Anne Imhof: Faust, 2017; © Anne Imhof, Foto: Nadine Fraczkowski
Anne Imhof: Faust, 2017; © Anne Imhof, Foto: Nadine Fraczkowski

Anne Imhof. Faust

Deutscher Beitrag für die 57. Biennale Venedig

Anne Imhof bespielt den Deutschen Pavillon in Venedig 2017

Anne Imhof © Nadine Fraczkowski

Anne Imhof wird 2017 den deutschen Pavillon auf der Biennale Venedig gestalten. Seit Mai dieses Jahres entwickelt die in verschiedenen Medien arbeitende Künstlerin eine raum- und zeitgreifende Arbeit. Ihr Werk umfasst malerische, skulpturale, installative wie performative Arbeiten.
Anne Imhof (* 1978) graduierte 2012 an der Städelschule in Frankfurt am Main. 2015 wurde Imhof mit dem Preis der Nationalgalerie ausgezeichnet und produzierte im Anschluss die Oper Angst, die 2016 in drei Akten in der Kunsthalle Basel, dem Hamburger Bahnhof in Berlin und auf der Biennale de Montréal gezeigt wurde. Ihre Performance-Zyklen Deal (2015), Rage (2014), Aqua Leo (2013) und School of the Seven Bells (2012) waren u.a. in Einzelausstellungen im MoMA PS1, New York (2015), dem Carré d’Art – Musée d’art contemporain de Nîmes (2014) sowie im New Jerseyy, Basel und dem Portikus, Frankfurt am Main (2013) zu sehen. In internationalen Gruppenausstellungen wurden ihre Arbeiten u.a. im Palais de Tokyo, Paris, dem Centre Pompidou, Paris (2015) und dem Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main (2014) gezeigt. Anne Imhof war 2015 Gastprofessorin an der Akademie der Bildenden Künste München. 2013 erhielt sie ein Atelierstipendium der Hessischen Kulturstiftung in Paris.

Biennale Venedig 2017: Susanne Pfeffer kuratiert Deutschen Pavillon

Susanne Pfeffer © Uwe Zucchi/dpa/picture alliance

Susanne Pfeffer ist Kunsthistorikerin und Kuratorin. Seit Juni 2013 ist sie Direktorin des
Fridericianum in Kassel, wo sie u.a. die Ausstellungen "Speculations on Anonymous Materials", "nature after nature","Inhuman" sowie die Retrospektiven von "Pauls Sharits" und "Marcel Broodthaers" kuratierte. Auf der 56. Venedig-Biennale kuratierte sie den Schweizer Pavillon mit einer Einzelpräsentation von Pamela Rosenkranz. Zuvor war sie Chefkuratorin des KW Institute for Contemporary Art in Berlin (2007–2012) sowie Kuratorin und Beraterin des MoMA PS1 in New York. Von 2004 bis 2006 arbeitete sie als künstlerische Leiterin des Künstlerhauses Bremen.

Biennale Venedig

Die Biennale in Venedig gilt als die älteste und renommierteste internationale Kunstschau der Welt. Sie fand 1895 zum ersten Mal statt. Seit 1971 koordiniert das ifa im Auftrag des Auswärtigen Amts den deutschen Länderbeitrag. Als einziges Land wurde Deutschland bis jetzt viermal mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet: 1986 Sigmar Polke (Kommissar: Dierk Stemmler), 1993 Hans Haacke and Nam June Paik (Kommissar: Klaus Bußmann), 2001 Gregor Schneider (Kommissar: Udo Kittelmann) und 2011 Christoph Schlingensief (Kuratorin: Susanne Gaensheimer). In der Zeit von 1968 bis 1986 wurden keine Preise verliehen.

Deutscher Pavillon

Der Deutsche Pavillon befindet sich in zentraler Lage auf dem Ausstellungsgelände der Giardini della Biennale di Venezia. Er wurde nach Plänen des venezianischen Architekten Daniele Donghi im neoklassizistischen Stil errichtet und zur Biennale 1909 eröffnet. Bis 1910 hieß er Bayerischer Pavillon. 1938 wurde das Gebäude durch den Architekten Ernst Haiger im Sinne nationalsozialistischer Architekturideale umgestaltet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde mehrfach über einen Umbau oder Neubau diskutiert, einen konkreten Entwurf reichte 1957 Arnold Bode ein. Aus finanziellen Gründen wurden diese Pläne jedoch fallengelassen und der Pavillon bis auf kleinere Eingriffe – Verbesserung der Beleuchtungsverhältnisse, Rückbau einer Zwischenwand zur Apsis – bis heute nicht grundlegend verändert. Das Gebäude gehört der Bundesrepublik Deutschland, es steht in Italien unter Denkmalschutz.

Zusammenfassung (PDF)