Otto Dix
Otto Dix: Kupplerin, 1923, © (Otto Dix) VG Bild-Kunst Bonn, 1999
Kupplerin, 1923
© (Otto Dix) VG Bild-Kunst Bonn, 1999

Das unmittelbare Fronterlebnis des Ersten Weltkrieges verfolgte Otto Dix ein Leben lang und beeinflusste sein Schaffen nachhaltig. Allein über 600 Zeichnungen sind von 1915 bis 1918 an Kriegsschauplätzen in Belgien, Frankreich und Russland entstanden.

Diese Protokolle waren zusammen mit persönlichen Erinnerungen die Basis für das 1924 von Karl Nierendorf herausgegebene Radierwerk "DER KRIEG". Es gibt nicht nur eine authentische Schilderung des Grabenkampfes in den Materialschlachten des Ersten Weltkrieges wieder, sondern demaskiert den Moloch Krieg als solchen. Der aus 50 Blättern bestehende Zyklus wird oft mit den "Desastres de la Querra" von Goya verglichen. Er nimmt unter Dix Hauptwerken einen besonderen Rang ein und steht im Mittelpunkt der Ausstellung. Otto Dix hat nicht erwartet, die Menschen ändern zu können. Mit seinen Gemälden und Grafiken über den Krieg hat er jedoch die Diffamierung durch die Nationalsozialisten auf sich gezogen. Nach der Machtergreifung 1933 wurde er als einer der ersten Professoren seines Amtes enthoben und erhielt Ausstellungsverbot.

Bereits früher erregte Dix' Auseinandersetzung mit den Randgruppen der Nachkriegsgesellschaft, wie etwa den Kriegsversehrten oder den Prostituierten, das Missfallen und den Protest seiner Zeitgenossen. Die in dieser Ausstellung gezeigten Beispiele der Mappe "Kritische Grafik" geben ein Beispiel davon. 

"Entweder ich werde berüchtigt oder berühmt" sagte der junge Dix einmal. Er ist beides geworden.

Ausstellungskatalog

Otto Dix. Kritische Grafik 1920 – 1924 / "Der Krieg" Radierwerk 1924. – 3. veränd. Aufl. – Stuttgart: Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), 2010. – 143 S.

Otto Dix

Kritische Grafik 1920–1924 / "Der Krieg" Radierwerk 1924. – 3. veränd. Aufl. – Stuttgart: ifa, 2010. – 143 S. – bestellen

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