Wolfgang Laib
Durchgang - Übergang
Wolfgang Laib: Milchstein, 1987/1988, Weißer Marmor und Milch, Installationsansicht Atelier; Foto: Wolfgang Laib
Milchstein, 1987/1988

Milchsteine

Mit den Milchsteinen beginnt Wolfgang Laibs Arbeit – zumindest seine öffentliche. Flache, weiße, nur millimetertief ausgeschliffene Marmorsteine, die er mit Milch zu einer waagerechten Form auffüllt – Skulpturen von überwältigender Einfachheit.

ifa-Ausstellung: Milchstein, 1977, 3 x 92 x 98 cm

Blütenstaub

Hauptsächlich Blütenstaub von Löwenzahn, Kiefern, Moos und Haselnuss sammelt Wolfgang Laib im Rhythmus der Jahreszeiten. Die in den Feldern und Wäldern verbrachten Wochen bringen für ihn genug Zeit mit sich, um eine stille Zwiesprache mit der Natur anzuknüpfen. Den Betrachter des Werks zieht nicht nur die Farbintensität der Pollen, sondern auch die eigene Ausstrahlung des Blütenstaubs in seinen Bann.

ifa-Ausstellung: 4 Gläser Kiefernblütenstaub, 1992/93, 3 Gläser zum Ausstreuen, 1 Glas als Ersatz, Größe von 140 x 160 cm bis 300 x 320 cm

Wolfgang Laib: Aussieben von Blütenstaub von Kiefern, 1999; Foto: Wolfgang Laib
Aussieben von Blütenstaub von Kiefern, 1999
Wolfgang Laib: Reishaus, 1988/89, Reis, Marmor, Blütenstaub; Foto: Wolfgang Laib
Reishaus, 1988/89

Reis

Die Arbeiten mit Reis lassen eine stärker skulptural geprägte Dimension erkennen als die früheren Arbeiten. Sie spiegeln den starken Einfluss der indischen Philosophie und Lebensweise auf Wolfgang Laib wider.

ifa-Ausstellung: Reismahlzeiten, 1993, Installation, 15 Messingschalen, Durchmesser je 25 cm, Länge mindestens 600 cm
Reishaus, 1988/89, 20,5 x 21 x 76 cm
Reishaus, 1990, 20 x 20 x 110 cm

Bienenwachs

Die Arbeiten mit Bienenwachs bezeichnen in der Entwicklung Wolfgang Laibs eine neue Stufe und zählen zu den außergewöhnlichsten Schöpfungen in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Noch ehe man die eigenartige Schönheit dieser Architekturen entdeckt, macht sich der dichte, konzentrierte, betörende Duft bemerkbar: der des Wachses. Wie auch immer diese Wachsräume, Orte der Meditation, ausgestaltet sind, stets handelt es sich um Einladungen zu einer Metamorphose des Körpers, um Anstiftungen zur Passage von einem Zustand in einen anderen.

ifa-Ausstellung: Bienenwachshaus 1990, 13 x 23 x 54 cm
Durchgang – Übergang, 2001, Installation, 7 Schiffe aus Bienenwachs, gesamt 350 x 70 x 1033 cm

Wolfgang Laib: Zikkurat, 1999, Wachs, Holzkonstruktion; Foto: Wolfgang Laib
Zikkurat, 1999
Fotos: Wolfgang Laib