# Sommerstudio

... das weiß nur der Dschungel 

Ausstellungsaufbau © ifa /Neubauer

Kakao und wilde Tiere: Lena Heinz und Hyungjeong Ko über ihre Projekte

Dieses Jahr beginnt die Reihe „Sommerstudio“ des ifa. Zum ersten Mal haben Studierende im Bereich Bildende Kunst die Möglichkeit, in der ifa-Galerie Stuttgart ihre Arbeiten zu präsentieren. Die Ausstellung vom 21. Juli bis 10. September 2017 beschäftigt sich mit der Inszenierung der Natur. Mit dabei sind Lena Heinz und Hyungjeong Ko.

Interview von Mirjam Karrer

Über Kakao

Foto: ifa/ Mirjam Karrer
Lena Heinz studiert künstlerisches Lehramt in Stuttgart.

Was hat dich dazu bewegt, an der Sommerakademie des ifa teilzunehmen?
Mich hat das Thema total interessiert. Ich habe eine Weile in Bolivien gelebt und bin dort mit dem Thema Neokolonialismus in Berührung gekommen. Mir wurde beispielsweise die wirtschaftliche Abhängigkeit von westlichen Märkten vor Augen geführt. Mich hat auch interessiert, wie Europäer die „Neue Welt“ in der Vergangenheit  wahrgenommen haben. Sie haben sie sich damals zum Beispiel durch botanische Gärten zu eigen - ja vielleicht auch „gemütlicher“ und weniger „wild“ gemacht.

Du hast dich für das Thema Kakao entschieden. Was hat Kakao für eine Bedeutung und wie stellst du die Verbindung zum Ausstellungsthema her?
Kakao hatte bei präkolumbianischen Kulturen Südamerikas eine wichtige Bedeutung. Die Azteken hatten sogar einen extra Gott für Kakao. Er galt als heiliger Trunk und wurde bei besonderen Ritualen konsumiert. Zuerst war er nur Adligen vorenthalten. In meiner Arbeit geht es unter anderem darum, wie wir heute und hier in Europa für Gewöhnlich Schokolade konsumieren. Dabei möchte ich mich dem Thema mit einem kritisch-humorvollen Blick nähern und die Besucher gleichzeitig zu einer sinnlichen Erfahrung einladen.

Wie gestaltest du dieses Thema bei der Ausstellung?
Das transportiert sich für die Besucher zunächst einmal durch die Situation, die ich schaffe: Ein Arrangement aus verschiedenen alltäglichen Dingen, wie einem Stuhl, einem Kühlschrank und einem gewebtem Teppich im „Ethno-Chic“. Die tiefere Ebene meiner Arbeit erfährt man dann, wenn Sinneswahrnehmungen ins Spiel kommen und man sich auf ein Zusammenspiel von Hör- und Geschmackssinn einlässt. Das bildet den Kern meiner Arbeit.  

"Wilde" Tiere

Foto: ifa/ Mirjam Karrer
Hyungjeong Ko aus Südkorea studiert bildende Kunst in Stuttgart.

Bei deiner Installation rückst du das Tier in den Mittelpunkt. Worum geht es genau?
In meinem Projekt geht es um den Menschenaffen, denn ich finde dessen Ursprung sehr interessant. Tiere werden in Zoos als wild inszeniert und wir denken, sie kommen aus dem Urwald. Aber in Wirklichkeit sind sie hier in Deutschland geboren und haben den Dschungel nie gesehen. Ursprünglich kommt die Art des Affen zwar zum Beispiel aus Sumatra, aber wenn wir ihn im Zoo anschauen ist sein Geburtsort München, Stuttgart oder Berlin. 

Wie bist du auf dieses Thema gekommen?
Ich habe mir die Infoschilder in Zoos angeschaut und festgestellt, dass dort immer zwischen Ursprungs- und Geburtsort unterschieden wurde. 

Wie setzt du das in der Ausstellung um?
Ich werde Seile aufhängen, ähnlich wie man sie im Zoo in Affengehegen sieht. Dazu gibt es Pfeile, die die Verbindung zwischen Ursprungsregion und dem Geburtsort herstellen.

ifa-Galerie Stuttgart

Charlottenplatz 17
70173 Stuttgart
Tel. +49.711.2225.173

Öffnungszeiten
Di – So
Montags geschlossen

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21. Juli – 10. September 2017

Kooperationspartner

Kooperationspartner: Staatliche Akademie der Bildenen Künste Stuttgart