sie erzählt, geschrieben, gefertigt oder getanzt.
Der Austausch besteht aus drei Säulen: Gespräche, Performances und Screenings antworten in Kunst im Dialog auf die Positionen der Künstlerinnen und Künstler in den Ausstellungen. Als Schnittstelle zwischen Ausstellung und gesellschaftlichen Diskursen entwickelt sich die Lese- und Hörstation mit den fortlaufenden Kapiteln weiter. Die digitale Plattform schließlich schafft ein diskursives Forum mit Gastbeiträgen, Podcasts, Webradio und Videodokumentationen.

Lesestation 

Der Leseraum "Center of unfinished business" stellt Literatur über koloniale Hinterlassenschaften bereit, darunter Leihgaben der Berliner Bibliothek Each One Teach One. Die Macherinnen des Onlineportals C& laden zu Lesungen, Diskussionsveranstaltungen und Performances ein.

Hörstation 

Saout Radio erforscht das Universum der Klangkunst. "Sonic Panoramas" besteht aus einer Hörstation in der Galerie und Radiosendungen, die durch Reboot.fm und Radio Corax in Deutschland ausgestrahlt werden, weltweit etwa auf Radio Panik in Brüssel und Radio Tsonami in Chile.

Sofía Gallisá Muriente: B-Roll; © Sofía Gallisá Muriente
Sofía Gallisá Muriente: B-Roll; © Sofía Gallisá Muriente

Vorsicht Stufe / Kopf weg

Die Positionen im zweiten Kapitel setzen sich den kolonialen Vermächtnissen in der urbanen Kultur entgegen und beleuchten ihr Potenzial, den vorherrschenden Strukturen und Politiken entgegenzuwirken. Die Pluralität von Standpunkten und erzählerischen Stimmen erweitert die eurozentrischen Narrative und bietet starke Gegenpositionen.

Michiel Van Balen (CC BY 2.0) via Flickr
Michiel Van Balen (CC BY 2.0) via Flickr

Kolmanskop Dream

Das erste Kapitel ist der globalen Verbundenheit gewidmet und nimmt den "Tout Monde"-Gedanken des Dichters und Philosophen Edouard Glissant als Ausgangpunkt: die Welt als Mosaik aus individuellen Positionen, verbunden mit einer beschleunigten Interaktion zwischen Sprachen, Kulturen und Gesellschaften. 

Gallery reflections #1. Urban Decolonisation and Diasporic Formations

Ein Gespräch zwischen Dr. Noa Ha, TU Berlin, Trang Tran Thu, Berlin Asian Film Network, und Dr. Jonas Tinius, HU Berlin.

Kooperationspartner

Contemporary &
Each one teach one
musagetes
Saout Radio