Matali Crasset

Digestion n°1, Sitzkissen, 1998

Füllung: Polyurethan; Bezug: Polyethylen, L 78 x B 68 x T 23 cm 
Edra
Foto: Emilio Tremolada, © Edra

Kunststofftaschen, quaderförmig genäht, Reißverschluss, zwei Henkel. Horizontale und vertikale blau- und rotweiße Streifen bilden das weltweit bekannte Muster. Überall erhältlich, für 1, 2 oder 3 Euro, je nach Größe. Robuste Taschen, die man rasch verschleißt. Mancherorts Kult. Aber auch: Halbzeug. Halbzeug für Polstermodule. Für urbane Wohnlandschaften.

Matali Crasset ist Industriedesignerin und Absolventin der ENSCI-Les Ateliers (École nationale supérieure de création industrielle) in Paris. Nachdem sie bei Denis Santachiara in Italien und Philippe Starck in Frankreich erste berufliche Erfahrungen sammeln konnte, gründete sie Anfang 2000 in Paris ihr eigenes Studio matali crasset productions. Sie betrachtet Design als Forschung und arbeitet von einer exzentrischen Position aus, die es ihr erlaubt, sowohl alltägliche Routinen zu bedienen als auch künftige Szenarien zu umreißen. Mit einem zugleich kenntnisreichen und naiven Blick auf die Welt hinterfragt sie die Selbstverständlichkeit von Codes, um das Aufbrechen dieser Verbindungen zu ermöglichen. Aufgrund ihrer über die Jahre gesammelten Erfahrung arbeitet sie heute verstärkt in partizipativen Projekten, auf nationaler wie internationaler Ebene, im ländlichen wie im städtischen Umfeld. Im Rahmen von Begegnungen, kreativen
Workshops, Diskussionen und allgemeinen Anliegen kooperiert sie mit verschiedenen Projektleitern, die alle ihre Überzeugung teilen, dass solche kollektiven Prozesse auf sinnvolle Weise den sozialen Zusammenhalt stärken.

Matali Crasset: Digestion n°1, Sitzkissen, 1998; Foto: Emilio Tremolada, © (Matali Crasset) VG Bild-Kunst Bonn, 2017
Foto: Emilio Tremolada, © (Matali Crasset) VG Bild-Kunst Bonn, 2017
Paul Cocksedge
Laetitia de Allegri & Matteo Fogale I