Alafuro Sikoki-Coleman

H++, Ensemble aus Stuhl und Tisch, 2011

Wasserhyazinthe, Metall, Garn, Holz
Stuhl: H 80 x B 40 cm; Tisch: H 58 x B 50 cm
Foto: Frank Kleinbach, © ifa (Institut für Auslandsbeziehungen)

Wasserhyazinthe beeinträchtigt die Biodiversität im Wasser. Das Unkraut wird geerntet und zu einem biegsamen Material verarbeitet, das die Designerin dann zur Herstellung kommerziell verwertbarer Produkte verwendet.

Alafuro Sikoki-Coleman ist preisgekrönte Industriedesignerin und Konzeptkünstlerin. Sie lebt zeitweise in Warwickshire in England, zeitweise in Bayelsa in Nigeria, woher sie stammt. 2006 hat sie Studio Sikoki gegründet, eine Institution für Design, Kunst und Forschung. Nach Abschluss ihres Masterstudiums in Industriedesign an der University of the Arts in Philadelphia kehrte sie nach Nigeria zurück und begann, dort zum Transkulturalismus in der Ijaw-Kultur und zum Erhalt von Kunstfertigkeiten in marginalisierten Gemeinschaften zu forschen. Daraus erwuchs ihr Projekt H++, das der Forschung und eben jenem Erhalt von Kunstfertigkeiten dient, und bei dem sie mit einem Frauenkollektiv daran arbeitet, die in den heimischen Flüssen wuchernden Wasserhyazinthen zu jäten. Mit der Wasserhyazinthe als Rohmaterial werden fast ausgestorbene traditionelle Webtechniken inzwischen wieder an die nächste Generation weitergegeben. H++ steht für ein neues und nachhaltiges Gewerbe, das umweltbewusst arbeitet, indem es ein schädliches Unkraut in Möbel, Haushaltsgegenstände und Kunstwerke verwandelt.

Alafuro Sikoki-Coleman: H++, Ensemble aus Stuhl und Tisch, 2011; Foto: Frank Kleinbach, © ifa (Institut für Auslandsbeziehungen)
Foto: Frank Kleinbach, © ifa (Institut für Auslandsbeziehungen)
Diederik Schneemann
Avni Sejpal