Hito Steyerl: Factory of the Sun, 2015; Videostill; © Hito Steyerl
Hito Steyerl: Factory of the Sun, 2015; Videostill; © Hito Steyerl
Hito Steyerl: Factory of the Sun, 2015; Videostill; © Hito Steyerl
Hito Steyerl: Factory of the Sun, 2015; Videostill; © Hito Steyerl
Hito Steyerl: Factory of the Sun, 2015 (3); Videostill; © Hito Steyerl
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Hito Steyerl: Factory of the Sun, 2015 (4); Videostill; © Hito Steyerl
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Hito Steyerl: Factory of the Sun, 2015 (6); Videostill; © Hito Steyerl
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Hito Steyerl: Factory of the Sun, 2015 (9); Videostill; © Hito Steyerl
Hito Steyerl: Factory of the Sun, 2015; Videostill; © Hito Steyerl

Hito Steyerl: Factory of the Sun, 2015

Videoinstallation: Einkanal-Video, 23 Min., HD Video pro rez.MOV file. / Motion Capture Studio, blaues Leuchtraster im Raum / Freistehende Projektionsarchitektur, Sonnenliegen und Strandstühle.

Mit dem emphatischen Begriff des Sonnenlichts, diesem alten Symbol des Fortschritts, führt uns Hito Steyerls Factory of the Sun auf dialektische Weise, ebenso kritisch wie spielerisch, ins Zentrum der Debatten über unsere digitale Gegenwart. Nicht ohne beißende Ironie verrechnet Steyerl das utopische Potenzial des Internets mit seiner "tödlichen Transparenz". Die Arbeit mimt die Form eines Computerspiels, um aus dieser vitalsten Form populärer Unterhaltung heraus die bessere Kampfposition einzunehmen. Denn es geht darum, die verbliebenen Handlungsspielräume der politischen Individuen und Subjekte auszuloten und zu verteidigen, angesichts der unentwirrbaren Verflechtungen von digitalen Informationsströmen, ökonomischen Interessen und sozialen und kulturellen Verwerfungen.

Alles in diesem Spiel basiert auf der Körperlosigkeit des Lichts als Träger von Informationen, Körpern, Werten. Wie die verschiedenen "Modes" eines Computerspiels changiert der Film zwischen unterschiedlichen Realitätsebenen. Die Erzählerin ist zugleich die Programmiererin des Spiels, dessen Protagonisten uns als Zwangsarbeiter in einem "Motion Capture Studio" vorgestellt werden – jene technische Einrichtung, die die Bewegungen einer Person in Lichtimpulse verwandelt und so die Grundlage für die Bewegung der Figuren in der virtuellen Realität des Spiels bildet. Innerhalb der wilden Montage ist der Tanz der Motor für die fortschreitende Metamorphose der Bilder. Zugleich ist er die spielerischste Form des Widerstands der jungen Protagonisten gegen die Übermacht ihrer unsichtbaren Kontrahenten.

Biografie

Hito Steyerl; Foto: © Thomas Meyer, Ostkreuz
Foto: © Thomas Meyer, Ostkreuz

Hito Steyerl, geboren 1966, lebt und arbeitet als Künstlerin, Filmemacherin und Autorin in Berlin. "Hito Steyerls Filme und Essays nehmen das digitale Bild als Ausgangspunkt, um in eine Welt vorzudringen, in der die Strategien der Blendung sich als kollektives Verlangen manifestieren. Wenn also Krieg, Genozid, Kapitalstrom, Digitalmüll und Klassenkampf immer teilweise innerhalb von Bildern stattfinden, haben wir es nicht mehr länger mit der Virtualität, sondern mit einer irritierenden und potenziell fremden Dinglichkeit zu tun, die wir gerade erst zu begreifen beginnen. Die Welt der Bilder, erinnert uns Steyerl, ist heutzutage alles andere als flach. Und paradoxerweise begegnet uns deren Ethik gerade in ihren 'trashigen' und bedeutungslosen Winkeln. Denn dort gibt es keine Formenzwänge und das gänzlich Unbemerkte und Unerkannte tobt sich mit Lichtgeschwindigkeit an politischen Projekten aus. Dort verschmelzen Spektakel und Armut, um sich wieder zu trennen und dann miteinander zu tanzen." (Brian Kuan Wood)
Steyerls Arbeiten wurden weltweit bei zahlreichen Filmfestivals und Ausstellungen gezeigt, zuletzt im Artists Space, New York (2015), im Institute of Contemporary Arts (ICA), London (2014), im Van Abbemuseum, Eindhoven (2014), im Art Institute of Chicago (2013) und auf der Biennale di Venezia (2013). 2007 nahm sie an der documenta 12 teil.

Florian Ebner: Meditation über die materielle und politische Natur der Bilder unserer digitalen Gegenwart

Zum Konzept des Deutschen Pavillons auf der Biennale Venedig 2015.

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