Marcel Odenbach | Stille Bewegungen. Tranquil Motions
Marcel Odenbach: Mir hat es den Kopf verdreht, 1995/1996, Stills 1; 2 Videoprojektoren, 4 Lautsprecher; 5:08 Min.; Leihgabe Marcel Odenbach; © (Marcel Odenbach) VG Bild-Kunst, Bonn 2010
Marcel Odenbach: Mir hat es den Kopf verdreht, 1995/1996, Stills 2; © (Marcel Odenbach) VG Bild-Kunst, Bonn 2010

Mir hat es den Kopf verdreht, 1995/1996
2 Videoprojektoren, 4 Lautsprecher; 5.08 Min.
© (Marcel Odenbach) VG Bild-Kunst Bonn, 2010
© Foto: David Williams

Die Arbeit besteht aus zwei über Eck platzierten Videoprojektionen, die jeweils unterschiedliche Bilder zeigen, vom Betrachter jedoch simultan gesehen werden können. Fast alle Aufnahmen zeigen Drehbewegungen: Sufi-Derwische, die sich langsam im Kreis drehen, Karusselle auf dem Jahrmarkt, Kinder, die sich auf Spielgeräten drehen. Auch der Künstler Marcel Odenbach ist in der Videoarbeit zu sehen. Anfangs werden seine Augen langsam von einem Scheinwerfer umkreist, später dreht er sich selbst um die eigene Achse und lässt dabei die Kamera kreisen. Dieser Wechsel der Perspektive charakterisiert weite Teile von Mir hat es den Kopf verdreht: Bildern, in denen die Kamera auf eine Szene mit sich drehenden Objekten gerichtet ist, stehen in der anderen Projektion solche gegenüber, auf denen die Kamera selbst in die Drehung involviert ist. Dies entspricht zwei vollkommen unterschiedlichen Blickkonstellationen: der des passiven Zuschauers, der von außen auf ein Geschehen blickt, und der des aktiven Zuschauers, der in ein Geschehen involviert ist. Eine Szene aus Alfred  Hitchcocks Film Der Fremde im Zug, bei der ein Karussell in voller Fahrt auseinanderbirst, durchbricht diesen ständigen Perspektivwechsel, ohne jedoch zu einer Synthese oder Entscheidung zwischen den Positionen zu führen.