Rosemarie Trockel
Rosemarie Trockel: Ohne Titel, 1990; Tusche auf Papier (Küchenbilder); © (Rosemarie Trockel) VG Bild-Kunst Bonn, 2003
Rosemarie Trockel: Ohne Titel, 1990
Tusche auf Papier
© (Rosemarie Trockel) VG Bild-Kunst Bonn, 2003
Foto: Bernhard Schaub

Um "Idoledämmerung" geht es in der Kunst, und das heißt, in den Serien, von Rosemarie Trockel. Es sind Serien, die laufend ineinander übergehen, sich kreuzen, gabeln, einen anderen als den bezeichneten Weg einschlagen, schnell und unaufhaltsam, nur hier und da pausierend in einem für sich stehenden Werk, so, als wollten sie Atem holen für einen neuen Anlauf. (...) Die Herdplatten schwärmen aus der Serie der Herde aus und fallen unvermutet in eine Zeichnungsserie ein, wo sie, sich frei machend von ihrer "Idee", als bloße "Masken" – mal Brüste, mal Heiligenschein – ein ganzes Repertoire an Rollen durchspielen. In diesem mobilen, polyphonen und polyvalenten Geflecht aus Nicht-Identitäten suchen "Idole" vergebens, ihren Einmaligkeitsstatus zu wahren. ...

Gudrun Inboden: Rosemarie Trockel's Doubles. – In: Rosemarie Trockel, ifa-Katalog, Stuttgart 2003, S. 47f