Sigmar Polke. Musik ungeklärter Herkunft
Sigmar Polke: Musik ungeklärter Herkunft: Türen verstopfen und den Raum nicht betreten, 1996; © (Sigmar Polke) VG Bild-Kunst Bonn, 1999; Foto: Frank Kleinbach
Musik ungeklärter Herkunft: Türen verstopfen und den Raum nicht betreten, 1996;
© (Sigmar Polke) VG Bild-Kunst Bonn, 1999
Foto: Frank Kleinbach

40 Gouachen aus dem Jahre 1996 im Format 70 x 100 cm stehen im Zentrum von Sigmar Polkes Ausstellung "Musik ungeklärter Herkunft". Die Blätter geben Einblick in ein Werk, das im aktuellen Kunstbetrieb eine singuläre Stellung einnimmt und zu den bedeutendsten der deutschen Nachkriegszeit gehört.

Seit den frühen 60er Jahren beschäftigte sich Polke mit dem Verhältnis von Bildwirklichkeit und Realität, Kunst und Alltag. Dabei nahm er oft einen distanzierten, ironischen Standpunkt ein, der es ihm ermöglichte, über die inhaltliche Fragestellung hinaus der Form und der materiellen Beschaffenheit der Malerei Augenmerk zu schenken.

In den Gouachen dieser Ausstellung thematisiert Polke, vom Charakter der wässrigen Gouachen ausgehend, das Tropfen- und Fließenlassen der Farbe. Kontrolliertes und unkontrollierbares Geschehenlassen von physikalischen Phänomenen spielt für Polke eine wichtige Rolle. Über das Unberechenbare der fließenden Farbspur legt der Künstler – auch das ist charakteristisch – als Gegenpol ein regelmäßiges, berechenbares Rastersystem. Darüber hinaus stellt er den Bildern absurd klingende Titel zur Seite, die das Dargestellte um eine poetische Note erweitern und beispielhaft für Polkes gesamtkünstlerische Position sind.

  • 1941
    geboren in Oels, Niederschlesien
  • 1961–1967
    Studium an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf
  • 1977–1991
    Professor an der Hochschule für Bildende Künste, Hamburg
  • 2010
    gestorben in Köln
Sigmar Polke. Musik ungeklärter Herkunft. – Stuttgart: ifa, 2001. – 139 S.

Sigmar Polke. Musik ungeklärter Herkunft. – Stuttgart: ifa, 2001. – 139 S.

Bestellen über ifa Media

Extra

"Fragen und Hinterfragen"

© Goethe-Institut Ramallah/Dennis Wenzl

Wiebke Trunk | Eindrücke vom Workshop in Ramallah anlässlich der ifa-Ausstellung "Musik ungeklärter Herkunft" von Sigmar Polke.

Weit mehr als ein Aushängeschild deutscher Kultur

Foto: Riffat Alfi
Foto: Riffat Alfi

ifa-Ausstellungen liefern weltweit einen Einblick in die deutsche Kunstszene. Von Dietrich Heißenbüttel

Die nächsten Termine:

16.06.2017 – 18.09.2017
Oaxaca, Mexiko