Tobias Zielony: The Citizen, 2015; © Tobias Zielony. Courtesy Tobias Zielony & KOW, Berlin
Tobias Zielony: The Citizen, 2015; © Tobias Zielony. Courtesy Tobias Zielony & KOW, Berlin
Tobias Zielony: The Citizen, 2015 (2); © Tobias Zielony. Courtesy Tobias Zielony & KOW, Berlin
Tobias Zielony: The Citizen, 2015; © Tobias Zielony. Courtesy Tobias Zielony & KOW, Berlin
Tobias Zielony: The Citizen, 2015 (3); © Tobias Zielony. Courtesy Tobias Zielony & KOW, Berlin
Tobias Zielony: The Citizen, 2015; © Tobias Zielony. Courtesy Tobias Zielony & KOW, Berlin
Tobias Zielony: The Citizen, 2015 (4); © Tobias Zielony. Courtesy Tobias Zielony & KOW, Berlin
Tobias Zielony: The Citizen, 2015; © Tobias Zielony. Courtesy Tobias Zielony & KOW, Berlin
Tobias Zielony: The Citizen, 2015 (5); © Tobias Zielony. Courtesy Tobias Zielony & KOW, Berlin
Tobias Zielony: The Citizen, 2015; © Tobias Zielony. Courtesy Tobias Zielony & KOW, Berlin
Tobias Zielony: The Citizen, 2015 (6); © Tobias Zielony. Courtesy Tobias Zielony & KOW, Berlin
Tobias Zielony: The Citizen, 2015; © Tobias Zielony. Courtesy Tobias Zielony & KOW, Berlin
Tobias Zielony: The Citizen, 2015 (7); © Tobias Zielony. Courtesy Tobias Zielony & KOW, Berlin
Tobias Zielony: The Citizen, 2015; © Tobias Zielony. Courtesy Tobias Zielony & KOW, Berlin

Tobias Zielony: The Citizen, 2015

Layout von 22 Farbfotografien, unterschiedliche Größen, auf 11 großformatigen pigmentierten Inkjet-Prints, kaschiert auf Aludibond, gerahmt, je 225 x 160 cm / Installation von Zeitungen in 12 hängenden Schaukästen, je 130 x 205 cm / 16-seitige Zeitung, Tabloid-Format, zur Mitnahme für die Besucher

Tobias Zielonys Serie The Citizen setzt sich mit einer der großen politischen Fragen der Gegenwart auseinander, mit der Präsenz des "Anderen" verkörpert durch afrikanische Flüchtlinge. Werden die Migrationsbewegungen unserer Zeit oftmals auf die Tragödien an den Außengrenzen der "Festung Europa" reduziert, richtet sich Zielonys Blick auf die Selbstdarstellung dieser Menschen, auf ihre persönlichen Geschichten, auf ihren Anspruch, als politische Subjekte in Deutschland ernst genommen zu werden. Sie protestieren gegen die Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit, gegen das Verbot zu arbeiten oder zu studieren.

Dieses neue Selbstbewusstsein setzt Zielony in seinen Fotografien in Szene und präsentiert diese in großformatigen Wandarbeiten, die das Layout von Zeitungsseiten aufgreifen – nur der Text zwischen den Fotos fehlt. Die Leerstellen verweisen auf die Brüche in den Biografien und auf das, was in der öffentlichen, medialen Debatte ausgespart wird.

Im Gegenzug bat Zielony afrikanische Autoren und Journalisten, sich mit seinen Fotografien auseinanderzusetzen. Die Ergebnisse in Form von Zeitungsartikeln finden sich in großen Schaukästen in der Mitte des Raums. Auf den weiteren Seiten dieser Zeitungen tritt schlaglichtartig die politische und soziale Realität Afrikas in Erscheinung, auf ganz andere Weise als sie in Europa wahrgenommen wird. Für den Besucher liegen Zeitungen zur Mitnahme aus, in der die von Zielony porträtierten Menschen zu Wort kommen.

Biografie

Tobias Zielony; Foto: © Diane Vincent
Foto: © Diane Vincent

Tobias Zielony, geboren 1973, lebt und arbeitet als Künstler in Berlin. Er studierte Dokumentarfotografie an der University of Wales, Newport, und in der Klasse und Meisterschülerklasse von Timm Rautert an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Ausgangspunkt seiner Arbeit war zunächst die Beobachtung einer globalen Jugendkultur, oftmals in den aufgegebenen Räumen postindustrieller Strukturen und schrumpfender Städte. In den vergangenen Jahren setzen sich seine Fotografien und Filme mit den Marginalisierten kapitalistischer Gesellschaften auseinander. Sie reflektieren tradierte fotografische Erzählweisen und lassen sich als Alternative zu den hergebrachten Formen des Dokumentarischen lesen. Die Kamera versteht Zielony als Bühne für seine Protagonisten.

Zuletzt waren seine Arbeiten in folgenden Ausstellungen zu sehen: Dream Lovers. The Films 2008–2014, KOW, Berlin / Galleria Lia Rumma, Neapel (2015), Vele, Esker Foundation, Calgary (2014), Lichtwark revisited, Hamburger Kunsthalle (2014), Jenny Jenny, Berlinische Galerie, Berlin (2013), Live Cinema / Peripheral Stages (mit Mohamed Bourouissa), MAXXI Museo Nazionale delle Arte del XXI Secolo, Rom, und Philadelphia Museum of Art (2012), Tobias Zielony: Manitoba, MMK Zollamt, Frankfurt am Main (2012). 

Florian Ebner: Meditation über die materielle und politische Natur der Bilder unserer digitalen Gegenwart

Zum Konzept des Deutschen Pavillons auf der Biennale Venedig 2015.

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