Fotos/©: Laura Bernhardt, Daniel Juric
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Fotos/©: Laura Bernhardt, Daniel Juric
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Fotos/©: Laura Bernhardt, Daniel Juric
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Fotos/©: Laura Bernhardt, Daniel Juric
Fotos/©: Laura Bernhardt, Daniel Juric
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Kuchengabel und Rangoli-Cakecutter

Typisch deutsch? Typisch indisch? Oder: Wie lässt sich ein transkultureller Dialog durch ein Designobjekt darstellen? Diese Fragestellung haben Laura Bernhardt und Daniel Juric zusammen mit indischen Designstudenten in ihrem Workshop beyond borders untersucht, den sie um Rahmen der ifa-Ausstellung new olds in Pune erstmals abgehalten haben.

Bericht von Laura Bernhardt und Daniel Juric

Unsere heutige Welt ist durch globale Vernetzung und Mobilität geprägt, über die wir in einem permanenten Austausch mit fremden Ländern, multinationalen Partnern und ständig wechselnden Themen stehen. Die Grenzen einheitlicher Kulturen und Kulturkreise brechen auf und traditionelle Vorstellungen sind konfrontiert mit multikulturellen Einflüssen aus der ganzen Welt. Diese kulturellen Verflechtungen führen zu einem Kulturmix und bereiten den Weg mit einer Vielfalt neuer Lebensformen einer transkulturellen Gesellschaft.

Fotos/©: Laura Bernhardt, Daniel Juric
Fotos/©: Laura Bernhardt, Daniel Juric

Bei dem Zusammentreffen unterschiedlicher Kulturen oder Lebensformen, finden sich jedoch stets Anschlussmöglichkeiten zu einem fundierten Kulturdialog. Speziell in Alltagsritualen und deren dazugehörigen Gegenständen lassen sich Verbindungen zu der fremden Kultur herstellen.
Diese Kommunikation ist wichtig für die Entstehung von Designobjekten. Sie können sowohl interkontinentale Verbindungen zwischen Menschen verschiedener Kulturen wie auch von Vergangenheit und Gegenwart herstellen. Dabei lohnt sich ein genauer, kritischer Blick auf die tradierten, klischeehaften und typischen Verhaltensweisen in Alltagssituationen und den dazugehörigen Objekten.

Was ist typisch deutsch? Was ist typisch indisch? Und wie lässt sich ein transkultureller Dialog durch ein Designobjekt darstellen? Dieser Frage widmete sich der Designworkshop beyond borders unter der Leitung von Laura Bernhardt und Daniel Juric. Mit 31 Studenten des MIT Institute of Design in Pune wurde dieses Thema analysiert, und es wurden in den alltäglichen Objekten Fragestellungen für neue Konzepte und Designlösungen gefunden. Der Workshop stand dabei im Zusammenhang mit der Ausstellung new olds, die in den Räumlichkeiten des MIT derzeit präsentiert wird. Ansätze vieler dort gezeigter Arbeiten wurden zum Anlass genommen, sich über ähnliche Denkweisen einer Thematik anzunähern, die sich bewusst mit dem Gedanken des kulturellen Austauschs auf sinnliche Weise auseinandersetzen.

Fotos/©: Laura Bernhardt, Daniel Juric
Fotos/©: Laura Bernhardt, Daniel Juric

Während bei den meisten Objekten der Ausstellung alte und tradierte Elemente wie Form, Funktion oder Material in einem neuen Kontext gesetzt werden, wurden im Workshop die kulturellen Eigenheiten und deren charakteristische Elemente und Objekte aus Deutschland und Indien auf ihre Unterschiede hin untersucht. Ziel war, Momentaufnahmen des Austausches der beiden Kulturen darzustellen.

In einem ersten Schritt wurden den Studenten Aspekte der deutschen Kultur anhand von typisch deutschen Bräuchen und Sitten und damit in Zusammenhang stehende Gegenstände nahe gebracht. Diese sollten auf ihre Charakteristika wie Funktion, Form und Material untersucht werden. So wurde zum Beispiel anhand des typisch deutschen Kaffeekränzchens der Zuckerwürfel, die Kuchengabel und die Schwarzwälder Kirschtorte analysiert. Daraufhin wurden die Studenten aufgefordert, ihre eigenen kulturellen Eigenheiten und deren relevante Objekte aufzuzeigen und in gleicher Weise zu untersuchen. Indische Themen waren zum Beispiel die Chudakarana (rituelle Kopfrasur), das Vastu Shastra (richtiges Gestalten und Ausrichten von Räumen), indische Spiele wie Antakshari (Singspiel), Gilli Danda (Geschicklichkeitsspiel), Patang (indisches Drachenflugspiel) sowie Rangoli (indische symbolische Bodendekoration). Die jeweiligen Essenzen wurden im nächsten Schritt miteinander kombiniert, indem zum Beispiel das Material eines indischen Objektes mit der Funktion eines deutschen verknüpft wurde. Etwa 25 Ideen wurden in einer kleinen Abschlussausstellung gezeigt. Viele davon wurden schon in einem 1 zu 1 Studienmodell auf ihre Funktion hin überprüft. Die Studenten wie auch der Institutsleiter, Prof. Dhimant Panchal, zeigten sich begeistert über die Vielfalt der im Workshop entstandenen Ergebnisse und die Studenten sind gewillt, über den Workshop hinaus die Objekte weiterzuentwickeln.

new olds

Arbeiten der beiden in Deutschland lebenden Designer Laura Bernhardt und Daniel Juric werden im Rahmen der ifa-Tourneeausstellung new olds zusammen mit Objekten von weiteren 43 Designern aus Deutschland, Europa und den USA präsentiert.

Die ifa-Designausstellung war im Rahmen des Deutschland-Indien-Jahres 2012 an den drei Stationen Ahmedabad, Pune und Hyderabad zu sehen.

Lotuswurzel und Sauerkraut

Foto: Lao XU (Hongwei XU), © ifa (Institut für Auslandsbeziehungen)
Foto: Lao XU (Hongwei XU), © ifa

Workshop mit Laura Bernhardt und Daniel Juric in Nanjing.

beyond borders

Workshop beyond borders, Kuala Lumpur
Foto: Daniel Juric

Workshop mit Laura Bernhardt und Daniel Juric in Kuala Lumpur.