Biennalen

Kuratorin des Deutschen Pavillons 2019: Franciska Zólyom

Franciska Zólyom, Foto: Julia Rößner
Franciska Zólyom, Foto: Julia Rößner

Franciska Zólyom ist Kunsthistorikerin und Kuratorin. Sie studierte Kunstgeschichte in Köln und Paris und arbeitet 1997-1999 als Kuratorin am Museum Ludwig Budapest. Nach einem RAVE-Stipendium am Hamburger Bahnhof. Museum für Gegenwart – Berlin war sie 2006-2009 Direktorin des Institute of Contemporary Art – Dunaújváros in Ungarn. Dort hat sie in Zusammenarbeit mit internationalen Künstler/-innen, u.a. Gilbert Hage, Tamás Kaszás, Tilo Schulz, Sean Snyder, Tehnika Schweiz, ort- und kontextspezifische Ausstellungen und Recherchen initiiert, die auf ihr Interesse an der Verräumlichung von Ideologien zurückgehen. Seit 2012 ist sie Direktorin der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig, wo sie Projekte unter anderem mit Céline Condorelli, Andreas Fogarasi, LITTLE WARSAW, Experimental Jetset, Dainius Liškevičius und myvillages.org realisiert hat. In verschiedenen Gremien, u.a. im Universitätsrat der Bauhaus Universität Weimar und im Sächsichen Kultursenat arbeitet sie an bildungs- und kulturpolitischen Fragen. Sie ist Vorstandsmitglied von tranzit Budapest.

Das ifa und Biennalen

Seit 1971 koordiniert das ifa im Auftrag des Auswärtigen Amts den deutschen Länderbeitrag auf der Internationalen Kunstausstellung in Venedig, der "Biennale di Venezia". Der weltweite Erfolg des Biennalemodells hat zu einem starken Anstieg des Formats geführt und gleichzeitig eine nachhaltige Diskussion zu diesem Thema in Gang gesetzt. Als weltweit vernetzter Kulturmittler engagiert sich das ifa in internationalen Netzwerken und wissenschaftlichen Diskussionen zum Format Biennale. Seit 2000 beteiligt sich das ifa an der Konferenzreihe "biennials in dialogue", die bisher in Kassel, Frankfurt am Main, Singapur und Shanghai stattfand, zuletzt 2015 in Christchurch unter dem Motto "Curating Under Pressure".

Das ifa ist außerdem Gründungsmitglied der 2012 ins Leben gerufenen International Biennial Association (IBA). Gemeinsam mit der Biennial Foundation und weiteren Partnern organisiert das ifa seit 2012 das "World Biennial Forum", ein internationales Netzwerktreffen der weltweiten Biennale-Akteure. Es fand 2012 zum ersten Mal während der Biennale in Gwangju statt, zuletzt 2014 in São Paulo. Die Entwicklungen und Ergebnisse dieser Netzwerktreffen werden publiziert.
Die Biennial Foundation ist eine unabhängige Non-Profit-Organisation, die den verschiedenen Biennale-Organisationen als Informations- und Kommunikationsplattform dient und den Erfahrungs- und Ideenaustausch fördert. Die Biennial Foundation wurde 2009 gegründet und wird vom ifa unterstützt.

Im Zuge seiner Biennalenförderung ermöglicht das ifa deutschen und in Deutschland lebenden Kunstschaffenden die Teilnahme an Biennalen weltweit sowie Künstlern aus Entwicklungs- und Transformationsländern die Teilnahme an Biennalen in Deutschland. Darüber hinaus engagiert sich das ifa am Rahmenprogramm von Biennalen, zuletzt während der Berlin Biennale 2016 mit einem Workshop für Jungkuratorinnen und Jungkuratoren.

Biennale Venedig Backstage

Deutscher Pavillon, Foto: Manuel Reinartz

In der Reihe "Biennale Venedig Backstage" werfen wir einen Blick hinter die Kulissen: Wie wird der deutsche Beitrag organisiert? Was machen ehemalige Kuratoren und Künstler heute? Was waren ihre schönsten Erfahrungen? 

Folge 7: Manuel Reinartz
Folge 6: Clemens Kusch
Folge 5: Julian Heynen 
Folge 4: Udo Kittelmann
Folge 3: Susanne Gaensheimer
Folge 2: Nicolaus Schafhausen
Folge 1: Florian Ebner

Dorothea Grassmann

Kontakt

Dorothea Grassmann
Bereichsleiterin
Biennale Venedig
Tel. +49.711.2225.170
grassmann(at)ifa.de

Partner

Auswärtiges Amt

Biennale Venedig

Die Biennale in Venedig gilt als die älteste und renommierteste internationale Kunstschau der Welt. Sie fand 1895 zum ersten Mal statt. Seit 1971 koordiniert das ifa im Auftrag des Auswärtigen Amts den deutschen Länderbeitrag. Als einziges Land wurde Deutschland bis jetzt sechsmal mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet: 1984 Lothar Baumgarten und A. R. Penck (Kommissar: Johannes Cladders), 1986 Sigmar Polke (Kommissar: Dierk Stemmler), 1993 Hans Haacke und Nam June Paik (Kommissar: Klaus Bußmann), 2001 Gregor Schneider (Kommissar: Udo Kittelmann), 2011 Christoph Schlingensief (Kuratorin: Susanne Gaensheimer) und 2017 Anne Imhof (Kuratorin: Susanne Pfeffer).

Deutscher Pavillon

Der Deutsche Pavillon befindet sich in zentraler Lage auf dem Ausstellungsgelände der Giardini della Biennale di Venezia. Er wurde nach Plänen des venezianischen Architekten Daniele Donghi im neoklassizistischen Stil errichtet und zur Biennale 1909 eröffnet. Bis 1910 hieß er Bayerischer Pavillon. 1938 wurde das Gebäude durch den Architekten Ernst Haiger im Sinne nationalsozialistischer Architekturideale umgestaltet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde mehrfach über einen Umbau oder Neubau diskutiert, einen konkreten Entwurf reichte 1957 Arnold Bode ein. Aus finanziellen Gründen wurden diese Pläne jedoch fallengelassen und der Pavillon bis auf kleinere Eingriffe – Verbesserung der Beleuchtungsverhältnisse, Rückbau einer Zwischenwand zur Apsis – bis heute nicht grundlegend verändert. Das Gebäude gehört der Bundesrepublik Deutschland, es steht in Italien unter Denkmalschutz.

Zusammenfassung (PDF)

Presseschau

Architekturbiennale Venedig

2018 steht der deutsche Pavillon unter dem Thema "Unbuilding Walls".

ifa / Bundesregierung | 06.02.2018

"Seitdem freue ich mich unentwegt"

Franciska Zólyom im Gespräch mit Timo Grampes

deutschlandfunkkultur.de | 23.01.2018